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Greiffbar – Funkenflug

27. März 2026
Volker Schilling
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von Volker Schilling

Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?

 

Funke

Manchmal reicht ein Funke und alles entzündet sich. Öl weiter deutlich über 104 Dollar, zwischenzeitlich sogar weit darüber hinaus, weil die Märkte jede neue Schlagzeile aus Iran, Hormus und Washington nicht mehr politisch, sondern logistisch lesen. Was bedeutet das für Tanker, für Versorgung, für Energie, für Lebensmittelpreise, für Inflation. Öl ist eben kein Rohstoff, Öl ist aktuell ein Brandbeschleuniger mit Ticker-Symbol. Die Reaktion war lehrbuchhaft. Risk off. Dollar rauf. Nervosität rein. Und wie immer trennt der Markt in solchen Lagen nicht nach Sympathie, sondern nach Kerosinverbrauch. Airlines bekommen sofort Hitzepickel, United kappte bereits weitere Flüge und bereitet sich offen auf ein Ölpreisumfeld über 100 Dollar bis 2027 vor. Auf der anderen Seite wittern Energiewerte, Ausrüster und alles, was mit Barrel und Bohrloch zu tun hat, Morgenluft. Der Funke springt also nicht wahllos. Er sucht sich sein Material. Und während sich die politischen Kommentatoren noch darüber streiten, ob das nur ein Strohfeuer sei, verhält sich der Markt wie immer pragmatischer. Er fragt nicht, wer schuld ist. Er fragt, wer verdient und wer verliert. Genau deshalb ist so ein Funke gefährlich. Nicht weil er sofort alles zerstört. Sondern weil er so schnell so viele Preise neu sortiert. Wer das für übertrieben hält, sollte genauer hinhören. Die Sorglosigkeit der letzten Monate war vielleicht etwas zu gut geölt, wie ich im aktuellen Interview fürs Börsenradio einordne: Vorsicht beim rasiert werden.

Flamme

Aus dem Funken wurde in dieser Woche eine Flamme, und die erhitzte zuerst in die Köpfe der Notenbanker. Höhere Energiepreise bedeuten steigende Inflationserwartungen. Die Fed signalisiert daher weiter „higher for longer“, weil der Energieschub die Inflationsflamme wieder anfacht. Die EZB zeigt sich ebenfalls vorsichtig und denkt trotz schwacher Konjunktur nicht an einen leichten Durchmarsch Richtung Lockerung. Wenn es an der Preisfront wieder lodert, werden Zentralbanken plötzlich zu Feuerwehrleuten mit sehr begrenztem Wasservorrat. Das sieht man an den Renditen. Die zehnjährigen US-Treasuries lagen wieder über 4,3 Prozent. Der Dollar zog auf Mehrmonatshoch an. Beides zusammen ist der klassische Beweis dafür, dass der Markt das Feuer nicht als Lagerfeuer, sondern als Risikoherd liest. Und trotzdem ist die Lage paradox. Die US-Wirtschaft wirkt robust, der Arbeitsmarkt bleibt stabil, also kein Rezessionssignal, eher das Gegenteil. Die Flamme frisst sich also nicht in eine schwache Konjunktur hinein, sondern in eine erstaunlich widerstandsfähige. Und genau in dieser Gemengelage versucht die Börse tapfer, Haltung zu bewahren. Der S&P 500 und die Nasdaq zeigten nach dem Selloff am Montag wieder moderate Gewinne, europäische Märkte schwankten, und der DAX spielte seine Lieblingsrolle als Zuschauer mit schwankender Sitzhaltung. Mal ein Schritt nach vorn, dann wieder zwei zurück. Die Flamme ist eben noch kein Inferno. Aber sie ist heiß genug, dass niemand mehr so tut, als ginge das alles spurlos vorbei.

