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Greiffbar – Lichtblicke

14. November 2025
Volker Schilling
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von Volker Schilling

Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?

 

Rabimmel

Ich geh mit meiner Laterne

Und meine Laterne mit mir

In den USA leuchten wieder die Sterne

An den Börsen wieder die Gier

Der Kanzler feiert stumm, Karneval tanzt herum

Rabimmel, rabammel, rabumm

Die Woche begann mit einem runden Geburtstag und einer runden Zahl. Friedrich Merz wurde 70, und während aus dem Konrad-Adenauer-Haus leise Gratulationsständchen klangen, summte Berlin schon die Frage: Wohin marschiert die Republik mit ihm an der Spitze? Die Antworten fallen so unterschiedlich aus wie Laternenmotive im Kindergarten: Die einen sehen in ihm Stabilität, die anderen konservative Nostalgie, wieder andere nur den Mann, der seit 20 Jahren versucht, der CDU die verlorenen Lichter wieder anzuknipsen. Apropos Lichter: Am 11.11. begann die fünfte Jahreszeit, und damit auch die humoristische Selbstentlastung einer Nation, die dringend welche braucht. Zwischen Prinzenproklamation und Pappnase war jedoch zu hören, wie an den Finanzmärkten ein anderer Tusch erklang: Der Shutdown in den USA ist beendet. Washington hat das Licht wieder angeknipst und die Börsen reagierten prompt mit einem kleinen Freudensprung. Die Laternen der Märkte brannten damit in dieser Woche wieder etwas heller.

 

Rabammel

Ich geh mit meiner Laterne

Und meine Laterne mit mir

In Japan schmelzen die Kerne

In Deutschland stagnieren wir

Mit dem Penny ist es um, nimmt keiner krumm

Rabimmel, rabammel, rabumm

Die Meldung der Woche kam aus Tokio: Softbank trennt sich komplett von seinen Nvidia-Aktien. Doch Softbank kauft sich im selben Atemzug bei OpenAI ein. Vom Hardwarezulieferer zum Belieferten der Künstlichen Intelligenz. Ein Laternenwechsel, der nach strategischer Erleuchtung aussieht. Während Tech-Giganten den Lampenwechsel proben, geht es in Washington ums Kleingeld. Die letzte 1-Cent-Münze ist geprägt, der Penny wandert ins Museum. Wirtschaftlich sinnvoll, kulturell endgültig. Das kleinste Licht des amerikanischen Geldbeutels ist aus und niemand vermisst es, außer vielleicht die Maschinen an der Supermarktkasse, die jetzt mit einer Identitätskrise leben müssen. Apropos Identitätskrise: Die Wirtschaftsweisen sehen für Deutschland schwierige Jahre voraus. 2025 stagniert mit 0,2 % Wachstum und für 2026 wurde das Wachstum auf 0,9 % gesenkt. Damit gehen zwar nicht die Laternen aus in Deutschland, aber die Ehre als Schlusslaterne durchzugehen sorgt für schlechte Stimmung. Ganz anders hier:

 

Rabumm

Ich geh mit meiner Laterne

Und meine Laterne mit mir

Warren Buffett schreibt aus der Ferne

Sankt Martin feiert man hier

Der Mann ist nicht dumm, die Ära Buffett um

Rabimmel, rabammel, rabumm

Erstmals in seiner Karriere schreibt Warren Buffett, inzwischen 94 Jahre alt, seinen mutmaßlich letzten Brief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway. Kein Abschied mit Pauken, sondern ein ruhiges Weiterreichen der Laterne. Vertrauen statt Tumult, Demut statt Donner: Berkshire, schreibt er, wird ohne ihn gut weiterleuchten. So klingt einer, der weiß, dass sein Licht zwar heller war als das der meisten, aber trotzdem Teil einer größeren Erleuchtung. Es ist ein würdiger Moment, der Investmentgeschichte mit Stille schreibt. Ein Vermächtnis so groß wie das von Sankt Martin, mit fast demselben Licht der Erkenntnis, dass das Teilen mit anderen Menschen ein wertvoller Beitrag für die Menschheit ist. Oder wie Warren Buffett es schreibt: „Greatness does not come about through accumulating great amounts of money … When you help someone in any of thousands of ways, you help the world.“ Und dann steht da zu guter Letzt die Frage dieser Woche: Was verbindet Sankt Martin, Karneval, Softbank, Merz, Buffett, Shutdown und die Wirtschaftsweisen? Es ist das Licht. Manchmal brennt es hell, manchmal flackert es, manchmal geht es aus und manchmal teilt man es, wie Sankt Martin seinen Mantel. Die Märkte dieser Woche waren genau das: Ein Laternenzug aus Politik, Wirtschaft und Emotionen. Laut, bunt, mal widersprüchlich, aber auf keinen Fall langweilig. Und so endet mein Refrain für diese Woche: Rabimmel, rabammel, rabumm …bumm… bumm…

Ihr Volker Schilling

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Kommentare

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  • Dominik W. sagt:

    Hallo,

    wie schaut’s eigentlich mit der Jahresendrally aus? Der Startschuss war doch schon gefallen… 😉
    Vielleicht bekommen wir auch eine winterliche Weihnachtskorrektur?

