von Raimund Brichta
Gerade erreicht mich folgende Mail eines ehemaligen Bundesbankers:
Guten Abend, Herr Brichta, Sie sind nicht zu beneiden: Die Informationsflut ist so intensiv wie in der Finanz- und Eurokrise. Verunsicherte ntv Zuschauer erhoffen sich Einordnung und Wertung in dieser historischen Krise: 2 Kriege (Ukraine und Nahost) haben wir in diesem Ausmass bislang nicht erlebt. Die wirtschaftlichen und politschen Folgen werden massiv sein. Ich emfehle eine Sondersendung zu diesem Thema mit kompetenten Gesprächspartnern.
Beste Grüße
Meine Antwort war die:
Hallo Herr … , ich bin da deutlich entspannter. Ich habe gelernt, in solchen Fällen auf das Verhalten der Finanzmärkte zu schauen. Und die signalisieren momentan alles andere als Aufregung. Selbst der kurzfristige Ausbruch des Ölpreises auf 120 $ pro Fass hat kaum Verwerfungen bewirkt. Der amerikanische Aktienmarkt ist in einer ganz normalen, fast schon langweiligen,Konsolidierungsphase. Der S&P 500 hat noch nicht einmal vollständig seine 200 Tage Linie von oben erreicht. Der Anleihe- und der Devisenmarkt sind vollkommen entspannt.
Alles kein Vergleich zur Finanzkrise oder zur Coronakrise. Wobei ich im weiteren Jahresverlauf durchaus noch mit Verwerfungen an den Märkten rechne, allerdings eher ausgelöst durch eine neue Kreditkrise in den USA (Stichwort Blue Owl) oder durch ein sonstiges Ereignis. Den ganz großen Knall erwarte ich erst Ende des Jahrzehnts.
Sondersendungen zu Krieg und Geopolitik gibt es bei uns doch genug, oder vermissen Sie da noch etwas?
Und was die von Ihnen angesprochen kompetenten Gesprächspartner zu Wirtschaftsfragen anbelangt, kommen diese ebenfalls schon ausgiebig zu Wort. Allerdings wissen die genauso wenig wie sie und ich, sondern argumentieren meistens nach dem Motto, wenn’s schlimm kommt, dann haben wir ein Problem.
Gerade eben durfte ich drei Wirtschafts-Forschungsinstitute zitieren mit der Aussage, dass wenn der Ölpreis lange hoch bleibt, die Inflation steigen wird. Ach ne, wer hätte das gedacht? Wenn der Ölpreis aber nicht lange hoch bleibt, dann steigt die Inflation eben nicht. Ich halte das meiste davon für Kaffeesatzleserei.

Geile Antwort, Raimund 🙂
„Sondersendungen zu Krieg und Geopolitik gibt es bei uns doch genug, oder vermissen Sie da noch etwas?
…
Allerdings wissen die genauso wenig wie sie und ich,…“
Der ehemalige Bundesbanker sollte seine Aufmerksamkeit auf das Wesentliche lenken und vom Philosophen Eptiktet lernen.
Und wenn er sich für das Große Ganze interessiert, dann sollte er sich über Strategien informieren. Dann wird er feststellen, dass vieles läuft wie geplant.
Die hiesigen Leser des WWD – die NICHT zu den Lemmingen gehören, sondern offen sind – sind bzw werden vielseitig informiert… 😉
Die bevorstehenden Zwischenwahlen USA sprechen nicht f. einen Crash.
Ein Ansatz dazu wäre schon möglich – mit anschließendem Eingreifen der üblichen verdächtigen zur Stabilisierung 😉
Ich tippe auf unseren ehemaligen Herrn Scholz,der ab und zu einige Gedächtnis Lücken aufweist
Habe heute mal einfach gewichtet je eine Position der kürzlich v. Aries empfohlenen ETF geordert. Bei weiteren Kursrückgängen plane ich bis zu 4 Nachkäufe.
