von Raimund Brichta
Donald Trump hat angekündigt, die Goldreserven der USA in Fort Knox persönlich zu inspizieren. Doch was ist mit Deutschlands Gold?
Seit Jahren gibt es Spekulationen über den Verbleib unserer Goldreserven im Ausland. Die Bundesbank hat bereits einen großen Teil nach Deutschland zurückgeholt, doch noch immer lagern 1.236 Tonnen Gold in New York – fast die Hälfte unseres gesamten Bestands.
Lieber Friedrich Merz, wenn Sie Bundeskanzler werden: Wie wäre es, bei Ihrem ersten USA-Besuch einen Abstecher zur Federal Reserve Bank of New York zu machen? Die Adresse: 33 Liberty St, New York, NY 10045. Dort soll das deutsche Gold in den Kellern lagern.
Bitte überprüfen Sie als Kanzler persönlich, ob die deutschen Barren tatsächlich noch da sind. Machen Sie ein paar Fotos oder Videos und stellen Sie diese danach ins Netz. Das wäre cool. Und danach wären alle Verschwörungstheoretiker verstummt.
#Goldreserven #FriedrichMerz #FortKnox #NewYork #Bundesbank #FederalReserve
Raimund, wie soll anhand von Fotos und Videos festgestellt werden, dass jeder einzelne Goldbarren echt ist?
Und wer wiegt die Barren?
ich gehe natürlich davon aus, dass Herr Merz Gold-Experten seines Vertrauens dabei haben wird, die die Barren für ihn überprüfen, zumindest stichprobenartig. Das kann er selbstverständlich nicht selbst tun.
Aber letztendlich wäre es vermutlich das vernünftigste, die Barren komplett nach Frankfurt zu bringen.
Das in USA lagernde Gold steht im Eigentum der Bundesbank, aber D ist nicht der Besitzer. Das ist die USA. Es wäre sicher vernünftig, das Gold zum großen Teil oder alles nach Europa zu holen. D ist erpressbar und je höher der Goldwert um so größer die Gefahr des Klumpenrisikos.
10 bis 20 % in der Schweiz einzulagern, wäre kein Fehler.
warum in der Schweiz? Wäre es nicht sinnvoller, das Zeug dann gleich ins eigene Land zu holen?
Na, 3 Gründe:
1. wenn der „Russe“ kommt, ist es auch weg.
2. auch wenn der Russe nicht kommt, könnte es in Zukunft zu Unruhen in D kommen.
3. Die Schweiz ist seit jeher der sicherste Lagerplatz, eben ein Wahrer Wert.
Meiner Meinung nach sollte der Staatsschatz im eigenen Land aufbewahrt werden. Nur da ist er im wirklichen Besitz des Landes. Die Angst vor dem Russen halte ich für keinen plausiblen Grund, in in die Schweiz zu schaffen. Wenn der Russe wirklich nach Frankfurt käme, dann käme er auch nach Zürich oder Bern – Neutralität hin oder her.
Interessant finde ich deine Unruhe-Begründung. Mit welchen Unruhen rechnest du? Mit Horden schwerstbewaffneter Menschen, die in den Bundesbank-Keller eindringen und das Gold wegschaffen? Wohin? Das halte ich für abstrus.
Klar wäre es ideal wenn Eigentum und Besitz zusammen fallen. Frankfurt ist allemal besser als NYC. Unruhen/Staatskrisen erscheinen heute zwar in D eher unwahrscheinlich, hat es aber in der Vergangenheit gegeben. Kann die Politik eigentlich die Buba anweisen, Gold zu verkaufen ? Ich glaube eher nicht, denn sie ist – zumindest nach den Statuten – unabhängig. Aber alles ist möglich, siehe die traurige dt. Rolle innerhalb der EZB.
Jetzt bist du aber nicht auf meine Fragen eingegangen. Könntest du noch was dazu sagen?
Und nein, die Bundesregierung kann die Bundesbank nicht anweisen, Gold zu verkaufen. Irgendein Finanzminister hat das in der Vergangenheit mal probiert und ist damit gescheitert.
Meinst Du die Frage bzgl. „Horden“?
Dann lies mal den Roman von Houellebecq „Sousmission“ (Unterwerfung). Da hast Du ein nicht ganz abwegiges Scenario.
Eigentlich möchte ich nicht gleich einen ganzen Roman lesen. Ich würde von von dir nur gerne wissen, welches Szenario du dir konkret vorstellst? Welche Horden sollen wann und aus welchen Gründen in den Frankfurter Bundesbank-Keller einfallen?
