von Volker Schilling
Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?
- Peak
- Crashout
- Gute Käse
Peak
Digga, was war das bitte für eine Peak-Woche? DAX auf Allzeithoch. Dow auf Allzeithoch. S&P 500 auf Allzeithoch. Die Techs plötzlich wieder komplett on fire und jeder, der letzte Woche noch den Weltuntergang ausgerufen hat, hat diese Woche wieder maximal Aura. Ist schon faszinierend, wie schnell manche Börsen-Macker ihre Meinung wechseln. Montag noch „viel zu teuer“, Freitag dann „das war doch glasklar“. Klar Digga. Hinterher ist jeder Warren Buffett. Peak hatten diese Woche aber nicht nur die Indizes. Auch Big Oil hat mal wieder gezeigt, warum Geld bekanntlich nicht stinkt. Während die halbe Welt über Rezession, Zölle und Geopolitik diskutiert, drucken Exxon, Chevron und Co. weiter Cash, als würden die Dollars direkt aus dem Bohrloch sprudeln. Fast schon goofy, wie entspannt die Ölmilliarden wieder fließen. Und kaum springt die Tech-Rally wieder an, sind plötzlich alle wieder YOLO unterwegs. Eben noch Defensive, jetzt wieder KI bis zum Anschlag. Die Börse hat manchmal ungefähr die Aufmerksamkeitsspanne eines TikTok-Feeds. Peak eben.
Crashout
Aber Digga, wo Peak ist, wartet der Crashout meistens schon hinter der nächsten Ecke. SpaceX liefert Zahlen, wächst brutal, investiert brutal und die Börse so: „Du bist nicht gut genug.“ Zack, zweistellig runter. AMD kennt das Spiel inzwischen ebenfalls. Starke Zahlen? Check. Gute Perspektiven? Check. Aktie fällt trotzdem. Schon ein bisschen cringe. Willkommen in einer Welt, in der Erwartungen schneller steigen als Umsätze. Wer teuer bewertet ist, muss eben jedes Quartal das Universum neu erfinden. Den kompletten Crashout der Woche lieferte allerdings Leopold Aschenbrenner, der jugendliche Überflieger der Wall Street. Dessen Hedgefonds spektakulär abgewickelt werden musste. Minus 67 Prozent im Juli. Six Seven. Das muss man auch erstmal schaffen. Sein hoch gehebelter Fonds sorgte wohl für die Ausverkaufsstimmung letzte Woche. Erst also das Leopold Low, dann das Hynix High. Die KI-Welt schreibt ihre Börsengeschichten inzwischen schneller um als ChatGPT einen Prompt. Und dann noch Verius Capital, ein Immobilienfinanzierer, dem unzählige deutsche Krankenkassen ihr Geld anvertraut haben. 28 Krankenkassen und hunderte Millionen Euro auf dem Spiel. Schere. Im Prospekt standen gefühlt mehr Warnhinweise als auf einer Zigarettenschachtel und trotzdem haben sich wohl die Verantwortlichen gedacht: Wird schon gut gehen. Das war vielleicht ein bisschen delulu. Der Kapitalmarkt ist da gnadenlos, das Geld ist lost.
Gute Käse
Zum Glück war diese Woche nicht alles Crashout. Die Zahlen von Palantir: Einfach Gute Käse. Eigentlich sogar Süper. Wieder starke Zahlen, wieder höhere Prognosen und wieder die Erkenntnis, dass Erfolg manchmal eben doch seinen Börsenpreis hat. Die Tech-Rally bekam dadurch diese Woche noch einmal richtig Rückenwind und plötzlich wollten wieder alle dabei sein. FOMO ist übrigens erstaunlich zeitlos, auch wenn es nie Jugendwort des Jahres geworden ist. Gute Käse auch bei den neuen Euro-Scheinen. Die Europäische Zentralbank hat ihre Designvorschläge vorgestellt und ausnahmsweise dürfen wir mal unsere Meinung dazu abgeben, wie unser Geld künftig aussehen soll. Vielleicht wäre eine Rückseite mit einem Bullenmarkt ganz nett. Oder einem Sparschwein mit Aura. Hier geht’s zur: Umfrage. Ein kleines bisschen Ragebait muss zum Schluss trotzdem erlaubt sein. Gemeinsam mit Capital haben wir auch in diesem Jahr wieder rund 10.000 Investmentfonds untersucht. Das Ergebnis durfte ich diese Woche bei n-tv vorstellen. Wer also glaubt, aktives Fondsmanagement sei komplett lost, darf gerne einmal reinschauen. Den Link finden Sie hier: Welche Fonds schlagen ihre Benchmark. Und falls Sie sich jetzt fragen, ob diese Kolumne wirklich von mir stammt oder ob mein Sohn heimlich die Tastatur übernommen hat: Schere. War ich schon. Oder, um es mit der Jugend zu sagen: Digga, war doch Gute Käse.