Peter, das war jetzt keine unmittelbare Kaufempfehlung. Beide ETFs sind gerade überdurchschnittlich gestiegen. Ich habe sie schon vorher gekauft.
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Allerdings sind sie auch über 5 Jahre 50% bzw. 30% besser als ihre Grund-Indices. Das sollte hoffentlich auch noch langfristiger so bleiben.
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Erstaunlich finde ich das, weil gerade die Dividendenstrategie normalerweise schwächer ist als der marktkapitalisierte Index und Value schon lange aus der Mode ist. …
Jo Aries sind ja nur ETF -Ergänzungen… einfach gewichtet… viele Titel enthaltend m.E. problemlos… bin geduldig auch bei Kursrückgängen. Habe zeitweise auch folgende Methode angewandt. Rohstoffwerte (z.B. BHP, Vale) nach Flaute/Kursrückgaengen kaufen, Dividenden kassieren (oft relativ hoch) u. einfach abwarten…weitere evtl. konjunkturbedingte Buchverluste ignorieren. Die sind substanzreich u. nicht so schnell konkursgefährdet. Der nächste Aufschwung kommt relativ sicher. Aktuell sind sie deutlich im Aufwind. In gewisser Weise time ich also doch…aber sehr langfristig. Zuletzt habe ich deshalb bei EON, RWE , Samsungzertifikat, Siemens Energy durch Gewinnmitnahmen abgeschmolzen, weil mir die Positionshöhe nicht mehr passte. Kann man auch anders sehen (Gewinne laufen lassen)…aber die Anlagestrategie muss auch zum Wesen passen u. ich neige nach Selbsteinschätzung😉 zu Kompromissen. Will bisschen weg v. zuviel Einzeltiteln zu noch mehr Streuung u. da kamen mir deine dankeswerten Ausfuehrungen gerade Recht. Käme nie auch nur ansatzweise auf die Idee Dritte f. meine Entscheidungen zu kritisieren.
Peter, für deine Strategie fehlen mir die Nerven. Sie hört sich aber gut an und entspricht meiner Einschätzung.
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Ich hatte damals keine .com-Aktien und habe heute keine Mag 7. … Bin halt schizoid und kein Lemming, der der Mehrheit hinterher läuft. Und dennoch bin ich mit den Jahren zu einem ansehnlichen Vermögen gelangt.
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Ja, und heute verwalte ich große Summen – auch für andere. Und da mache ich keine Experimente mehr mit Einzelaktien und gegen meine Natur. …
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Die ETF-Portfolio-Strategie kann man wunderbar skalieren. Sie funktioniert mit 10.000,-, mit 100.000,-, mit 1 Mio. und mit mehr.
Ich möchte euch nicht den Fortgang unserer interessanten Diskussion vorenthalten:
Guten Abend. Herr Brichta,
ich sehe die Situation als brisant. Die heute abend von 135 (!) Ländern unterstützte VN Resolution (fordert den Iran auf Angriffe auf Gofstaaten und Jordanien sofort einzustellen) ist bemerkenswert, hat m.W aber keine Sanktionsbewehrung. Ein Disaster droht wenn der sprunghafte US Präsident plötzlich den Rückzug der US Forces befehlen würde. 100.000 Libanesen sind auf der Flucht! (CNN,France 24 etc), Franlkreich hat neben seinem Flugzeugträger 8 Kriegsschiffe im östl. Mittelmeer (CNEWS – ein interessanter franz– TV Sender)
Die Freigabe von strategischen Ölreserven ist in diesem Umfang historisch.Es bleibt fraglich, ob die Ölmärkte dadurch mehr als kurzfristig stabilisiert werden können.
Ich hoffe, Sie haben Recht und eine weitere Eskalation kann verhindert werden. Die negativen Effekte auf Preise, Wi-Wachstum und Vertrauen sind aber erkennbar, doch schwer quantifizierbar. M.E. haben die Finanzmäkte die Brisanz der Situation (2 verheerende Kriege: Ukraine und Nahost) noch nicht angemessen eingepreist.