Flächenbrand

Ein Flächenbrand sieht nie überall gleich aus. Genau das macht ihn tückisch. Diese Woche brannten manche Marktsegmente lichterloh, andere standen nur im undurchsichtigen Rauch. Das ist noch kein Crash, aber dennoch bereitet es Unbehagen. Doch wenn im Iran weitere Eskalierung droht, dann bleibt Öl der Seismograf für alles, was geopolitisch noch kommen kann. Über 100 Dollar ist eben eine ganz andere Geschichte. Und gerade deshalb passt der positive Lichtblick der Woche. Denn nach all dem Krisenlärm kommt plötzlich eine Nachricht, die leiser ist als alles andere. Die Bundesregierung wird ab 2027 ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot ermöglichen. Regelmäßiges, langfristiges Sparen in Fonds und ETFs, um im Alter vom Produktivkapital zu profitieren. Wenigstens ein Brandherd, der angegangen wird. So endet die Woche zwar nicht mit einem Feuerlöscher im Nahen Osten, aber wenigstens einer neuen Brandmauer gegen Altersarmut.  

Ihr Volker Schilling

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Kommentare

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  • Peter Czeck sagt:

    „drill Baby drill“ Angebot u. Nachfrage nach Öl/Gas werden über kurz oder etwas später wieder in ein erträgliches Gleichgewicht gelangen. Überlege, ob ich Total u. Equinoraktien erstmal wieder verkaufe.

  • Aries Eeberg sagt:

    Die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung zur Benzinpreis-Entlastung sind für mich vollkommen unverständlich.
    .
    Die jetzigen Abgaben haben doch eine Steuerungswirkung, die jetzt um so wichtiger wird. Diese Krise liefert eine Steilvorlage für Elektromobilität und Wärmepumpen. Jetzt rechnet sich beides noch mehr
    .
    Ich habe gelesen, dass gebrauchte Elektroautos plötzlich sehr gefragt sind. … Der Markt funktioniert und man sollte ihn machen lassen.
    .
    Unsere Regierung könnte doch in Richtung nachhaltige Energieerzeugung und Elektrifizierung weiter nachlegen. Dann ist die Straße von Hormuz auch unser Thema nicht mehr.
    .
    Ab Mai sind wir übrigens privat vollkommen unabhängig von Öl und Gas – den Börsengewinnen sei Dank.

    • Bernd S. sagt:

      „den Börsengewinnen sei Dank“

      Damit sagst Du selbst aus, wie es um das ganze Thema steht. Man muss sich ein Elektroauto und Umbau mit Wärmepumpe leisten können.
      Hinzu kommt, dass nach wie vor die Ladeinfrastruktur nicht so ist, wie sie für Autofahrer sein sollte, damit es eine breite gesellschaftliche Akzeptanz gibt.
      Es hat halt nicht jeder ein Haus, mit dem er dank Solar seinen Strom für das E-Auto selbst erzeugen kann.
      Ich finde das ein bisschen elitäres Denken, sorry to say

      • Aries Eeberg sagt:

        Bernd, das halte ich nicht für elitär. Ich habe ein Leben lang sparsam gelebt und seit 1993 in Aktien investiert. Andere, die mehr verdienten, haben mit ihrem Geld etwas anderes gemacht.
        .
        Ein Auto in der Familie reicht in der Regel und es sollte kein SUV sein!. Im Nahbereich kann man Fahrrad fahren. Wir sind immer viel gereist, aber mit Rucksack und „on a shoestring“. Die 10.000 Meilen in USA haben wir mit einem Kleinwagen und Zelt absolviert. In Indien und Ägypten sind wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln gereist.
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        Ein Mietshaus wird in der Regel erst von der Bank und dann von den Mietern finanziert. … Man muss sich nur bewegen, klug und fleißig sein, dann kommt der finanzielle Erfolg mit der Zeit

        • Bernd S. sagt:

          Das mag ja alles sein, lieber Aries. Leider hilft aber das „fleißig sein“ heute sehr oft nicht mehr, um trotz des Sparsamkeit das zu erreichen, was Du Dir geschaffen hast. Gerade hier im Osten arbeiten viele Menschen im Niedriglohnsektor. Da ist das einfach nicht drin, was Du hier beschreibst.
          Und selbst wenn jemand das Haus auf dem Land von seinen Eltern (auch meist zu DDR-Zeiten in kompletter Eigenleistung gebaut oder saniert mit vielen Tricks, um an die knappen Baumaterial zu kommen) geerbt hat, sind keine ausreichenden Mittel vorhanden, um auf alles umzustellen trotz Fördermittel. Kein Jammern, lediglich Zustandsbeschreibung. Bitte nicht falsch verstehen.

