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USA: Looking GOOD !

13. November 2022
Robert Z.
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von Robert Z.

USA: Looking GOOD !

Auf den Inflationswert für Okt. 22 wollte ich noch warten, um ihn zusammen mit der Vorab-Schätzung des BIP für Q3-2022 zu posten. Zum Vergleich stelle ich wieder die vergangenen 3 Jahre denjenigen der ersten, „schwächeren“ Inflations-Welle Anfang der 1970er Jahre gegenüber – obwohl bereits Stimmen laut werden, dass die 2., „stärkere“ Welle (zumindest für Deutschland) besser geeignet wäre.

1. INFLATION. Der Okt.-Wert von 7,7% reiht sich (wunder-)schön als 4. Treppenstufe „nach unten“ seit dem Juni-Max von 9,1% ein. D. h. die USA haben seit Juli kontinuierlich rückläufige Konsumentenpreise. Dabei hat evtl. ausser dem Nominalzins-Faktor auch QT eine wesentliche Rolle gespielt. Deutschland steigt immer noch die Treppe hoch bis zu 10,4%.

2. ROHÖL-Preis. Der rückläufige Trend seit dem Mai-Max. scheint gebrochen zu sein und man kann aus dem Chart schliessen, dass der zunehmende Trend der Monate 2020/21 sich zunächst fortsetzten wird (WTI verläuft ähnlich). D. h. von einer Beruhigung wie im 1970er Chart kann (noch) nicht ausgegangen werden.

3. ZINS. Die Zinsen pendelten in den letzten 4-6 Wochen zwischen 4% und 4,5% – wohl in Antizipation künftig moderaterer Erhöhungen, deren Rechtfertigung hinsichtlich des Inflationsverlaufs als schlüssig angesehen werden kann. Der Realzins hat sich seit dem Min. von ca. -6,5% auf ca. -3,5% erhöht – ganz gut gegenüber -8,4%, dem im Okt. erreichten Spitzenwert für DE.

4. BIP. Das reale GDP (=BIP) hat in Q3-2022 einen neuen Höchstwert erreicht. Aus der im August diskutierten „geringen technischen Rezession“ (s. Beitrag von Raimund „Das ist keine Rezession“) wurde nun keine „Echte R.“, sondern das „Gegenteil“. Die USA führen die grossen westlichen Staaten mit Abstand an: Hier eine Aufzählung in absteigender Reihenfolge (2015 alle auf 100 gesetzt): USA 115,13/Kanada 111,92/Österreich 111,71/Belgien 110,84/EUR-Zone 110,6/Spanien 108,88/Frankreich 108,49/Deutschland 107,75/Italien 105,80.

5. AKTIEN. Für den S&P500 sind die Wochenschluss-Kurse im Chart aufgetragen. Der vor ca. 1 Jahr eingesetzte Abwärtstrend, den ich mit rot- und grün gestrichelten Linien angedeutet habe, ist bis jetzt ungebrochen – und zeigt auch keine Abflachung.

6. FAZIT. Die USA sind m. E. „AUF EINEM GUTEN WEG“ (wie ein früherer deutscher Finanzminister zu sagen pflegte). Anscheinend gilt auch die Umkehr des bekannten Satzes vom „Schnupfen der USA, der eine Lungenentzündung auf der anderen Seite des Atlantiks verursacht“, nämlich: „Ein mit schlüssigen Daten eingeschlagener guter Weg In den USA kann eine unglaubliche Euphorie in Europäischen Aktienmärkten auslösen“ – selbst wenn dortige Inflation, Zins, BIP eher ein „Kontrast-Programm“ liefern. Über die Herkunft der hiesigen Inflation mag man streiten, aber Deutschlands vorletzter Platz beim Wirtschaftswachstum sollte Anlass zum Nachdenken sein – auch wenn der DAX das anders sieht.

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Kommentare

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  • Michael sagt:

    „aber Deutschlands vorletzter Platz beim Wirtschaftswachstum sollte Anlass zum Nachdenken sein“

    ‚Deutsche‘ Unternehmen sollten ihre Produktion in die USA verlagern, dort modernste Fabriken errichten: Günstige Energiepreise, keine nervigen Gewerkschaften, niedrige Steuern, politische Sicherheit. Sukzessive kann dann auch der Firmensitz über den großen Teich auswandern.