Beste Grüße
Meine Antwort:
Hallo Herr …,
dann warten wir mal ab und reden in einigen Wochen wieder darüber. Mich erinnert die Situation – was die Börsen betrifft – an den März/Anfang April des vergangenen Jahres. Wissen Sie noch, welche Panik der herrschte wegen der Zölle von Donald Trump? Am 7. April war der Spuk vorbei, und die Märkte gingen in den nächsten großen Aufwärtsschub über.
Selbst der russische Einmarsch in der Ukraine 2022 hat die Märkte nur kurzfristig irritiert. Dass die Korrektur im Jahr 2022 länger dauerte, führe ich hauptsächlich auf die damalige Entwicklung der Zinsen und der Notenbankbilanzen zurück. Sie erinnern sich: die Fed war wild entschlossen, ihre Bilanzsumme zu reduzieren. Das hat vorübergehend für Irritationen und für eine Liquiditätsentzug gesorgt. Aber auch das war relativ schnell behoben.
Dass die Märkte etwas nicht angemessen einpreisen, habe ich in meiner, mehr als ein Vierteljahrhundert andauernden Karriere schon sehr oft gehört. Von Ausnahmen abgesehen, lagen in den meisten Fällen diejenigen daneben, die sich gegen die Märkte gestellt haben.
Freundlicher Gruß
Raimund Brichta
👍
Wie erwartet eine hervorragende und objektive Antwort von Dir, Raimund.
Emotional und irrational „argumentiert“ mEn der Ex-Bundesbanker
„Ein Disaster droht wenn der sprunghafte US Präsident plötzlich…“
Der Ex-Bundesbanker glaubt tatsächlich, dass die Entscheidung von einem Mann abhängt, anstatt die Machtmechanismen und Geostrategien zu berücksichtigen.
Zunächst einmal greift nicht der US-Präsident an, sondern die USA gemeinsam mit Israel. Dahinter stecken jeweils Berater, Lobbyisten, Militärs etc.
Nüchtern betrachtet sind die militärischen Auseinandersetzungen mit dem Iran nicht erst seit ein paar Tagen im Gange, sondern sie folgen einer klaren außenpolitischen, strategischen Linie sämtlicher US-Präsidenten seit Bush („7 countries in 5 years“).
Chronologisch:
Zunächst musste die Hisbollah ausgeschaltet werden (Pager Angriff), dann die Hamas, und zuletzt Syrien – um einen Viel-Fronten Krieg zu vermeiden (Überlastung der Raketenabwehr Israels).
Syrien ging 2011 los (mittels islamistischer Söldner) unter dem Friedensnobelpreisträger Obama (verkauft als Arabischer Frühling).
Assad wurde gestürzt Ende 2024 unter Präsident Biden – kurz vor Trump’s Amtseinführung (bewusstes Timing mEn).
Obama: good cop
Trump: bad cop
So spielt jeder seine Rollen im geopolitischen Schachspiel mitsamt seiner Täuschungsmanöver.
mein favorisiertes Szenario für den S&P 500:
Am morgigen Montag wird die 200 Tage Linie erreicht und im Tagesverlauf unterschritten. Dann ist die Zeit reif für den Turnaround Tuesday. Stay Tuned!
„Am morgigen Montag wird…“
Kühl isses am heutigen Sonntag.
https://www.goldseiten.de/artikel/692851–Interrupt-setzt-sich-fort.html
Hhm. wie geht’s in der Straße von Hormus weiter? Iran lässt wohl chinesische u. indische Schiffe durch…andere nicht. Chamenei soll sich in Moskau zur Behandlung befinden. Sieht so aus als wenn zwei Züge aufeinander zurasen. Mal sehn wie sich die Charts entwickeln. Halte erstmal die Füße still….
Zum Commerzbank-Gebot von UniCredit habe ich gerade diesen lustigen Kommentar gelesen:
„Es ist eine Schweinerei, dass Herr Orcel im aktuellen Umfeld ein Übernahmeangebot ankündigt, in dem die Unsicherheit wegen des Irankriegs und steigender Energiepreise ohnehin hoch ist“, sagt Betriebsratschef Sascha Uebe.