          • Aries Eeberg sagt:

            Bernd, ich verstehe deine Argumente und bitte um Entschuldigung. Wir konnten immerhin über 1,5 Akademikergehälter verfügen. Geerbt haben wir erst etwas, als wir schon genug hatten.
            .
            In unserer Gegend in Südwestfalen gibt es allerdings Techniker und FH-Ingenieure mit Fotovoltaik auf dem Dach und Elektroauto vor der Tür.
            .
            Leider ist die Technik noch nicht so billig und weit verbreitet, dass sie für Menschen ohne Eigenheim sinnvoll ist.
            .
            Aber auch hier kommt man mit Klugheit und Fleiß weiter. Unser Haus war echt preiswert und wir haben es mit viel Eigenleistung auf einen zeitgemäßen Stand gehoben.
            .
            Fleiß alleine genügt natürlich nicht. Wenn du für andere fleißig bist, haben vor allem die anderen etwas davon. Du musst ein Gespür für die günstige Gelegenheit haben und diese dann nutzen.
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            Aber die Menschen in diesem Forum können das. Sonst wären sie keine Börsianer.
            .
            Ansonsten: Elektroautos werden bald billiger sein als Verbrenner. Besonders gebraucht sind sie gerade echte Schnäppchen.

          • Michael sagt:

            „heute sehr oft nicht mehr“

            Bernd aus dem Osten spricht den aus meiner Sicht entscheidenden Punkt an, und ich möchte diesen aus STRATEGISCHER Sicht ergänzen.

            Westdeutschland durfte (und sollte!) nach dem zweiten Weltkrieg Wohlstand in der eigenen deutschen Bevölkerung schaffen – das war strategisch von den Westalliierten geplant und gewollt!

            Eine westdeutsche Durchschnittsfamilie konnte sich ein Eigenheim leisten, Autos kaufen und noch Dolce Vita in bella Italia machen.

            Der Wohlstandsaufbau gelang durch Fleiß, Bildung, Gewissenhaftigkeit, Disziplin – den klassischen urdeutschen Tugenden.

            Die Ostdeutschen haben genau die selben Eigenschaften, sie sind ja ebenfalls Deutsche.

            Allerdings hatte die DDR-Planwirtschaft den Ostdeutschen jegliche wirtschaftliche Möglichkeiten der Selbstentfaltung und des Wohlstandsaufbaus genommen.

            Die Strategie der Westalliierten ging auf: die Ostdeutschen sind auf die Straße gegangen, weil sie sich nicht dauerhaft verarschen lassen wollten und gesehen haben, dass Planwirtschaft Nonsens ist – schliesslich durfte Westdeutschland erfolgreich sein.

            Jetzt kommt der springende Punkt: WARUM wird in Deutschland seit ca 15 Jahren komplette Nonsens-Politik durchgeführt, welche rein gar nichts mit der erfolgreichen Politik Westdeutschlands zu tun hat?

            Der Ostblock ist schon längst kollabiert, es gibt also keinen Grund mehr, dass die breite deutsche Bevölkerungsschicht überdurchschnittlichen Wohlstand besitzt.

            Insofern ist es mEn gewünscht, durch die Deindustrialisierung Deutschlands den Wohlstand Schritt für Schritt zu schreddern.

            Die desolate „Energiepolitik“, Steuerpolitik (gegen Leistungsanreize) und Massen-Immigration aus „failed states“ mit niedrigem Bildungsniveau gehen Hand in Hand.

            Seid euch dessen bewusst, schützt euren inneren Kreis und feiert Ostern in der Familie!

        • Johanne sagt:

          Hallo Aries,
          hattest Du nicht mal erwähnt, dass Ihr als Ehepaar mehrere Autos habt ? Wieso glaubst Du, ein Auto pro Familie reicht in der Regel ? Fahrradwege gibt es hier fast keine, bei den Schlaglöchern hätte ich Angst, dass das Fahrrad halb versinkt.
          Es gibt in Deutschland auch Leute, die wohnen auf dem Land. Ich bin erwachsen, Steuerzahlerin und muss nicht mehr erzogen werden . Ich schreibe das, weil ich Deine Beiträge, mit Verlaub, manchmal etwas anmaßend finde. Hast Du eigentlich bei Deinen Fern-Flugreisen schon mal an Deine CO2-Bilanz gedacht? 10.000 Meilen mit dem Auto ?
          Ich wünsche ein schönes Osterfest allerseits.

