von Jochen
Scalable hat jetzt 2,5 % Zinsen auf dem neuen Tagesgeldkonto ausgelobt, auch für Bestandskunden, ohne Limit nach oben. Die Zinsen werden monatlich gutgeschrieben, das erhöht den Zinseszinseffekt. So weit, so gut. Aber diese Konto ist nur ein Verschiebebahnhof und der „Knüller“ ist folgendes für alle, die nicht so recht an die (politische) Einlagengarantie glauben. Das als Tagesgeld deklarierte Konto mit eigener IBAN dient laut KI nur als Verrechnungskonto. Die Einzahlungen werden umgehend auf einen Geldmarktfonds als Sondervermögen umgebucht und sind daher sicherer als jedes bei einer Bank geführte Tagesgeldkonto. Das Ganze ist kostenlos. Die Offerte „prime +“ lohnt sich nicht m.E., es sei denn man handelt mehr als 60 x /Jahr. Wenn das stimmt ist, muss man nicht mehr alle 3 Monate die Tagesgeldkonten wechseln, um die Neukundenzinsen mitzunehmen, was mühselig und zeitaufwendig ist. Falls jemand weitere Infos hat, bitte her damit. Ansonsten erscheint mir das Modell optimal für Floristen, die große Liquidität für Nachkäufe vorhalten, so wie Gerd Kommer oder Raimund…. Außerdem kann man mit 2 Klicks umbuchen, um im Depot zu handeln für 0,99 Euro/deal. Für faule Leute wie mich ( oder Aries?) ideal.

Das mit den Geldmarktfonds im Hintergrund ist ein alter Hut. Das macht Trade Republic schon lange. Allerdings bieten die nur 2 %.
Der Unterschied zwischen Scalable und Trade Republic ist auch noch ein anderer: bei Scalable dient das Konto nur als Tagesgeldkonto. Wer auch Wertpapiere handeln möchte, muss das Geld dafür extra jeweils verschieben auf ein Verrechnungskonto. Bei Trade Republic ist das Verrechnungskonto dagegen mit dem Tagesgeldkonto identisch. Hier braucht man also nur ein Konto.
Insgesamt zeigt der Fall Scalable aber, dass Bewegung in den Markt kommt. Konkurrenz belebt das Geschäft.
Aber der Sicherheitsaspekt ist für mich das wesentlich Neue. Wenn das so stimmt, können die Banken mit ihren Tagesgeldmodellen einpacken. Es sei denn, andere ziehen nach. Ich bin auch bei Trade Republic, aber mir erscheint Scalable in vieler Hinsicht besser geeignet.
Aber es ist schon ein Unterschied, ob du Tagesgeld auf dem Konto hast, dass eben bis 100.000 € der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegt, oder ob du Tagesgeld in Fonds hast, die nicht der Einlagensicherung unterliegen. Beide Modelle existieren schon lange nebeneinander. Und die Profis müssen ohnehin auf die Fonds zurückgreifen, weil für Sie die Einlagensicherung nicht gilt.