Ist das, was Herr Uebe eine Schweinerei nennt, nicht eher das Ergebnis wohlüberlegter, absolut vernünftiger kaufmännischer Kalkulation? Denn wegen des Irankriegs und steigender Energiepreise war der Coba-Kurs von 36 auf unter 30 € gefallen. Wenn nicht jetzt ein Gebot, wann dann?
Auch ein Betriebsrat muss seine Sprüchlein aufsagen um seine Rolle zu spielen.
Da fällt mir Shakespeare ein:
„Die ganze Welt ist Bühne Und alle Fraun und Männer bloße Spieler. Sie treten auf und geben wieder ab, Sein Leben lang spielt einer manche Rollen.“
Unterhaltsam sind auch die Politikersprüchlein zu den aktuellen Benzinpreisen… Wobei hohe Spritpreise doch gewünscht sind und dem Klimaschutz helfen.
Anders formuliert: Volksverblödung der Lemminge (von denen es jedoch im hiesigen Blog keine gibt).
„Auch ein Betriebsrat muss seine Sprüchlein aufsagen um seine Rolle zu spielen.“
Genau das ist hier offensichtlich der Fall.
Zitat „ … 2 Kriege (Ukraine und Nahost) haben wir in diesem Ausmass bislang nicht erlebt …“
„… Ein Disaster droht wenn der sprunghafte US Präsident plötzlich den Rückzug der US Forces befehlen würde. 100.000 Libanesen sind auf der Flucht! (CNN,France 24 etc), Franlkreich hat neben seinem Flugzeugträger 8 Kriegsschiffe im östl. Mittelmeer (CNEWS – ein interessanter franz– TV Sender) …“
Der Bundesbanker hat m. E. wenig Börsenerfahrung wenn er so was von sich gibt. Politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine. Nur Börsenanfänger reagieren so hektisch auf Tagesnachrichten. Und historisch gesehen haben „die Börsen“ schon ganz andere Kriege erlebt, als die beiden Spezialoperationen 😊
Entpuppt die sich abzeichnende Kreditblase als nachhaltig, dann sollte Raimund eine Sondersendung machen. Am besten mit dem Herrn Bundesbanker.
Hallo Raimund,
wie schätzt Du unter den gegebenen Umständen die Trefferquote des Raketensignal-Indikators ein?
Am Anfang des Iran-Krieges dachte ich an eine politische Börse. Mittlerweile, einige Eskalationsstufen weiter, bin ich mir nicht mehr so sicher. Wenn weiter große Energieanlagen auf Jahre zerstört werden, betrifft das dann langsam nicht mehr einzelne Länder sondern m.E. die Weltwirtschaft und damit die weltweiten Börsen. Unter Umständen sind die EM besonders betroffen, denen ja eine für dieses Jahr ein großes Potential zugetraut wurde.
Bisher war die Trefferquote bei 100 %. Und auch im Sechs-Monatsvergleich hat es schon mal geklappt. Deshalb bin ich eigentlich immer noch zuversichtlich, dass es auch im zwölf Monatsvergleich klappen wird. Aber schauen wir mal, es ist auf jeden Fall eine interessante Situation – mit der Frage: setzt sich der Indikator sogar gegen einen Krieg durch? Mögliches Szenario jetzt: ein Ausverkauf, der in der kommenden Woche in einer Wende mündet. In dieser Woche hat es damit ja nicht geklappt. Es gab diesen Ausverkauf noch nicht.
Die Diskussion ging gestern und heute weiter …
Der Ex-Bundesbanker:
https://www.cnn.com/2026/03/20/investing/us-stocks-iran
Are you still unconcerned.?
Gruesse
Brichta:
Yes, ich hoffe sogar auf den bereinigenden Washout an den US-Börsen. Der hat mir bis jetzt noch gefehlt. Stay tuned!