          • Aries Eeberg sagt:

            Hallo Johanne, du hast Recht, ich bin ein Moralapostel. Wie alle meiner Art verfüge ich auch über ein gerüttelt Maß Doppelmoral.
            .
            Die Fernreisen haben wir allerdings gemacht, als es das Wort CO2-Bilanz noch gar nicht gab. Seit Jahrzehnten fahren wir vor allem in die Niederlande – 400 km weit. Und dann haben wir mal die Heimatstadt meines Freundes besucht – in Nord-Indien. Da war die ganze Öko-Bilanz wieder im Eimer.
            .
            2 Autos hatten wir einige Jahre aus beruflichen Gründen. Jetzt, wo meine Frau auch in Rente ist, haben wir wieder nur eines. Leider habe ich unsere Zoe schon im Februar verkauft. Wenn ich sie heute – nach dem Angriff der USA auf den Iran – verkauft hätte, hätte ich mindestens 2.000,- € mehr dafür bekommen.
            .
            Und das ist der Punkt. In der gegenwärtigen Krise sehen immer mehr Menschen den Sinn der Energiewende ein. Es rechnet sich einfach auch, umzusteigen.
            .
            Mein Freund sagt mir übrigens auch, ich solle mein Leben nicht immer zum Maßstab für andere machen. … Für solche Kommentare braucht man Freunde!

            • Sandro sagt:

              Aries, man muss sich nicht für alles rechtfertigen. Man kann Auto fahren, reisen, Fleisch essen etc. und darf trotzdem für Klimaschutz eintreten. Ist nicht verboten. Was man davon tut oder nicht, ist ja schließlich auch eine sehr individuelle Entscheidung, die nicht jeder gleich trifft und auch nicht unbedingt immer gleich treffen kann. Jeder hat unterschiedliche Vorlieben und Notwendigkeiten, deren individuellen Stellenwert auch niemand genau wissen und beurteilen kann, der den Vorwurf der Doppelmoral erhebt. Besonders, wenn jemand Dich gar nicht so genau kennt. Der Vorwurf ist immer schnell erhoben und gehört bei manchen Leuten in Energie- und Klimadiskussionen auch zum festen Bestandteil der Rhetorik im Sinne eines sog. „false dilemma“ ( https://de.wikipedia.org/wiki/Falsches_Dilemma ).

              Zudem geht es ja mittlerweile längst auch um andere Dinge als nur um Klimaschutz, insb. Abhängigkeiten, kurzfristige Preisschocks und langfristige Entwicklungen.

            • Dietmar sagt:

              Die Energiewende rechnet sich nur, weil die Energiepreise künstlich verteuert werden. Benzin würde ohne Steuern und Abgaben rund einen Euro pro Liter kosten.

              • Sandro sagt:

                Ich hab mal nachgeschaut.

                Laut ADAC galt am 22.03.2026 Folgendes:

                Steuern und Abgaben für 1L Super E10 (beim Gesamtpreis von 2,09 €): Energiesteuer 65,4 Cent, CO2-Abgabe ca. 15,6 Cent, Mehrwertsteuer ca. 31,3 Cent.
                Der Preis ohne Steuern und Abgaben wäre gewesen: 94,2 Cent.

                Steuern und Abgaben für 1L Diesel (beim Gesamtpreis von 2,31 €): Energiesteuer 37,0 Cent, CO2-Abgabe ca. 17,3 Cent, Mehrwertsteuer ca. 36,8 Cent.
                Der Preis ohne Steuern und Abgaben wäre gewesen: 129,5 Cent.

                Allerdings muss man auch sagen: Komplett ohne Steuern wäre alles billiger.

              • Michael sagt:

                „Die Energiewende rechnet sich nur, weil die Energiepreise künstlich verteuert werden.

                Künstlich verteuerte Energiepreise führen zu Outsourcing – die Industrie wandert aus Deutschland unwiderruflich ab.

                UND GENAU DAS ist mEn das GEWÜNSCHTE ERGEBNIS der sog „Energiewende“ in Deutschland.