    Ich denke, das wird sich in den Managementetagen durchsetzen und dann endlich auch mal konsequent umgesetzt werden.

  • Peter Czeck sagt:

    Hallo Robert, „USA auf einem guten Weg“ Da stimme ich Dir zu. Das dürfte dann wohl aber auch mehrere Dax-Unternehmen positiv betreffen, die in USA produzieren bzw. dort Tochtergesellschaften unterhalten (Linde, Dt .Telekom u.andere). Die profitieren auch noch f. den Fall einer anhaltenden Dollarstärke zusätzl. bei der Umrechnung in €. Internationale Dax Konzerne sind v. einem evtl. relativ schwächeren Wirtschaftswachstum in „Deutschland“ nur tlws. betroffen.

    • Peter Czeck sagt:

      PS: BMW, VW, Mercedes produzieren übrigens schon seit längerer Zeit u.a. auch in USA ….zumindest BMW exportiert sogar v. USA aus PKW….äh…wohin?….naja sagen wir mal ins „Ausland“. Quizfrage seit wann produziert Siemens bereits in den USA?

      • Raimund Brichta sagt:

        BMW produziert aber auch in Cbina und exportiert von dort … äh … nach Deutschland.

        • Peter Czeck sagt:

          Unglaublich Dax-Vorstände wissen selbst was zu tun ist…u. das schon seit geraumer Zeit. Da würde ich jeden, der Dax short ist oder gehen will raten sich genau zu informieren.

        • Michael sagt:

          Und Mercedes produziert die C-Klasse Limousine in Südafrika, und exportiert diese nach Europa.

          Ich fahre demnächst also ein südafrikanisches Auto. 😀

          Macht immer mehr Sinn für die DAX Konzerne: Made in USA, Made in China und Make in India.

          Die Zeiten, in denen man an die Heimat-Arbeitsplätze denkt, sind vorbei. Think global!

          • Lies Land sagt:

            Autos kaufen keine Autos

          • Robert Z. sagt:

            Michael: „Die Zeiten, in denen man an die Heimat-Arbeitsplätze denkt, sind vorbei. Think global!“

            So wie das Bruttoinlandsprodukt BIP sich entwickelt muss die „Story“ mit den „Breiten Schultern“ langsam, aber sicher den Realitäten angepasst werden. Ich zähle besser nicht alles auf was Deutschland in diesem Jahrzehnt Wenden, Bauen, Retten, Vorreitern usw. will. Wenn immer mehr Wertschöpfung nicht „Binnen“ anfällt, wird reales Steuergeld fehlen – und wir wissen im Forum Alle, wohin das führt.

            • Michael sagt:

              Die Katastrophe (!) nimmt ihren Lauf in Deutschland:

              https://www.n-tv.de/wirtschaft/der_boersen_tag/Varta-stoppt-Fabrikneubau-Aktienkurs-rauscht-runter-article23719524.html

              Keine neue Fabriken in Deutschland! Fabrikneubau gestoppt!!!

              „Wenn immer mehr Wertschöpfung nicht „Binnen“ anfällt, wird reales Steuergeld fehlen – und wir wissen im Forum Alle, wohin das führt.“

              Manch einem im Forum scheint das egal zu sein. Und beträchtliche Teile der Bevölkerung spüren es vielleicht, aber gehen wie die Lemminge in den wirtschaftlichen Abgrund.

              USA looking good, China as well…

              • Raimund Brichta sagt:

                Dafür hat Infineon gestern eine neue Chipfabrik in Dresden mit 1000 Beschäftigten angekündigt 🙂

                • Michael sagt:

                  Na immerhin. Wie viele Subventionen sind geflossen?

                  Europa muss in den Sektor massiv investieren.

                  Ich denke mal, dass die europäischen Investitionen Peanuts im Vergleich zu den US-Anstrengungen sind. China wird ebenfalls in anderen Dimensionen investieren.

                  • Raimund Brichta sagt:

                    Noch gar nix, aber Infineon macht tatsächlich die Entscheidung davon abhängig, dass „angemessen“ gefördert wird 😉

                    • Michael sagt:

                      Immerhin baut Frankreich zwei nagelneue Atomkraftwerke. Diese werden 50, 60 Jahre lang umweltfreundlich viel Strom produzieren. Gut für Europa.

                      Vive la France!

