von Sandro
Pharma-Aktien sind nicht jedermanns Sache. Sie können auch stark abstürzen, z. B. wenn sich wichtige neuentwickelte Medikamente in der finalen klinischen Phase unerwartet noch als Flop erweisen, wenn es zu Fehlern oder Nebenwirkungen mit hohen Schadenersatzforderungen kommt, Patente für Kassenschlager auslaufen, oder wenn ein Konkurrent mit besseren Produkten um die Ecke kommt. Auch kommt es gelegentlich zu „Selbstkanibalismus“, wenn neue eigene Medikamente frühere Kassenschlager überflüssig machen.
Aber unabhängig vom Einzelrisiko bezogen auf ein einzelnes Unternehmen, gehörte der Healthcare-Sektor in der Vergangenheit eher zu den defensiven Sektoren, mit zugleich starkem Wachstum über die Jahrzehnte.
Seit der Wiederwahl von Donald Trump ist der Healthcare-Sektor etwas unter die Räder gekommen, was u. a. mit seinem Vorgehen gegen die ungleich hohen Medikamentenpreise in den USA im Zusammenhang stehen mag.
Was auch immer man nun darüber denkt: Vertex Pharmaceuticals (WKN: 882807) ist trotz Rücksetzer weiterhin auf Kurs (siehe Chart).
Ein Grund für jüngste Rücksetzer mag auch ein vorübergehender Gewinneinbruch im Jahr 2024 sein, der offenbar mit der teuren Akquisition von Alpine Immune Sciences zusammenhängt.
Allgemein zeigt der Chart von Vertex Pharmaceuticals eine recht hohe Volatilität, die Risiken, aber auch Chancen birgt. Dabei fällt auf, dass die starken Schwankungen oft nicht mit dem allgemeinen Marktgeschehen korrelieren. Zuweilen stieg der Kurs sogar stark gegen die allgemeine Markttendenz. Langfristig ist das Wachstum überdurchschnittlich gewesen.
Die Eigenkapitalquote ist größer als 70 %.
Anbei die Profilbeschreibung, kopiert von aktienfinder.net ( https://aktienfinder.net/aktien-profil/Vertex%20Pharmaceuticals-Aktie )
„Vertex Pharmaceuticals ist ein biotechnologisches Unternehmen, das sich auf die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von Medikamenten spezialisiert hat. Der Fokus liegt insbesondere auf der Behandlung von schweren, lebensbedrohlichen Krankheiten. Zu den Hauptbereichen zählt die Entwicklung von Therapien für die Behandlung von cystic fibrosis (zystischer Fibrose), einer genetischen Erkrankung, die verschiedene Organe betrifft, hauptsächlich die Lunge. Vertex Pharmaceuticals ist auch aktiv in der Forschung und Entwicklung von Medikamenten für andere Krankheiten, einschließlich Infektionskrankheiten, Krebs, Autoimmunkrankheiten und neurologische Störungen.
Das Unternehmen hat zudem Partnerschaften mit anderen pharmazeutischen und biotechnologischen Firmen etabliert, um Gemeinschaftsforschung und -entwicklung zu betreiben, sowie um Zugang zu neuen Technologien und Marktmöglichkeiten zu erlangen. Vertex Pharmaceuticals investiert intensiv in Forschung und Entwicklung, um neue Medikamente zu entdecken und zu entwickeln.“
Ich denke, was für Medikamente und die Gesundheit gilt, trifft auch auf Unternehmen im Depot zu, die diese Medikamente herstellen: Die Dosis macht’s aus. Als kleine Beimischung oder breit gestreuer ETF gehört für mich jedenfalls auch der Healthcare-Sektor ins Depot.
Anbei der Chart im Vergleich zum S&P500-Index:


Danke, lieber Sandro. Das ist wieder ein sehr interessanter Vorschlag von dir 👏 Eigenkapitalquote und Börsenzeugnis ab 2004 überzeugen mich.
Von 2000-2004 hatte sich der Kurs allerdings gezehntelt. Das ist ein noch heftigerer Einbruch als aktuell bei Novo. Weiß man, was damals die Ursache war? Bis 2003 gingen die Märkte zwar insgesamt in die Knie, aber hier scheint ein zusätzlicher unternehmensspezifischer Grund vorzuliegen.
Ohne bislang genaures zu wissen, würde ich vermuten, dass der Absturz bis 2003 / 2004 u. a. auf eine maßlose Übertreibung zum Höhepunkt der Dotcom-Blase 2000/2001 zurückzuführen ist. Auch Biotechnologie wurde damals gehyped. Es scheint aber noch etwas mehr dahinter zu stecken. Denn der Kurs viel noch weiter, als es am Markt bereits wieder aufwärts ging.
Sehr guter Depotvorschlag und Zusammenfassung, vielen Dank dafür.
Die Risiken von Pharmawerten haben wir hier schon ausführlich besprochen. Für das WWD ist nun Novo Nordisk ins Rennen gegangen, deshalb Vertex ggf auf die Ersatzbank setzen.
Wenn Pharma als Einzelwert, dann würde ich maximal auf Pharmariesen setzen. Deshalb habe und behalte ich Johnson & Johnson.
Vertex mit ca 6.000 Mitarbeitern ist kein Zwerg, aber auch kein Riese. Außerdem fehlt mir die Dividende bei Vertex.