Der Ex-Bundesbanker:
I fully agree.Die Bewertungen von nicht wenigen US stocks sind beyond belief.
Frühlingsgrüsse
Brichta:
Ich schließe allerdings nicht aus, dass dieser Washout früher enden wird, als Sie es erwarten. Im Trend werden die Bewertungen im Zuge des laufenden Crack-up-Booms weiter zunehmen.
Soeben hat Donald Trump übrigens wieder mal verhindert, dass es zu einem martbereinigenden Abverkauf kommt. Genau so etwas war im übrigen zu erwarten. Für die Märkte wäre es allerdings besser gewesen, er hätte damit bis heute Abend gewartet, so dass auch noch mal die US Börsen richtig abverkauft hätten werden können. Aber diese Geduld hatte er offenbar nicht.
Ex-Bundesbanker:
Iran claims to have attacked US aircraft carrier, fires missiles at bases across Gulf and tells America it is ’negotiating with yourselves‘ – live updates | Daily Mail Online
https://www.dailymail.co.uk/news/article-15677073/Iran-fires-missiles-American-military-bases-Gulf-says-US-negotiating-live-updates.html
Brichta:
komisch, dass dann der Ölpreis um 5 % fällt heute 🤔
Ex-Bundesbanker:
Vielleicht weil die 82. Elite Airborne Division in Marsch gesetzt wird und die Seestrasse von .H. freikämpfen soll ..?
Brichta:
😂
„Brichta:
😂“
Raimund, warum lachst Du über die Frage des Ex-Bundesbankers?
Rechnest Du mit einer Eskalation?
Oder mit einem Agreement zwischen Israel/USA und dem Iran?
Welche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und Börsen hat es Deiner Einschätzung nach, wenn die Straße von Hormus für weitere drei Wochen geschlossen bleiben sollte?
Du scheinst die Ironie im Kommentar des Bundesbankers nicht verstanden zu haben. Es war auch keine Frage von ihm, sondern eher eine Antwort auf meinen Kommentar:
„ komisch, dass dann der Ölpreis um 5 % fällt heute 🤔“
Darauf antwortet er (ironisch:
„Vielleicht weil die 82. Elite Airborne Division in Marsch gesetzt wird und die Seestrasse von .H. freikämpfen soll ..?“
Warum sollte ausgerechnet eine sich – vermeintlich – abzeichnende Verschärfung des Krieges durch Entsendung von weiteren US-Soldaten zu einem fallenden Ölpreis beitragen?
Ich habe seine diesbezügliche Bemerkung also als Ironie aufgefasst und deshalb mit dem Lachsmiley geantwortet. Manchmal ist es anders, als es auf den ersten flüchtigen Blick erscheint 🙂
Schön wenn ihr Spaß habt 😉 – sein initales Schreiben liest sich jedoch sehr besorgt.
Insofern bin sicherlich nicht nur ich auf Deine Einschätzung gespannt:
1) Rechnest Du mit einer Eskalation?
Oder mit einem Agreement zwischen Israel/USA und dem Iran?
2) Welche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und Börsen hat es Deiner Einschätzung nach, wenn die Straße von Hormus für weitere drei Wochen geschlossen bleiben sollte?
Klar ist er besorgt. Er schickt mir auch weiterhin Links zu Artikeln, die seine Besorgnis untermauern. Gerade erst musste zum Beispiel ein Artikel über das Eingreifen der guten alten Huthis dafür herhalten, um das „Eskalationspotenzial für eine globale Krise“ zu begründen. Bescheiden gesagt: Die Huthis sind unbestritten eine garstige regionale Truppe, ihnen aber das „Eskalationspotenzial für eine globale Krise“ zuzuschreiben, ist zu viel der Ehre.
Zu deinen beiden Fragen: Ich möchte mich keinesfalls um eine Antwort drücken, fordere dich aber zu einem ersten Aufschlag auf. Wie beantwortest du die beiden von dir gestellten Fragen?
