von Volker Schilling
Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?
- Norma Jeane
- Marylin
- Monroe
Norma Jeane
Die Börsen wirken derzeit wie Marilyn Monroe. Atemberaubend schön, von allen bewundert und doch möglicherweise fragiler, als die meisten glauben. Marilyn Monroe war nur ein Künstlername, der Glamour versprach und zur Legende wurde. Geboren wurde die Schauspielerin mit dem bürgerlichen Namen Norma Jeane Baker. Aus der dunkelhaarigen Norma Jeane wurde das blonde Dummchen für die Öffentlichkeit. An der Börse sieht es derzeit ähnlich aus, nur dass dort nicht die natürliche Dummheit, sondern die künstliche Intelligenz als der Star vermarktet wird. Die Märkte wollen derzeit von Norma Jeane nichts hören, sie wollen Marilyn Monroe. KI-Aktien versprechen Glamour und schon jetzt sind die Akteure wie Jen-Hsun Huang, der Chef von Nvidia, Superstars. Bei Marilyn Monroe reichte ein zart dahingehauchtes „Happy Birthday, Mister Präsident…“ um Spekulationen anzuheizen, bei Jen-Hsun Huang reicht ein „Happy Birthday, Marvel Technology…“ , um die Aktie über 30 % steigen zu lassen. Nvidia und sein Chef werden zur Ikone des KI-Booms, zum Schutzheiligen des Kapitalmarktes, kurzum, der Hype um ihn hat eine neue Marilyn kreiert:
Marilyn
Jeder Quartalsbericht von Nvidia wirkt inzwischen wie eine Filmpremiere: Die Stimmung dabei schwankt zwischen „Manche mögen’s heiß“ und „Diamonds are the girl‘s best friend“. Marilyn wurde nicht berühmt, weil sie Realität verkörperte, sondern weil sie Träume verkörperte. Und genau das tut derzeit die Künstliche Intelligenz. Sie verspricht eine mühelose Welt mit Produktivitätssteigerungen ohne eigenes Leistungsvermögen. Klingt wie der Marilyn Filmklassiker „Blondinen bevorzugt“. An der Börse will derzeit jeder dabei sein. Die Börsianer sitzen in der ersten Reihe und starren gebannt auf die Bühne, wie die Männer damals auf Marilyn. Dabei gilt an der Börse dieselbe Regel wie in Hollywood: Je heller die Scheinwerfer leuchten, desto dunkler werden die Schatten dahinter. Marilyn drehte den Film „Wie angelt man sich einen Millionär“. Künstliche Intelligenz dreht gerade die Fortsetzung „So wird man zum Millionär“. Alle lieben den Glamour und profitieren vom Glanz der Einspielergebnisse, doch die Erwartungshaltungen an künftige Blockbuster sind inzwischen überzogen und einige Börsenkurse wirken daher wie Marilyn am Ende ihrer Karriere. Und so wie die Ikone mit 36 Jahren viel zu früh verstarb, könnte auch der aktuelle Boom bedroht sein. Doch noch ist alles Legende:
Monroe
Die Monroe wurde zur Legende ihrer Zeit und weit darüber hinaus. Marilyn Monroe wäre in dieser Woche 100 Jahre alt geworden. Sie starb an einer Überdosis Schlaftabletten, aber der Mythos lebt weiter. Vielleicht sogar stärker als jemals zuvor. Auch an der Börse agieren Legenden. Berkshire Hathaway zum Beispiel, die diese Woche massiv bei Alphabet eingestiegen sind. Das Kapital der Buffett Firma sammelt sich bei Google & Co wie einst die Fotografen vor den großen Filmstudios. Und alle Fans blicken wie gespannt auf die nächsten Schlagzeilen. Die Börsen beendeten übrigens diese Woche den Mai mit neuen Höchstständen und Anleger sind hin und hergerissen zwischen Skepsis und Euphorie. Das erinnert mich ein wenig an eines der bekanntesten Zitate von Marilyn Monroe: „Ich bin selbstsüchtig, ungeduldig und ein wenig unsicher, ich mache Fehler, bin unkontrolliert und manchmal schwer zu handhaben. Aber wenn du nicht mit mir umgehen kannst, wenn ich am schlimmsten bin, hast du mich auch nicht zu meinen besten Zeiten verdient.“ Das klingt doch wie eine Definition der Aktienanlage an sich, oder?
Ihr Volker Schilling
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Schöner Text, Volker, besonders der Schluss. Ich werde mir deine Worte abspeichern.
Faktor Geld negativ.
Lesenswerte Ausführungen zu Space X und dem S&P 500, Samsung, Zinsen, und den sehr guten US-Wirtschaftsdaten dank sehr guter Innenpolitik und Wirtschaftspolitik der aktuellen US-Administration
https://www.goldseiten.de/artikel/703639–Defla-XXL-Klarheit-macht-sich-breit-die-unschoene-Klarheit.html
„Faktor Geld negativ.“ …. Michael, da bin ich mit dir ausnahmsweise mal einer Meinung. (Das trifft natürlich nicht für den Rest deines Posts zu. Aber das müssen wir ja hier nicht weiter vertiefen.)
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Der Anleihemarkt in USA spricht eine deutliche Sprache. Und irgendwo muss das Geld für die Kriege der alten Herren an den Schalthebeln der Macht ja herkommen.
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Hinzu kommt, dass die Megabörsengänge ja auch von anderswo Kapital absorbieren werden.
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Der Einbruch beim Gold kann darauf hinweisen, dass sie nicht nur in Moskau und Ankara Geld brauchen, um ihre Rechnungen zu begleichen.
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Es kann natürlich sein, dass der neue FED-Verwalter anfängt, Geld zu drucken und Staatsanleihen zu kaufen. Dann sähe die Sache wieder anders aus.
Hi Aries,
Liest Du Dir die von mir verlinkte Sonntagslektüre ebenfalls durch? Mir gefallen die Artikel, da kurz und bündig, sowie der Fokus auf die Liquiditätssituation.
Die „Kriege der alten Herren“ kosten lediglich ein paar Milliarden, was im Gesamtkontext Peanuts sind. Allerdings werden diese paar Milliarden von bestimmten Medien dramatisch dargestellt, was bei vielen Lesern die gewünschte Wirkung erzielt.
Was die Kriege angeht halte ich es mit Martin Luther: „Kriege sind, als wenn man mit einem güldenen Netze fischte.“
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Und die Kosten sind in der Tat gewaltig. Es geht ja nicht nur um die verschossene Munition und die zerstörten Waffen. … Ganze Volkswirtschaften werden ruiniert und menschliche Schicksale. Die Traumatisierungen wirken noch Generationen nach.
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An meiner eigenen Familie kann ich die finanziellen Folgen von Kriegen genau studieren und die psychischen Folgen in meiner eigenen Psyche noch fühlen.
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Für die „alten Herren“ (Putin und Trump) erinnere ich an Krösus, dem die Pythia sagte: „Wenn du den Halys überschreitest, wirst du ein großes Reich zerstören.“