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Greiffbar – Ei-klang

28. März 2024
Volker Schilling
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von Volker Schilling

Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?

Ei-nklang

Ostern steht vor der Tür, der Ei-klang ist deutlich zu hören. Der Ei-nklang dagegen zwischen Wirtschaft und Börse hat einen Sprung. Ich erspare mir und Ihnen den Wortwitz an dieser Stelle. Die Wertentwicklung des DAX ist be-ei-ndruckend. Es sieht so aus, als ob die Anleger das Ei des Kolumbus gefunden haben. Ein Allz-ei-thoch nach dem anderen bei gleichzeitig ständig fallenden Wirtschaftsdaten. Nach der jüngsten Korrektur der Forschungsinstitute: Wachstum für 2024 Fehlanzeige, Meldung der Einzelhandelsumsätze diese Woche fatal negativ und die Anleger auf dem besten Wege, alle Eier in einen Korb zu legen. Der Eiertanz am Aktienmarkt treibt auch in Japan Blüten. Der Yen ist inzwischen für ‘nen Appel und ‘nen Ei zu haben, neue Tiefststände der Währung auf dem Niveau von 1990, während der Nikk-ei wie aus dem Ei gepellt daherkommt und gerade seine Hochs aus dem Jahr 1989 zurückerobert hat. Aber das dickste Ei ist aktuell der Schokoladenpreis, dieser ist seit letztem Jahr um sage und schreibe 250% gestiegen und hat damit sein altes Hoch von 1977 gleich um das Doppelte übertroffen. Schokohasen und Ostereier dieses Jahr also bessere Performer als Aktien.

Tarif-ei-nigung

Wenn uns etwas in den letzten Wochen auf die Eier gegangen ist, dann der andauernde Streik bei der Bahn. Die ungelegten Tarifeier gehören jetzt endlich der Vergangenheit an, denn die Bahn und die Gewerkschaft GDL haben sich ge-ei-nigt. Ebenso das Bodenpersonal bei der Lufthansa, die wie ein Ei dem anderen ihre Forderungen angeglichen haben. Der Weg in den Osterurlaub ist damit frei. Ich werde das gleich nutzen, um die nächsten zw-ei Wochen auf dem Meer zu verbringen. Da weder Ei-Phone noch Ei-Pad da wirklich gut funktionieren, wird es die Gr-ei-ffbar erst wieder in dr-ei Wochen geben. Ach du dickes Ei! Bevor ich aber aufbreche, muss ich das noch loswerden:

Augenwischer-ei

Diese Woche haben zwei Börsengänge für Furore gesorgt. Zum einen Reddit, die mit 34 Dollar an die Börse gingen, in der Erstnotiz bei 53 Dollar lagen und in der Spitze bis auf über 70 Dollar gestiegen sind. Zum anderen die Trump Media & Technology Group, die mittels SPAC an die Börse kam, zweitweise um 60% zulegte und damit einen Börsenwert von 9 Mrd. Dollar erreichte. Der Börsenwert liegt damit fast identisch zu Reddit, die mit 9,3 Mrd. Dollar bewertet sind. Doch Trump ist auch an der Börse Augenwischer-ei. Seine Zahlen sind nicht das Gelbe vom Ei, denn bei gleicher Bewertung lieferte die Trump Group in den letzten 9 Monaten einen Verlust von 49 Mio. Dollar bei 3,5 Mio. Umsatz, während Reddit 929 Mio. Gewinn einfuhr bei 1 Mrd. Dollar Umsatz. Ei der Daus! Vorsicht, welches Ei Sie sich da ins Kuckucksnest legen. Ich verabschiede mich von Ihnen für die nächsten drei Wochen und verabschiede mich – leider für immer – vom Nobelpr-ei-sträger Daniel Kahneman, der diese Woche gestorben ist. Wer es ohnehin nicht schon getan hat, der sollte ei-frig sein Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ lesen. Er und sein kongenialer Kollege Amos Tversky hatten den Homo Oeconomicus sowas von an den Eiern, dass nach ihren Arbeiten das Verhalten der Anleger an den Finanzmärkten neu ei-ngeordnet werden musste. Ich selbst habe Daniel Kahneman ei-nmal bei einem Event kennengelernt und war im wahrsten Sinne von seinem Humor und seinem Wortwitz ei-ngenommen. Und da das Fest der Auferstehung ansteht, besteht ja vielleicht noch Hoffnung. Ihnen Frohe Ostern und ein paar schöne F-ei-ertage.

Ihr Volker Schilling

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Kommentare

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  • Aries Eeberg sagt:

    Es ist mal wieder an der Zeit, etwas zu kaufen – und keine Aktien! …. Ich jedenfalls setze meine Gewinne derzeit in eine PV-Anlage auf unserem Dach um. Die Anbieter überschlagen sich derzeit damit, einem ihre Module vom Lager zu verkaufen.
    .
    Noch ein Vorschlag zur Osterzeit: Wenn gebrauchte E-Autos derzeit wirklich so billig sind – warum nicht eines kaufen? Die aktuellen Modelle sind auf einem guten Niveau und schon ziemlich ausgereift.
    .
    Die Börse wird gewiss auch wieder fallen. Dann standen die schönen Gewinne nur auf dem Papier, wenn man nicht etwas mit ihnen macht,

    • Paulchen sagt:

      Leider ist es ja so, dass beim Verkauf knapp 30% der schoenen Wertpapiergewinne in Form von Steuern sofort weg sind.