Ihr Volker Schilling
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Super, Volker! Die Börse will sich einfach nicht abkühlen. Es bleibt wohl ein heißer Sommer.
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Übrigens: Die Goldminen, die ich vorgestern gekauft habe, sind kräftig mit gestiegen. Danke für den Hinweis.
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Das Einzige, was außerdem wirklich billig ist, ist Bitcoin.
Dafür müsste ich einen anderen Grundsatz durchbrechen und meine persönliche Höchstgrenze übersteigen. Mal sehen, ob er noch etwas weiter fällt. Dann ist wieder Luft bis zur Höchstgrenze.
Ich positioniere mich auch mit kleinen Nachkäufen im Kryptomarkt. Bitcoin relativ stabil… ob es der Boden schon war oder etwas Finales noch fehlt, abwarten…
Zumindest ist meine Strategie und Annahme, dass die Kryptos im Herbst oder spätestens Anfang 2027 drehen sollten…
Gold- und Silberminen hatte ich auch gekauft und heute nochmal nachgelegt.
Ob es ein heißer Sommer… eine Korrektur ist spezifisch an den Märkten überfällig… vielleicht wird der August noch gut, aber September/Oktober sollte dann mal was nach Süden beginnen.
Hier und da nehme ich also auch Gewinne mit, was gelaufen war und schichte um in Nachzügler, wie z.B. Edelmetallbereich.
Öl fließt und fließt und fließt auf der ganzen Welt.
Windräder haben in den USA ausgedient, der gesunde Menschenverstand hat dort gesiegt:
https://www.n-tv.de/wirtschaft/RWE-erzielt-Deal-mit-Trump-und-stoppt-Offshore-Plaene-id31168114.html
Die Küsten von New York, Kalifornien und Louisiana bieten nun wieder freie Sicht auf den schönen Atlantik bzw Pazifik. All die störenden, UNNATÜRLICHEN Geräusche der Windkraftanlagen gehören zumindest dort der Vergangenheit an.
RWE macht in den USA offenbar fleißig auf Flüssiggas, hierzulande mW einen auf „grüne Energie“.
Entweder man ist davon überzeugt dass fossile Energieträger zur „Klimakatastrophe“ und all den „unwiderruflichen Kippunkten“ führt, oder man ist es nicht?
Eine treffende Zusammenfassung des US-Innenministers:
„Die Amerikaner verdienen ein Energiesystem, das auf gesundem Menschenverstand beruht – und nicht eines, das von kostspieligen Subventionen oder Technologien abhängt, die den gegenwärtigen Energiebedarf unseres Landes nicht decken können.“
Ergänzung: der Energiebedarf weltweit ist STARK STEIGEND… Automatisierung, KI, Wachstum der Weltwirtschaft (ex Deutschland).
Alles eine Frage der Interpretation. Bei RWE lacht man sich vielleicht darüber kaputt, dass sie nun sogar Geld dafür bekommen, die geplanten Windräder nicht zu bauen und dafür zusätzlich Geld mit Gas zu verdienen können … in den USA hat man’s ja… Und eines Tages wird man sich vielleicht dann auch wieder darüber freuen, dort dann doch wieder Geld mit Windrädern zu verdienen… Natürlich nicht in absehbarer Zeit…
p.s. Vergleiche die USA doch nicht nur mit „hierzulande“, sondern mit dem Rest der Welt…