von Raimund Brichta
Interessant, dass ausgerechnet der norwegische Staatsfonds meiner Argumentation gegen Rebalancing und gegen die Kritik am MSCI World folgt.
Dieser Satz ist für mich dabei zentral:
„Konzentration sei ein Merkmal marktkapitalisierungsgewichteter Indizes – wer sie wegreguliert, ist bei den Gewinnern von morgen nicht dabei.“
Genau das ist ein Argument, das ich in unseren Diskussionen immer wieder angeführt habe: Wer die Gewinner eines Index regelmäßig zurückstutzt, läuft Gefahr, sich damit auch einen Teil der künftigen Gewinner abzuschneiden.
Natürlich soll jeder die Strategie wählen, mit der er sich am wohlsten fühlt. Ich freue mich an dieser Stelle einfach darüber, dass ich mit meiner Sichtweise nicht allein bin – sondern mit dem norwegischen Staatsfonds einen durchaus prominenten Mitstreiter habe.
Hier der ganze Beitrag aus dem heutigen Handelsblatt Morning Briefing:
| Dass es mit Aktien jemals wieder abwärts gehen könnte, scheint vielen Marktteilnehmern unvorstellbar. Ausgerechnet der weltweit größte Staatsfonds, der norwegische, hat genau das durchgespielt. Was dann passiert? Streuung hilft, aber nicht gegen alles. Trifft eine Krise viele Märkte, Anlageklassen und Sektoren gleichzeitig, könnte der Fondswert um 30 bis 40 Prozent fallen.
Zweite Baustelle sei das Klumpenrisiko: Die USA wiegen trotz Untergewichtung 50 Prozent, die Tech-Branche 32 Prozent, die zehn größten Positionen 21 Prozent. Bemerkenswert ist, was daraus folgt: nichts. Obergrenzen empfiehlt der Fonds ausdrücklich nicht. Konzentration sei ein Merkmal marktkapitalisierungsgewichteter Indizes – wer sie wegreguliert, ist bei den Gewinnern von morgen nicht dabei.
Ein Risikobericht, der zur Gelassenheit rät – auch mal schön in diesen Tagen. Wie mir gestern Abend eine Kapitalmarktexpertin schrieb: „Der Bondmarkt bleibt volatil, die Inflation eher hoch, andere Investmentalternativen fehlen – ich kann mir nicht helfen, aber es spricht derzeit alles für Aktien.“ |
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Jo grundsätzlich richtig, aber m.E. muß man vorher mal gucken wie so ein Depot strukturiert ist
vollkommen richtig, wie gesagt, man muss sich damit persönlich wohl fühlen.
„ich kann mir nicht helfen, aber es spricht derzeit alles für Aktien“
Siehst Du in den steigenden Renditen der Staatsanleihen der großen Nationen kein Risiko für den Aktienmarkt, zumindest kurzfristig? Mich erinnert das an die Vorboten der Schuldenkrise. Die war für den Moment auch für Aktien nicht hilfreich.
btw… was hälst Du von der Diskussion, dass man die Staatsschulden, bei der die französische Notenbank Gläubiger ist, einfach löschen kann bzw. sollte? Technisch mag das vielleicht gehen, aber was wäre das für ein Signal?
Mätzchen a la „Notenbank löscht Schulden“ stehen alle auf meiner Agenda – aber erst, wenn der Reset naht. Stay tuned!
Prinzipiell stimme ich dir, Raimund, und dem Staatsfonds zu. Allerdings glaube ich, dass wir uns gerade in einer Umbruchzeit befinden. Diesen Umbruch werden die marktkapilalisierungsgewichteten Fonds natürlich nachvollziehen. Zunächst verlieren sie aber stärker mit ihren Schwerpunktinvestments. Dann holen sie umso stärker wieder auf.
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Gegenwärtig schneiden die anders gewichteten Fonds allerdings besser ab. …. Global Dividend Leaders 3% besser als der ACWI, All World High Dividend 4% besser.
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EM value ist sogar 20% besser als der marketcap-gewichtete EM. … Ist doch erstaunlich!
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Na ja, ich habe einfach beides: marktkapiltlisierungsgewichtet und nach Faktoren gewichtet. …
„Alles spricht für Aktien …“ …. Stimmt, solange man auch Gold und Bitcoin hat.
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Etwas steigt immer davon. Und zwischen diesen Anlageklassen lohnt sich auch mal das Rebalancieren. Als Gold oben war, habe ich davon etwas in Aktien investiert. Jetzt, wo Gold unten stand, floss das Geld wieder zurück.