Es wäre doch schön, wenn dieser „Bundesbanker“ hier mitdiskutieren würde. Ansonsten finde ich nicht gut, ihn hier zu zitieren, ohne dass er es selber initiiert hat.
Genau deshalb habe ich die Fortsetzung eingestellt. Ich bin jetzt nur darauf gestoßen, weil Michael es angesprochen hatte. Von mir aus ist dieser Thread damit beendet.
„Ansonsten finde ich nicht gut, ihn hier zu zitieren, ohne dass er es selber initiiert hat.“
Vielleicht fällt dein Urteil anders aus, wenn du die dahinter stehende Motivation erfährst. Wenn jemand meine knappe Zeit in Anspruch nimmt, indem er mich in einen E-Mail-Austausch hineinzieht, muss ich stets Aufwand und Nutzen im Blick haben. Bei dieser Aufwand-Nutzen-Analyse kam ich in diesem Falle nur dadurch zu einem positiven Ergebnis, dass ich euch hier daran teilhaben lasse – und zwar anonymisiert, so dass niemand bloßgestellt wird.
Meine Zeit ist schließlich begrenzt, weshalb ich nicht bereit bin, solche Diskussionen nur unter vier Augen zu führen. Das wäre für mich verlorene Zeit. Mit der Anonymisierung halte ich alle Persönlichkeitsrechte für gewahrt.
Als Publizist hätte ich mir einen solchen Dialog letztlich sogar ausdenken können. Hab ich aber nicht. Der Dialog war real.
Trotzdem habe ich erkannt, dass wir an einem Punkt angelangt waren, an dem er keine neuen Aspekte mehr bietet. Deshalb hatte ich das Tracking eigentlich beendet. So soll es jetzt auch bleiben.
Gerne Raimund.
Ausgangspunkt meiner Einschätzungen sind stets die Interessen und Strategien der mächtigen Akteure. Die tagesaktuellen (gefilterten) „Nachrichten“ blende ich bewusst aus
Zu 1)
„7 countries in 5 years“ aus dem Jahre 2001 (Wesley Clark) sollte jedem bekannt sein.
Ebenfalls die Strategien rund um die „strategische Ellipse“ (u.a. Kontext Thomas Barnett).
„Finishing off in Iran“ wird mEn von den Akteuren bzw Schauspielern, u.a. Bush, Obama, Clinton, Biden und Trump professionell umgesetzt – jeder spielt seine Rolle.
Das Militär und die Geheimdienste der USA und Israel sind top-notch. Sie werden demzufolge ein aus ihrer Sicht erfolgreiches Ergebnis liefern. Die Vorbereitungen liefen jedenfalls äußerst erfolgreich, Irans Verbündete sind allesamt ausgeschaltet.
Deshalb werden sie dies mEn auch konsequent zu Ende bringen. Warum sollten sie jetzt, bei Erreichen von km 39 (vgl Maratholauf), aufhören?
Danach kontrollieren sie die komplette Region, mit all seinen Vorteilen für die mächtigen Akteure.
Zu 2): nur Bauchgefühl: vom Setup her ähnlich wie die Coronapanik.
Lesenswert, kurz und bündig:
https://www.goldseiten.de/artikel/694508–Defla-XXL-Deflation-und-Gold-als-Zahlungsmittel.html
Wie ist Deine Einschätzung?
„Wie ist Deine Einschätzung?“
1) Rechnest Du mit einer Eskalation?
Oder mit einem Agreement zwischen Israel/USA und dem Iran?
Einen solchen Deal wird es mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit geben. Die Frage ist nur: wann? Da der von dir verehrte Donald Trump sowohl an den Finanzmärkten hängt, als auch die Chancen der Republikaner bei den kommenden Wahlen Im Blick hat, rechne ich damit eher früher als später.
2) Welche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und Börsen hat es Deiner Einschätzung nach, wenn die Straße von Hormus für weitere drei Wochen geschlossen bleiben sollte?