                Ganz nebenbei bemerkt hatte Deutschland mit Russland einem zuverlässigen Lieferanten von günstigem Gas und Öl. Aber mutmaßlich die „Freunde“ aus der aus der Ukraine haben die deutsche Energieversorgung gesprengt – und werden mit zig Milliarden Euro Steuergeldern belohnt.

                Dümmer geht’s nimmer – aber der deutsche Wähler will es so.

                Plant die EU eigentlich Sanktionen gegen USA/Israel?

    • Dietmar sagt:

      Das ist Planwirtschaft. Der Staat hat nicht die Aufgabe, die Bürger irgendwohin zu lenken. Der freie Bürger entscheidet selber, was er haben möchte. Das ist Marktwirtschaft. Planwirtschaft führt zur Verarmung vieler Menschen, Verlust von Freiheit und Wohlstand.

      • Aries Eeberg sagt:

        „Das ist Planwirtschaft.“ …
        .
        Alle großen technologischen Neuerungen sind durch staatliche Förderung und Lenkung entstanden. In der USA ist es die DARPA, die zum Beispiel das Internet mit entwickelt hat. In Japan gibt es das MITI als Architekt des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Nachkriegszeit. In China haben wir sogar echte Planwirtschaft mit einem gedämpften Kapitalismus. Ohne diese staatliche Lenkung hätte sich China in den letzten Jahrzehnten niemals so rasant entwickeln können. China hat sogar die Technologieführerschaft in vielen Bereichen erringen können.
        .
        So what? Wenn unser Staat die Energiewende und die Elektromobilität fördert, tut er nur, was andere Saaten auch tun. Leider ist unser Staat damit nicht entschieden genug vorgegangen. China hat uns in der Solartechnologie abgehängt. Batteriespeicher und seltene Erden haben die Chinesen entschlossen gefördert. Da schauen wir in Deutschland nur noch hinterher.

        • Sandro sagt:

          Zumal nicht nur Erneuerbare subventioniert werden, sondern auch Fossile und Atomkraft…

          Manche Dinge gehen gar nicht ohne staatliche Lenkung, denn Marktwirtschaft kann zwar vieles besser, aber eben nicht alles. Manches kann sie sogar gar nicht. Außerdem hat sie auch ihre Probleme, wie z. B. dass sie Monopole hervorbringt oder anderweitig auch Nachteile für die Allgemeinheit bringt oder dass sie zu Instabilitäten neigen kann.

          Für manche Dinge ist zum Anfang so viel Geld nötig, dass es die Wirtschaft bzw. einelne Unternehmen ohne den Staat gar nicht können. Das gilt insbesondere für kleine Länder ohne große Mega-Konzerne, die über viel Kapital verfügen, um etwas neues zu schaffen. Ein erfolgreiches europäisches Beispiel wäre wohl die Gründung von Airbus als Antwort auf Boeing, die damals ohne staatlichen „Dirigismus“ wohl nicht möglich gewesen wäre.

          • Peter Czeck sagt:

            Jo „Gründung v. Airbus“…Dank Franz Josef Strauß. Seinerzeit v. mir kritisch beurteilt. Er war ja auch f. d. Wiederbewaffnung mit Atombomben. Damals war ich entschieden dagegen….

            • Michael sagt:

              Im letzten Jahrhundert hatte öffentliche Forschung noch einen Stellenwert. Jetzt nicht mehr – die Budgets haben die Großkonzerne.

              Aufbau Airbus: Aufbau von hochbezahlten Industriearbeitsplätze in Deutschland und Frankreich. Export von Airbus-Flugzeuge in alle Welt.

              Aufbau Atomkraft: Unterstützung der Energieversorgung und Industrieexpansion Deutschlands und des damaligen Wohlstandsaufbaus. Führendes Branchen-Know-How. Bei Beibehaltung in Deutschland wäre die Atomkraft ein Exportschlager geworden.

              „Energiewende“ mit künstlich verteuerten Energiepreisen: Outsourcing deutscher Industriearbeitsplätze.

              Ganz nebenbei zielt Dietmars Kommentar auf etwas anderes ab – ich wiederhole:

              „Das ist Planwirtschaft. Der Staat hat nicht die Aufgabe, die Bürger irgendwohin zu lenken.
              Der freie Bürger entscheidet selber, was er haben möchte. Das ist Marktwirtschaft.“

              Bitte genauer lesen. Danke.