                      Und hier schaltet man die Dinger einfach so ab, um die Welt zu retten.

                      Ich hatte vor Jahren mal kurzfristig Cameco für ca 8 Euro im Depot, aber wieder schnell abgestoßen. An einer Strategie sollte man festhalten…

                    • Robert Z. sagt:

                      Raimund, wie Du weisst

                      • ist das der frühere Halbleiterstandort der DDR, in den Siemens 1990 investiert hat und seither mit seiner ehemaligen Tochter Infineon betreibt. Inzwischen ist er der wohl berühmteste „Cluster“ Europas auf diesem Gebiet geworden, in dem auch zumindest 1 US- Firma mitmacht – sozusagen „Deutsches BIP aus fremder Hand“. Auch das gibt es. Förderungsmittel für eine weitere Fertigungslinie passen zumindest zum Streben nach Autarkie bei Halbleiter-Chips – und Autarkie kostet eben meist einen Aufschlag verglichen mit dem billigsten Lieferanten von „Irgendwo“.

                      • Mit einem Beispiel wie diesem kann man verdeutlichen was möglich ist – da spielt wahrscheinlich auch noch DDR-Ehrgeiz im Positiven Sinn eine Rolle. Nach „Bauchgefühl“ wäre mir da mein Steuergeld zur Förderung (relativ) gut angelegt.

                      • Um die Ursachen für die unterdurchschnittliche Entwicklung des BIP seit 2015 QUANTITATIV abzuschätzen, müsste man in die Berechnung tief einsteigen. Sind z. B. die Abschreibungen für den „Rückbau“ (Abriss-Birne) betriebsfähiger Kernkraftwerke, Zuwendungen aus dem „Aufbaufonds“, …usw mit drin? Für Blog-Beiträge m. E. eine Nummer zu aufwendig. Die EU-Kommission kennt sich aber da bestens aus und präsentiert auch Lösungsvorschläge, d. h. sagt, was Scholz tun muss.🤨

                      • „Die Schwäche der deutschen Wirtschaft ist für die ganze EU ein Problem“ heisst die Überschrift zu Aussagen des EU-Kommissars für Wirtschaft in der heutigen Ausgabe der WELT: „Der italienische EU-Kommissar Gentiloni warnt vor langfristigen Herausforderungen für deutsche Unternehmen. Und er fordert mehr Engagement auf EU-Ebene. Die Bundesregierung solle Energiehilfen nicht länger blockieren. Vor allem bei neuen gemeinsamen Schulden müsse Scholz entgegenkommen“.🥳

          • Lies Land sagt:

            Ich fahre demnächst also ein südafrikanisches Auto. 😀

            So Du Dir alle zwei Jahre einen Neuen zulegst sollte das kein Problem sein.

            Der letzte richtige Mercedes war der W 124 und die ihn begleitende S Klasse natürlich.
            Der Vorgänger des W 123 mit 3 Jahren Lieferzeit, legendär, 10 Millionen Kilometer sind möglich …

    • Robert Z. sagt:

      Hallo Peter,

      Ja, wir hatten das Thema „Deutsche Unternehmen mit US-Beziehung“ – noch ohne Kenntnis der jetzigen Entwicklung – zwischen uns beiden vor ein paar Monaten diskutiert. Dem brauche ich nichts hinzuzufügen. Telekom hat sich gut gehalten und ist auch mit der US-Tochter erfolgreich. Der Langfrist-Chart ist leider nicht so, dass er Begeisterungsstürme bei Raimund auslösen könnte – die heutigen Kennziffern stehen auf einem anderen Blatt. Sind wir denn mit dem WWD in der Telekommunikation überhaupt „drin“ – ich kenne mich da z. Z. nicht genügend aus?

      • Peter Czeck sagt:

        Tja sorry Robert, „WWD……Telekommunikation“ das weiß ich leider auch nicht. Ich versuche halt mangelnde Sachkenntnis durch wirklich breiteste Streuung v. Einzeltiteln auszugleichen. Dt. Telekom hab ich mal irgendwann unter 10€ erworben. Trotzdem war ich zeitweise auch mit diesem Titel vorübergehend unter Wasser.

        • Lies Land sagt:

          “ breiteste Streuung v. Einzeltiteln auszugleichen. Dt. Telekom hab ich mal irgendwann unter 10€ erworben. “
          @ Peter Czeck

          Wie finanzierst Du Deine Kaufkosten?

