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„Disaster voraus“!?

10. März 2026
Raimund Brichta
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von Raimund Brichta

Gerade erreicht  mich folgende Mail eines ehemaligen Bundesbankers:

Guten Abend, Herr Brichta, Sie sind nicht zu beneiden: Die Informationsflut ist so intensiv wie in der Finanz- und Eurokrise. Verunsicherte ntv Zuschauer erhoffen sich Einordnung und Wertung in dieser  historischen Krise: 2 Kriege (Ukraine und Nahost) haben wir in diesem Ausmass bislang nicht erlebt. Die wirtschaftlichen und politschen Folgen werden massiv  sein. Ich emfehle eine Sondersendung zu diesem Thema mit kompetenten Gesprächspartnern.

Beste Grüße

 

Meine Antwort war die:

 

Hallo Herr … , ich bin da deutlich entspannter. Ich habe gelernt, in solchen Fällen auf das Verhalten der Finanzmärkte zu schauen. Und die signalisieren momentan alles andere als Aufregung. Selbst der kurzfristige Ausbruch des Ölpreises auf 120 $ pro Fass hat kaum Verwerfungen bewirkt. Der amerikanische Aktienmarkt ist in einer ganz normalen, fast schon langweiligen,Konsolidierungsphase. Der S&P 500 hat noch nicht einmal vollständig seine 200 Tage Linie von oben erreicht. Der Anleihe- und der Devisenmarkt sind vollkommen entspannt.

Alles kein Vergleich zur Finanzkrise oder zur Coronakrise. Wobei ich im weiteren Jahresverlauf durchaus noch mit Verwerfungen an den Märkten rechne, allerdings eher ausgelöst durch eine neue Kreditkrise in den USA (Stichwort Blue Owl) oder durch ein sonstiges Ereignis. Den ganz großen Knall erwarte ich erst Ende des Jahrzehnts.

Sondersendungen zu Krieg und Geopolitik gibt es bei uns doch genug, oder vermissen Sie da noch etwas?

Und was die von Ihnen angesprochen kompetenten Gesprächspartner zu Wirtschaftsfragen anbelangt, kommen diese ebenfalls schon ausgiebig zu Wort. Allerdings wissen die genauso wenig wie sie und ich, sondern argumentieren meistens nach dem Motto, wenn’s schlimm kommt, dann haben wir ein Problem.

Gerade eben durfte ich drei Wirtschafts-Forschungsinstitute zitieren mit der Aussage, dass wenn der Ölpreis lange hoch bleibt, die Inflation steigen wird. Ach ne, wer hätte das gedacht? Wenn der Ölpreis aber nicht lange hoch bleibt, dann steigt die Inflation eben nicht. Ich halte das meiste davon für Kaffeesatzleserei.

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Kommentare

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  • Michael sagt:

    Geile Antwort, Raimund 🙂

    „Sondersendungen zu Krieg und Geopolitik gibt es bei uns doch genug, oder vermissen Sie da noch etwas?

    Allerdings wissen die genauso wenig wie sie und ich,…“

    Der ehemalige Bundesbanker sollte seine Aufmerksamkeit auf das Wesentliche lenken und vom Philosophen Eptiktet lernen.

    Und wenn er sich für das Große Ganze interessiert, dann sollte er sich über Strategien informieren. Dann wird er feststellen, dass vieles läuft wie geplant.

    Die hiesigen Leser des WWD – die NICHT zu den Lemmingen gehören, sondern offen sind – sind bzw werden vielseitig informiert… 😉