        • Dietmar sagt:

          Ist mir neu, dass zum Beispiel Computer oder Smartphones unter Mithilfe von staatlichen Subventionen entwickelt wurden.

          • Peter Czeck sagt:

            Silikon Valley wurde jedenfalls entscheidend durch staatliche Forschungsmittel aufgebaut.

          • Sandro sagt:

            Und wo kamen all die unzähligen Erkenntnisse, Entdeckungen und Entwicklungen in Natur- und Ingenieurwissenschaften her, die nötig waren, um heute Dinge wie Smartphones und Computer herstellen zu können? Antwort: Viel davon entstand durch öffentlich (mit-)finzanzierte Forschung. Viel davon auch ohne wirtschaftliche Verwertungsmöglichkeiten. Teilweise auch schon lange, bevor überhaupt jemand an Computer und Smartphones gedacht hätte. Eine stets nur auf konkreten wirtschaftlichen Nutzen ausgerichtete Marktwirtschaft alleine hätte das alles wohl kaum hervorbringen können.

          • Aries Eeberg sagt:

            Nicht alles und jedes wurde mit staatlicher Mithilfe geschaffen. Ganz im Gegenteil. Aber es war oft ein Miteinander von privaten Initiativen und staatlichen Förderungen, die große technologische Durchbrüche hervorgebracht haben.
            .
            Sehr erhellend war für mich in dieser Hinsicht: Sven Beckert, Capitalism, A Global History, New York 2025

        • Dietmar sagt:

          Zielsetzung:
          Im Silicon Valley hat die US-Regierung Geld in Forschung gesteckt, um Innovationen zu fördern, die sie selbst nutzen konnte (Verteidigung, Raumfahrt, später Technologie für Wirtschaft und Gesellschaft).
          In sozialistischen Planwirtschaften steuert der Staat die gesamte Wirtschaft zentral, plant Produktion, Preise und Ressourcenallokation. Das Ziel ist nicht primär Innovation, sondern Kontrolle über Produktion und Versorgung.
          Marktmechanismus:
          Im Silicon Valley gab es private Unternehmer, Start-ups und Risikokapital, die frei Entscheidungen treffen konnten. Der Staat unterstützte nur bestimmte Projekte, die er für strategisch hielt.
          In einer Planwirtschaft gibt es keinen freien Markt, keine unabhängigen Unternehmer – alles wird zentral gesteuert.
          Risikoverteilung:
          Im Silicon Valley übernimmt der Staat einen Teil des Risikos für neue Technologien, die privat allein zu riskant wären, aber der Markt entscheidet letztlich über Erfolg oder Misserfolg.
          In der Planwirtschaft übernimmt der Staat alle Risiken selbst, aber auch ohne echte Rückmeldung durch Wettbewerb oder Marktmechanismen, was oft zu Ineffizienz führt.
          Kurz gesagt: Die US-Unterstützung war fördernd und selektiv, der Markt entschied über Erfolg; in sozialistischen Planwirtschaften ist der Staat kontrollierend und determinierend, der Markt spielt kaum eine Rolle.

          • Peter Czeck sagt:

            Hhm naja bei Trump entsteht eher der Eindruck, daß nicht immer der Markt über den Erfolg einer Investition bzw. einer Firma entscheidet, sondern Trump….s. KI Förderung, insbesondere, wenn die Höhe der staatl. Investition den entscheidenden Ausschlag gibt……

            • Peter Czeck sagt:

              PS: Auf mich wirkt es auch irritierend wie handzahm sich die amerikanischen „Oligarchen“ – allesamt Milliardäre- bei Treffen mit Trump verhalten. Freie Wirtschaft?

          • Sandro sagt:

            Das ist alles richtig, was Du schreibst. Trotzdem gibt es Dinge, die nicht alleine durch Nachfrage und Wettbewerb gelöst werden können. Und damit meine ich nicht nur Dinge wie Sozialstaat, Arbeitsbedingungen, Klima oder irgendetwas Wokes etc.