          • Peter Czeck sagt:

            Hallo Lies, ich habe vor 50 Jahren ganz klein angefangen. Die Möglichkeit quasi Miteigentümer v. bekannten Firmen zu werden u. an den Gewinnen zu partizipieren u. überhaupt die Börse selbst hat mich fasziniert. Früher konnte man bei positiven Realzinsen auch eher mal Gewinne mitnehmen . Jahrzehntelang habe ich zwischen Renten u. Aktien gewechselt….u. tatsächlich eher mal getimt. Jetzt time ich seeehr gemässigt per +/÷Barquote. All in ist seit Jahren nicht mehr meine Welt.

  • Lies Land sagt:

    Robert, da hast Du Dir wahnsinnig viel Mühe gemacht. Respekt allein dafür !!!

    • Robert Z. sagt:

      Lies, es freut mich, dass Du es angeschaut hast. Das Schema habe ich schon viele Jahre und nur ein Click auf comdirect reicht, um es wöchentlich aktuell zu halten. Jetzt zusätzlich monatlich die Inflation und vierteljährlich das BIP von OECD besorgen mache ich schon aus Eigeninteresse. Meinungen austauschen ist ok – Daten und Charts können der Wahrheit auch nicht schaden.

      • Lies Land sagt:

        Wie recht Du doch hast Robert, Fakten sind durch nichts zu ersetzen außer durch Fakten.

        • Robert Z. sagt:

          Lies, meinst Du die „Alternativen Fakten“, die in den kommenden beiden Jahren vielleicht einen 2. Frühling erleben werden?😏

          • Lies Land sagt:

            Auch das, Robert, auch das

          • Michael sagt:

            Es ist ein Fakt, dass der Wohlstand in Deutschland rapide abnimmt.

            DIESES Problem, und viele weitere Probleme in Deutschland, müssen gelöst werden.

            Daran scheint aber kein Interesse zu bestehen. Lieber wird mit dem Zeigefinger auf andere geschaut. Erinnert an die DDR, die mit Freude in den 80ern die Arbeitslosenzahlen der BRD gemeldet haben.

            Oder man kritisiert andere Kulturen für ihre Kultur. Respektlos.

            • Robert Z. sagt:

              Michael: „… man kritisiert andere Kulturen …“

              So kann man eben von den eigenen Problemen ablenken – und wird für Ausfälle praktisch nie zur Rechenschaft gezogen. Deshalb halte ich mich meist aus rein politischen Diskussionen hier raus. Da wo ich zu Hause bin (DE und EU) äussere ich mich schon kritisch in der Hoffnung, dass dies konstruktiv aufgefasst wird – was oft nicht der Fall ist. Der Schritt zur Parteipolitik ist eben nur ein kurzer.

  • Andreas B sagt:

    Hat jemand Infos, wie die institutionellen Investoren inzwischen investiert sind? D.h. von wem wurde die schnelle und heftige Rallye getrieben? Waren es eher Kleinanleger/Privatanleger oder ein Shortsqueeze oder haben auch große Fonds bereits investiert…

    Die Frage ist nämlich, wieviel Geld ist noch an der Seitenlinie, was gezwungener Maßen investiert werden muss, wenn für die Fonds am Jahresende abgerechnet wird… niemand will sich ja sagen lassen „wie ihr habt nicht investiert?“, egal ob sich im 1. Quartal 2023 herausstellt, es war (erstmal) nur eine Bärenmarktrallye…

    Ich denke der Investitionsgrad ist entscheidend, was dieses Jahr noch geht bis Jahresende… sollten keine größeren Störfeuer mehr kommen.

  • Michael sagt:

    Lesenswerter Artikel von Gabor S. im Fokus

    https://m.focus.de/politik/ausland/gastbeitrag-von-gabor-steingart-usa-nehmen-deutschland-in-die-zange-und-habeck-die-heimische-industrie_id_180403167.html

    Schon witzig zu sehen wie sich alle über Trumps „America first“ Slogan echauffiert haben, bzw im Endeffekt lediglich dem MSM hinterher geplappert haben.

    Faktisch erlebt Europa das brutalste „America first“ unter dem senilen Biden, mit beispiellosen Wohlstandsverlusten und Wettbewerbsverlusten Europas.