    Viele Grüße

    • Raimund Brichta sagt:

      offenbar haben die Bullen den Startschuss noch nicht richtig gehört 😂

      vermutlich haben ihnen die Bären mit beiden Tatzen die Ohren zugehalten.

      • Dominik W. sagt:

        Na dann hoffe ich, dass nicht auch noch die Augen zu gehalten wurden und die Bullen schon eingeschlafen und im Winterschlaf sind 😆

        Aber vielleicht warten sie auch noch auf den Start-tweet von Trump 🤣

        • Raimund Brichta sagt:

          Wenn ich unserem 100-prozentigen Raketensignal vertraue, was ich nach wie vor tue, kann selbst eine winterliche Weihnachtskorrektur nur ein paar lockere Schneeflocken hervorbringen. Denn du weißt ja: Das Signal kündigt bis April weitere Kursgewinne an … 🚀

          • Dominik W. sagt:

            Na dann 😀

            Was sagt das Raketensignal denn eigentlich nach der Rakete vorher? Gibts da auch eine Tendenz? Stürzt sie dann vom Himmel? 😅

            Gibts eigentlich auch mal wieder ne Schampuswette? Bspw. wer am nahsten am Jahresendstand ist? 😉

  • Bernd S. sagt:

    Derzeit geistern ja wieder sehr viele negative Meinungen durch die Medien, von KI-Schock und bevorstehendem Crash ist da die Rede. Wenn ich das so lese, bin ich fast schon wieder leicht optimistisch. Die Wenigsten haben einen Crash punktgenau vorhergesagt.
    DAS wir hier teilweise atemberaubende Bewertungen haben, sehe ich auch. Aber ich denke, ein Crash, der diesen Namen verdient, wird noch etwas auf sich warten lassen. Dann sehen wir gute Einstiegskurse bei vielen Werten

    • Raimund Brichta sagt:

      genau, und dann ist da noch der Raketen-Indikator 🚀

    • Sandro sagt:

      Crashs mit Ankündigung gibt es eigentlich nicht – zumindest nicht dann, wenn sie erwartet werden. Die sog. „KI-Blase“ wird m. E. auch erst dann platzen, wenn der Bullenmarkt insgesamt stirbt. Die einzige Frage wäre dann, ob ein Zusammenbrechen der KI-Blase tatsächlich ursächlich für das Ende des Bullenmarkts sein wird, oder ob es dafür dann einen anderen Grund geben wird.

  • Michael sagt:

    Vielleicht kommt jetzt endlich mal wieder Action in die Märkte, u.a. Bitcoin sei Dank.

    Der Krieg in der Ukraine dürfte meiner Einschätzung nach in den nächsten 6 Monaten beendet sein. Die Front scheint zu kollabieren…

    Wer mag kann sich Epam Systems anschauen – interessanter Chart.

    Hmmm, mal etwas querdenken… Warum kommen aktuell sämtliche Korruptionsskandale im Umfeld von Herrn S. hoch?

    Warum nicht vor einem Jahr?

    Wenn das Umfeld von Herrn S. Eure „Hilfsgelder“ in die eigenen Taschen schiebt… Wie sauber und integer ist dann Herr S. – best Buddy von Merz und WEF Young Leader Macron – persönlich?

    Schön, dass die US-Geheimdienste Donald J Trump unterstellst sind… 😉

    Und nebenbei bemerkt: warum habt ihr euch von Politikern und Medien veräppeln lassen, welche einen Sieg der Ukraine in Aussicht gestellt haben? „Den Russen geht die Munition aus…“ , „Der Marder / Leopard-Panzer…“, „Wenn die Ukraine Kampfjets bekommt, dann…“ , „Die Russen verlieren täglich 1.000 Soldaten“, …

    Objektive Informationen habe ich anderweitig lesen können…aber nicht in den hiesigen Medien.

    • Michael sagt:

      „Union und SPD kritisieren US-Friedensplan“

      Ich hätte nie geglaubt, dass „Europa“ – oder wer auch immer dahinter steckt – die Ukraine bis zum Ende kämpfen lassen will, während die neue US-Administration die Realitäten auf dem Schlachtfeld berücksichtigt.

      Wer auch immer sich beklagt, dass die deutsche Kriegsgeneration 1943 weitergekämpft hat – obwohl der Krieg damals de facto verloren war – sieht, dass offenbar nichts gelernt wurde.

      Wer Vorschläge hat, wie die Ukraine gegen Russland gewinnen kann, kann ja Vorschläge unterbreiten…und selber kämpfen als Freiwilliger an der Ostfront.