Wie kommst auf ausgerechnet drei Wochen? Warum nicht zwei oder vier? Die Straße ist allenfalls teil-geschlossen, weil nach allem, was man hört, iranische, chinesische und indische Schiffe durchfahren. Das ist durchaus wichtig zu erwähnen, denn damit werden diese asiatischen Länder weiterhin mit iranischem Öl versorgt. Die vermeintliche Knappheit am Weltmarkt ist also geringer, als manche annehmen. Dass der Ölfinanzmarkt ohnehin nicht die reale Knappheit einpreist, sondern eher eine psychologische, dürfte ebenfalls klar sein.
Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft interessieren mich weniger. Mich interessieren die Konsequenzen für die Finanzmärkte. Und auch hier gilt, dass lediglich psychologische Auswirkungen eingepreist werden und keine realen. Letztere sind nämlich noch nicht absehbar.
Und wenn es um die Psychologie geht, sind wir ganz schnell bei der technischen Verfassung der Märkte, die für mich die einzig ausschlaggebende ist:
Stimmungsindikatoren sind noch nicht auf absolutem Tief, nähern sich diesem aber an. Damit rückt die Bodenbildungs-Phase näher.
Von US-Vermögensverwaltern höre ich, dass dort bereits wieder auf die günstige Bewertung vieler Aktien geschielt wird. Die Gewinn-Schätzungen für den S&P 500 sind seit Jahresanfang nämlich gestiegen, während die Kurse gefallen sind – Kurse runter, Gewinne hoch = KGV runter.
Solange der S&P 500 bis zu vier Wochen lang unter seiner 200-Tage-Linie notiert, entspricht das einer vorübergehenden, letztlich gesunden Markt-Korrektur. Eine Woche ist nun rum, bleiben also noch drei Wochen Zeit für Trump. Möglicherweise wird er gar nicht die Geduld haben, so lange zu warten 😉
„Einen solchen Deal wird es mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit geben. Die Frage ist nur: wann?“
Du rechnest also mit einem Deal zwischen Israel/USA und den iranischen Mullahs? Also: kein sog. Regimechange.
Da haben wir eine vollständig abweichende Einschätzung.
Schaun mer mal…
Ich bin da viel lockerer: natürlich kann es auch ein Regime-Change geben. Aber wenn der nicht erreicht wird, dann wird eben gedealt – so funktioniert Trump. Eigentlich ganz simpel.
Und ob ein Regime Change auch wirklich ein solcher ist, kann man sich ganz gut im Nachbarland Irak anschauen. Ja, Saddam wurde weggebombt. Dafür kam danach der IS, und nach dem IS ging es auch nicht sonderlich stabil weiter.
„Regime Change“ die Diskussion verstehe ich nicht. Der „Regime Change“ ist doch lt. Trump bereits erreicht (Zeit)
da dieser Kommentar vermutlich ironisch gemeint war, kriegst du dafür ein 😂
„ironisch“ das würde ich mich niiiie getrauen…eine Aussage v. POTUS in Zweifel zu ziehen
Ich hätte auch gerne ein 😂. Du kannst gar nicht falsch liegen.
„Der Iran-Krieg hat nach der Auffassung von US-Präsident Donald Trump einen „Regimewechsel“ in Teheran erreicht. „Wir haben einen Regimewechsel gehabt“, sagte Trump am Sonntag vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Seine Regierung habe es bei Gesprächen mit der iranischen Führung „mit anderen Leuten zu tun als mit denen, mit denen jemals zuvor jemand zu tun hatte“, sagte Trump.“ (Quelle: https://www.n-tv.de/politik/Trump-Haben-Regimewechsel-in-Teheran-herbeigefuehrt-id30526081.html ).
Ich wette übrigens, dass sich die Erde weiter dreht. Und vielleicht wird es der größte Dreh aller Zeiten. Jedenfalls wird er absolut großartig!