            Die Marktwirtschaft kann z. B. keine Straßenlaternen aufstellen. Infrastruktur kann allgemein nur schwer alleine hervorbringen. Zur Infrastruktur gehört auch die Energieversorgung, womit wir wieder mehr beim Thema wären. Netzbetreiber und Energieversorger sind natürliche Monopole, da gibt es gar keine wirkliche Marktwirtschaft.

            Und dort, wo nun zumindest teilweise vielleicht doch so etwas wie Marktwirtschaft entstehen könnte, versuchen Netzbetreiber und Energieversorger ihre Monopole und ihre oft hohen Renditen zu verteidigen, was wir mit unserer Stromrechnung mitbezahlen. Und unser derzeitiges Wirtschaftsministerium (zumindest in Teilen, inkl. der Ministerin) schenkt den Lobbyisten von ihnen nicht nur übermäßig viel Gehör, sondern biedert sich ihnen sogar an. Unsere Wirtschaftsministerin scheint ihnen teils mehr zu vertrauen als ihrem eigenen Ministerium. Sie hat früher selbst für eine E.On-Tochter gearbeitet, und den Stallgeruch von damals kann sie offenbar nicht ablegen. Lange Zeit hätte ich sie ja sogar noch verteidigt, aber mittlerweile stinkt es bis zum Himmel, finde ich…

    • G.braig sagt:

      Super Aries das du unabhängig bist von Öl und Gas. Wie läuft deine Anlage in der dunklen Winterzeit? Solltest du dann Strom von außerhalb beanspruchen kommt es von einem Gas, Kohlekraftwerk oder Atomstrom von Frankreich. Folglich bist doch nicht ganz unabhängig.

      • Aries Eeberg sagt:

        Fotovoltaik, Elektromobilität und Alltags-Stromverbrauch machen zusammen Sinn.
        .
        Wenn du die Heizung brauchst, scheint keine Sonne. Dafür gibt es aber einen Heiztarif mit Eco-Strom. Und die Energie-Ausbeute einer Wärmepumpe ist besser als die von Gas. Für 1 kWh Wärmestrom musst du 3 kWh Gas aufwänden.

  • Michael sagt:

    USA wins:

    https://www.automobilwoche.de/autohersteller/mercedes-benz/amw-glc-produktion-mercedes-investiert-in-den-usa/

    – 4 Milliarden Dollar Investitionen…dank Druck des US-Präsidenten

    Ungarn wins:

    https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/mercedes-staerkt-standort-in-ungarn-mit-milliardeninvestition/

    „Während in Deutschland Stellen abgebaut werden, investiert der Konzern massiv in seinen ungarischen Standort Kecskemét. Tausende neue Arbeitsplätze entstehen, und der Standort wird zu einem zentralen Baustein im globalen Fertigungsnetzwerk von Mercedes.“

    Und jetzt finde den Fehler:

    https://www.stern.de/news/mercedes-chef-kaellenius-warnt-vor-politischem-rechtsruck-37117094.html

    „Wenn sich hier nichts ändere, „dann kommen die Populisten von rechts, die für nichts eine Lösung haben“.“

    Fazit: Die bösen Populisten von rechts…
    …und gut, dass Mercedes in den USA und Ungarn investieren.

    (Moralisierende) Label können beliebig verteilt werden. Die Definition von „Gewinner“ und „Verlierer“ im globalen Wettbewerb sind jedoch eindeutig.

  • Michael sagt:

    Hier kam der berechtigte Vorschlag, über Aktien zu reden.

    Es sind jedoch die permanenten Lebensgeschichten und moralisierenden von Aries, die hier in gefühlt jedem zweiten seiner Beiträge uns unterbreitet werden.

    Das Leben meiner Freunde und Familie interessiert mich, jedoch nicht das Leben und die (häufig betonten) „Börsengewinne“ eines Foristen.

    Wie denkt ihr darüber?

    • Werner sagt:

      Also ich finde die Beiträge von Aries immer sehr anregend. Er wird gewiss nicht darauf bestehen, dass alle seine Meinung immer vollständig teilen.
      Bei aller Wertschätzung für das Leben von Freunden und Familie wäre es mir zu wenig, nicht auch von dem der anderen Menschen zu erfahren. Das kann sehr spannend und lehrreich sein, besonders da man doch weiß, wie das eigene Umfeld „tickt“.

