von Robert Z.
Der langfristige Kursverlauf kann für Beides als positives Kriterium angesehen werden. Die Frage ist jedoch meist wieviel Volatilität – sprich Einbrüche – toleriert werden, also der Ausstieg. Für einen ähnlichen Zweck hatte ich anderweitig eine einfache Fantasie-Aktie diskutiert, die evtl. hier z. Z. dazu passt.
BILD 1. LOG-Chart. Diese X-Aktie hat bei 5, 50, 500 Hochs und 3 Einbrüche von je 50% auf 2,5, 25, 250. Für den sehr langfristigen Investor (WW) ist ein simples und robustes System für den Ausstieg natürlich das Durchbrechen der roten Trendlinie eine naheliegende Basis oder/und ein Tief von in diesem Beispiel < 50%. Jener hat sich schon beim Einstieg damit abgefunden, dass er evtl. mehrere 50% Einbrüche durchstehen muss, aber rechnet unter dem Strich mit einem relativ hohen Zuwachs – wenn alles SO sich fortsetzt. Auf dem Chart ist zu sehen, dass in dieser logarithmischen Darstellung die unmittelbare Vergangenheit etwas „verharmlost“ erscheint. Die -80% stehen sehr weit oben im Chart und – je nach Übung – wird beim ersten Durchsehen gerne unterschätzt, dass die Hütte schon im „sehr oberen“ Bereich des LOG-Charts zu brennen anfangen kann.
BILD 2. LINEAR-Chart. Was der WW-Investor evtl. nicht tut – aber die 10 J.- Investorin ganz sicher tut: Auch den entsprechenden linearen Chart sich anzusehen. Da ist „Verharmlosung“ fast ins Gegenteil verkehrt. Evtl. hat diese Investorin sich beim Einstieg vorgenommen nur bis zu einem Einbruch um 25% dabei zu bleiben, um ggf. dann lieber etwas Neues für die nächsten 10 Jahre zu suchen. Von 2015 bis 2025 hat sich ihr Investment im Beispiel ja verzehnfacht.
Ein wenig habe ich den Eindruck, dass im Forum beide Denkweisen vorhanden sind – aber vermutlich mehr 10 J.-Typen als WWs. Beides bei ein und derselben Person? Geht vielleicht ? Aber zu jedem Einstieg sollte man schon ein „GEWISSES SYSTEM“ für den Ausstieg denken – sagen „Berühmte Investoren“ – ODER EURE MEINUNG ?



Danke für Deine wie immer sehr eindrucksvollen Charts, lieber Robert.
Es dürfte für Euch keine Überraschung sein, dass ich für unsere langfristigen Betrachtungen immer nur den Log-Chart verwende.
By the way: Mir fällt auf, dass Deine Alternativ-Szenarien in Richtung Jahrzehntwechsel heftige Abstürze unterstellen. Das deckt sich natürlich voll und ganz mit meiner Erwartung – auch wenn ich persönlich die Abstürze auf der Zeitachse etwas später sehe 😉
Danke, lieber Raimund. In Prognose wollte ich mich nicht versuchen – die Charts datieren vom Okt. 2023 und sollen höchstens ein Typus sein, der oft mal vorkommt.
Wo wir hier noch übereinstimmen, ist das „DEUTLICHE“ Durchbrechen der unteren Trendlinie. Bei meinem Beispiel ist der 1. Blaue Punkt schon gut ausserhalb – aber der Wert ist gleich wie beim Roten Punkt eben -50%. D. h. ausserhalb der Trendlinie kann natürlich immer eine Weile „Seitwärts“ kommen – ohne dass gleich Panik angesagt ist – Wachsamkeit natürlich schon.
Robert, danke für diese Betrachtung. So hatte ich das noch gar nicht gesehen.
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Für die länger zurück liegende Historie sollte man also den logarithmischen Chart nehmen und für die letzten 5 Jahre lieber den linearen.
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Dann kommt man der gefühlten und auch aktuellen Entwicklung näher.
Aries,
„So hatte ich das noch gar nicht gesehen“. Freut mich, dass Du die beiden Sichtweisen verinnerlicht hast – das war meine Absicht. Auch die Begründung ist simpel und ohne Mathe verständlich.
LOG:
(a) Ist die einfachste Darstellung um viele Potenzen im Kurs/Preis auf 1 Chart zu präsentieren.
(b) Und das ist viel wichtiger. Die Gerade Linie bedeutet konstantes Wachstum. Wenn dazu z. B. extrapoliert, prognostiziert … wird kann (sollte) dies im LOG-Chart und mit geraden Linien erfolgen. Die Performance vergleicht man am einfachsten mit einer ZinsesZins-Linie (im obigen Beispiel 12% dünne schwarze Linie).
(c) Mit wenigen Clicks erhält man so bei comdirect z. B. den beigefügten Chart der Ametek, im WWD von Christian Wolf vorgeschlagen, zusammen mit 3 Performance-Linien für die „berühmten“ 20 Jahre Rückblick. Die mit Ausnahme der Finanzkrise stetigen 15% brauchen sich auch vor Alphabet nicht zu verstecken.
LINEAR:
Die 5 Jahre beantworte ich mal salopp: Wird überwiegend in den „Diensten“ verwendet wie auch im täglichen Leben. Da sieht man eben sofort „mit einem Blick“ ob der Einsatz sich gerade verdoppelt hat oder …. (lieber nicht). Selbstverständlich kann man da parallel zur Zeitachse auch Unterstützungs-Linien einzeichnen … aber das ist es dann auch. Eine GERADE Aufwärtslinie bedeutet, dass die Performance kontinuierlich ABNIMMT !