      Nahezu jeder Politiker fordert die Buerger auf, zwingend privat etwas fuer die Altersvorsorge zu tun. Mir fehlt aber mal eine verstaendliche Erklaerung dieser Politiker, warum alle diese privaten Massnahmen sofort besteuert werden muessen.

      • Raimund Brichta sagt:

        Gleichzeitig können Gewinne mit Gold, Bitcoin & Co nach einem Jahr steuerfrei kassiert werden. Muss man das verstehen ?

        • Sandro sagt:

          Ganz zu schweigen vom Flop der Riester-Rente: Förderung nur, wenn die Finanzindustrie mitkassiert und alle Vorteile für sich einstreicht…

          Bin mal gespannt, was aus den Plänen zur Aktienrente wird.

    • Michael sagt:

      „Es ist mal wieder an der Zeit, etwas zu kaufen – und keine Aktien! …. Ich jedenfalls setze meine Gewinne derzeit in eine PV-Anlage auf unserem Dach.“

      In vielen Fällen finde ich PV-Anlagen auf Dächern eine gute Sache, insbesondere in Ländern mit vielen Sonnenstunden.

      Hier liegt die Sache jedoch wie folgt vor:

      Ein durchschnittlicher 2- Personenhaushalt verbraucht pro Jahr Strom für ca 1.500 Euro.

      Die Restlebenszeit für einen Neurentner beträgt statistisch betrachtet 16 Jahre – dann war’s das.

      16 × 1.500 Euro = 24.000 Euro

      Was kostet die „billige“ PV-Anlage „Made in China“ (kommunistische Diktatur, miese Umweltstandards, …), nebst Wartung?

      Sinnvoller ist es mEn, das Kapital – diese Investition – in ein Juniordepot für die Enkelkinder richtig anzulegen. Dort kann es dann bis zum 18. Lebensjahr jährlich im Schnitt ca 8 Prozent Rendite erwirtschaften.

      Der Lebensverlauf des dann jungen Erwachsenen – der/die mit 18 noch ein ganzes Leben (!) vor sich hat – wird dadurch sinnvoll unterstützt: Auslandsstudium, das Depot weiterlaufen lassen für’s Alter, die Welt erkunden und lernen / beobachten, was auch immer gut tut in der dann vorliegenden Situation.

      Ostern hat man die Familie um sich. Investiert in jeglicher Hinsicht in die eigene Familie, DAS ist sinnvoll!

  • Andreas B sagt:

    Das ist ja genau das, was ich meine was auch die Performance der Indices betrifft. In Amerika, wenn es ein Altersvorsorgedepot ist, kann man steuerfrei bis zur Rente handeln und erst dann muss man die Dinge versteuern. D.h. aber ich habe bei realisierten Aktiengewinnen immer den vollen Cash den ich wieder investieren kann. Und da fragt noch einer weshalb u.a. auch DAX und S&P500 so unterschiedlich laufen? Wenn hier die steuerlichen Dinge genauso wie in Amerika wäre und die Börsenmentalität so ausgeprägt, hätten wir nicht diesen großen Unterschied.

    Und genau deshalb halte ich den Bitcoin und die anderen Kryptos weiter. Wieso soll ich meine Steuerfreiheit vorschnell „aufs Spiel setzen“. Wenn will ich den aktuellen Zyklus erst richtig sich entfalten sehen, bevor ich (Teil-)Gewinne dann mitnehme und die eben steuerfrei.

    Ich finde man müsste die Spekulationsfrist bei Aktien wieder einführen, von mir aus z.B. auch nach 3 Jahren erst steuerfrei, aber es muss eine Steuerfreiheit wieder geben. Und zweitens wenn es sich um ein Altersvorsorgedepot handelt, dass wie in Amerika erst bei Renteneintritt alles versteuert werden muss. So kann man viel besser vorsorgen, weil einfach der zusätzliche Cash, der nicht an Steuern erstmal weg geht, investiert werden kann.

  • Aries Eeberg sagt:

    Eure Überlegungen zur Steuerfreiheit und Altersvorsorge sind ja alle richtig. Es hat nur wenig Sinn, sich darüber aufzuregen.
    .
    Mein Punkt ist: Wenn die Aktien hoch stehen, muss man mal etwas Größeres kaufen. Die Aktien werden bestimmt auch wieder fallen. Dann kann man ja weiter sparen.
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    Wofür tun wir das hier eigentlich alles? Der Unterhaltungswert und die geistige Herausforderung sind wirklich großartig. Aber es sollte doch auch einen realen Nutzen haben.
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    Ja, und Gold und Bitcoin würde ich jetzt nicht verkaufen. Die haben beide gerade einen Lauf. – Der Lauf beim Gold beunruhigt mich etwas.
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    Die Deutschen haben noch eine Schwäche: Sie tun alles, wenn sie dabei Steuern sparen können – auch sinnlose und unwirtschaftliche Dinge. (z.B. geschossene Immobilienfonds in Ostdeutschland vor 25 Jahren.)

    • Peter Czeck sagt:

      „unwirtschaftliche Dinge“ 👍 s.auch grauer Kapitalmarkt…Verlustzuweisungsgesellschaften…manche mit 100% echten Totalverlust. Da lob ich mir Aktien breit gestreut.