😂
Ich halte sogar eine Kombination aus beidem für möglich: vielleicht ist der Regime Change sogar Bestandteil eines Deals 😉
Eines ist aber jetzt schon sicher: es wird wieder der größte Erfolg aller Zeiten für Trump werden 😉
Ich bin total gespannt, ob ein 100 % Signal auch bestehen bleibt… 😉 Darauf blicke ich jetzt im April. 100 % sind 100 % da gibt es keine Diskussion.
Der Fear and Greed spricht wirklich für eine Bodennähe der Märkte, zumindest kurzfristig.
Ah hallo Andreas, die Zustimmung zu Trump ist erhebl. gesunken. Glaube er wird den Irak-Krieg bald f. beendet erklären… anschl. natürlich als großen Sieg feiern… vielleicht erreicht er ja eine verbesserte Situation f. d. Str. v. Hormus. Das könnte die Märkte beflügeln.
Peter, ich denke Trump sollte den Irak-Krieg erstmal ausrufen bevor er ihn für beendet erklärt. Oder hatte Bush was offen gelassen 😉
Die Börsen ziehen heute zumindest klar an, ich bin im Prinzip All In aktuell und baue mein Depot in Teilen Richtung Dividendenstabilität, d.h. kontinuierlicher Cashflow um. Es gibt zahlreiche Werte zwischen 4 und 7 Rendite in der Spitze sogar bis 15 %. Zudem sind viele deutsche/europäische Werte in den letzten Jahren zurückgeblieben, gegenüber US-Werten.
Ich komme nicht mehr mit. Jetzt ist Trump die Straße von Hormus egal. Hmm, aber in diesem Fall dürften die Ölpreise hoch bleiben. Auch wenn die Amis genug Öl zur Eigenversorgung zur Verfügung haben, der Preis an der Zapfsäule wird auch dort durch den Weltmarktpreis bestimmt. Das kann wiederum Trump eigentlich nicht wollen, um Wähler nicht zu verprellen. (vorausgesetzt, es wird gewählt).
Verstehe ich was falsch? Alles scheint möglich, auch das Gegenteil.
Hör dir mal unseren neuen Podcast dazu an. Ich verlinke ihn gleich.
Trumps Götterdämmerung hat begonnen…..
Apropos „Disaster“ [!]:
Habe gerade folgendes auf n-tv gelesen: „Die US-Notenbank Fed könnte ihre billionenschwere Bilanz nach Einschätzung von Fed-Gouverneur Stephen Miran in den kommenden Jahren deutlich zusammenstreichen. Ein Abbau um eine bis zwei Billionen Dollar sei möglich, sagte Miran. … Um die Nachfrage des Finanzsystems nach Liquidität zu verringern, schlug Miran unter anderem vor, Liquiditätsvorschriften zu lockern und der Nutzung von Fed-Kreditfazilitäten den Makel einer Notmaßnahme zu nehmen. Der Abbau der aktuell 6,7 Billionen Dollar schweren Bilanz solle über mehrere Jahre passiv durch auslaufende Wertpapiere und nicht durch aktive Verkäufe erfolgen. „Ich würde ein langsames Tempo beim Abbau anraten, um sicherzustellen, dass der Privatsektor alle von unserer Bilanz abgestoßenen Papiere aufnehmen kann“, erklärte der Notenbanker.“
Aus den letzten Sätzen könnte man herauslesen, dass Miran wohl selbst nicht wirklich an das zuvor Gesagte glaubt. Und waren wir nicht erst gerade durch mit der ach so großen Bilanzsummenreduktion?
Sehr interessant! Das erinnert mich an den damaligen Landeszentralbank-Chef James Bullard, der zum Jahreswechsel 2021/2022 gesagt hatte, die Notenbank könne zu ihrer Bilanzgröße vor der Pandemie zurückkehren oder dieses Volumen sogar unterbieten.
Interessantes Experiment. Gutes Gelingen. Die Zahnpastatube lässt grüßen.
Oder das Trocknen der Farbe bei Frau Yellen…
Yes
Ich habe gestern etwas Gold nachgekauft. Ich glaube, eben noch rechtzeitig.