    • Peter Czeck sagt:

      „die häufig betonten Börsengewinne eines Floristen“ ….ja Hallo darum geht es doch hier um „Börsengewinne“. Aries beschreibt wie er diese erzielt…und das ist gut so. Hoffentlich bleibt er uns lange als Forist erhalten.

      • Michael sagt:

        Ja, es geht um Börsengewinne.

        Wer aber ständig damit prahlt, sagt einiges über sich aus.

        Interessant sind für alle Foristen und Leser hingegen die Strategien und Vorgehensweisen – darum sollte es bei unserem Austausch gehen. Deshalb habe ich in die Runde gefragt, wer welche Rendite letztes Jahr erzielt hat.

        Aries hat mit seinen Strategien letztes Jahr 9,x % erzielt, also weit unterdurchschnittlich. Insofern können die Leser daraus ihre eigenen Schlüsse ziehen…

        • Aries Eeberg sagt:

          „letztes Jahr 9,x % erzielt, also weit unterdurchschnittlich“ … Michael, du phantasierst in zweifacher Hinsicht.
          .
          Also, es waren 11% über alle Anlageklassen in der Summe. Der ACWI hat in diesem Jahr 8% erzielt. Da ich eine größere Summe anlege, gehe ich keine Klumpenrisiken ein und streue weltweit. … Dafür war es doch ganz gut.
          .
          Aber die Höhe meiner Gewinne sind für mich nicht das Entscheidende. Wichtiger ist ihre Kontinuität und das Risiko, das ich dafür eingehen musste.
          .
          Über meine Strategie habe ich hier oft genug berichtet.
          .
          Es geht mir auch nicht um das Prahlen. Ich möchte nur zeigen, dass man als altgedienter Anleger auch im eigenen Leben in neue Technologien investieren kann, ohne dabei zu verarmen. Und die gegenwärtige Energiekrise zeigt ja, dass sich diese Investitionen mittlerweile auch lohnen.

    • Robert Z. sagt:

      Michael, „… über Aktien reden … ?“ Dass Du das in Frage stellst wundert mich nicht.

      Selbstverständlich sollte in einem WW-Blog, in dem ein WWD geführt wird, die Aktienauswahl die dominierende Rolle spielen.

      Bei uns nehmen – nicht nur „gefühlt“ – Int. Politik und Klima bei weitem den grössten Raum ein – fast wie bei einem Stammtisch eben.

      Wessen Darstellungsbedürfnis dazu besonders beiträgt mögen die Forumsmitglieder selbst beurteilen.

  • Michael sagt:

    Lobbyisten sind überall, das ist nichts neues…

    „Von der Weltfinanzkrise über den Crack-up-Boom (Katastrophenhausse) zur Währungsreform

    Ex-Finanzminister Jörg Kukies (SPD) wird Deutschlandchef bei Morgan Stanley. Bevor er 2018 von Olaf Scholz als Staatssekretär ins Bundeskanzleramt berufen wurde und später Finanzminister wurde, arbeitete Kukies fast 20 Jahre lang bei Goldman Sachs.

    Kommentar: Den Investmentbanken geht es finanziell sehr gut.“

    https://www.goldseiten.de/artikel/696002–Gold-gibt-nach.html

    Wes Brot ich esse, des Lied ich sing…

  • Michael sagt:

    Freie Marktwirtschaft in den USA… auch VW fokussiert sich wieder auf den Verbrenner – lieber spät als nie:

    „VW passt sich damit den US-Marktbedingungen an. E-Autos sind kaum noch gefragt, US-Kunden greifen lieber wieder zum Verbrenner.“

    https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/fokus-auf-verbrenner-suv-vw-stellt-us-id-4-produktion-ein/

    Trump hat es gesagt: „you are allowed to buy the car of your choice.“

    https://youtu.be/fwbW7oC8fBc?is=zzwESXe-T72tIvm6

    Und die US-Amerikaner kaufen wieder fleißig Verbrenner…freie Marktwirtschaft eben.

    Wer immer noch glaubt dass die CO2-Einsparungen Deutschlands die Klimaerwärmung bremsen, ist mEn naiv und/oder stur. In Deutschland ist dieser Glaube aber nach wie vor weit verbreitet.

    „Denn sie wissen nicht was sie tun.“ – Jesus