Naja, lieber Raimund. Es könnte zum Beispiel bei dem hier schon oft besprochenen Reset zu Unruhen kommen. Das hängt natürlich ganz davon ab, wie dieser Reset letztlich ausgestaltet wird. Aber bei den heutzutage vorherrschenden Verschwörungsunsinn und dem ggf. dann gezielt geschürtem Hass bzw. Angst kann alles passieren.
naja, selbst bei Unruhen muss ja nicht gleich der Goldschatz gefährdet sein. Diese Furcht scheint mir maßlos übertrieben. Der Staat hat schließlich genügend Möglichkeiten und bewaffnete Kräfte, um diesen Schatz gegenüber Protestanten zu schützen. Wenn solche Horden tatsächlich in die Buba-Keller kämen, müsste vorher die gesamte staatliche Ordnung zusammengebrochen sein. Ein solches Szenario halte für unrealistisch. Unruhen ja, aber sowas nicht.
Analog Bodemuseum, ab ca. 2030 ähnlich wie reset. Die Gründe ? Na, die liegen wohl auf der Hand.
was meinst du mit analog Bodemuseum?
Der berühmte Golddiebstahl in Berlin
1) „der Russe“ kommt nicht nach Westeuropa, was soll er da?
Und wie soll er da hinkommen?
2) die „deutschen“ Goldreserven – ca 3.300 Tonnen – sind aktuell rund 300 Mrd Dollar wert – Peanuts. Insofern erachte ich die Thematik, wo die Barren lagern, als irrelevant. Charles de Gaulle war das damals nicht egal, er hat die französischen Goldbarren nach Frankreich zurück geholt. Vive la France, la Grande Nation – das waren noch ganz andere Zeiten. Vergangenheit.
3) passende Überleitung ist der Roman „Unterwerfung“ aus dem Jahre 2015, welcher in Frankreich spielt. Man muss den Roman „Unterwerfung“ nicht lesen, die Thematik und Quintessenz wird ja auf Wikipedia zusammengefasst:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Unterwerfung_(Roman)
Faszinierend zu sehen, welche Aspekte des Romans, der fiktiv im Jahre 2022 spielt – bereits Realität sind! Und die gebildeten und realistisch denkenden Menschen wissen auch, wie die Geschichte in Westeuropa weitergeschrieben werden wird, und bereiten sich und ihre Familie entsprechend vor. Die Masse versteht die großen Linien nicht, und springt über sämtliche thematische Stöckchen, die via Medien präsentiert werden.
4) den USA wird das westeuropäische Schicksal – Umerziehung der Gesellschaft, Unruhen, Verarmung – erspart bleiben. Sie bleiben „the land of the free“…
5) Unruhen existieren nur dort, wo der Staat sie zulässt. Kriminalität lässt sich ganz easy stoppen, denn Kriminelle sind nichts weiter als Feiglinge. Sie fühlen sich stark, wenn sie in Gruppen unterwegs sind, oder wenn sie mit einer Waffe auf Schwächere losgehen können. Ergo werden sie kaum eine abgesicherte Bundesbank stürmen.
Auch der deutsche Staat könnte Kriminalität ganz leicht stoppen, tut er aber nicht. Ergo ist nach meiner Einschätzung der Zustand gewünscht.
vermutlich wird auch Herr Trump nicht jeden einzelnen Barren persönlich auf seine Echtheit hin überprüfen und wiegen, oder?
Natürlich nicht.
Er lädt auf einen Trip nach Fort Know ein:
https://youtu.be/ybzRNbYcD-A?feature=shared
Wäre doch ne coole Sache. „James Bond: Goldfinger“ ein herausragender Klassiker…
einen Elon wird Friedrich leider nicht mitnehmen können ;(
Es gehört zwar nicht zum Thema Gold,aber Merz hat ganz andere Probleme nämlich die massive Schwächung der transatlantischen Beziehung, USA Europa speziell Deutschland
Richtig, dass Merz einer Reihe von großen Herausforderungen gegenübersteht, ist unbestritten. Dasselbe gilt aber für Donald Trump, der trotzdem das US-Gold inspizieren will. Deshalb schlage ich Merz auch keine Extra-USA-Reise vor, sondern nur einen kleinen Abstecher von Washington nach New York. 🙂
Ich möchte diesen Beitrag nochmal aufgreifen, auch wenn er schon einen Monat alt ist und hier eine Verständnisfrage stellen. Ich habe kürzlich gelesen, daß die US Goldreserven mit einem Buchwert von 42 USD pro Feinunze bilanziert seien und das die US Regierung vorhabe ihn mit dem aktuellen Marktwert neu bewerten zu lassen. Ich habe daraufhin mal nachgesehen, wie die deutschen Goldreserven bewertet sind und habe in der Bilanz der Bundesbank zum 31.12.2024 den Wert von 270,6 Mrd Euro gefunden.
https://www.bundesbank.de/de/presse/reden/jahresabschluss-2024-951876
Bei ca. 3350 Tonnen wären das ca. 2500 Euro je Feinunze. Stimmt es, daß die US Goldreserven zu diesem niedrigen Buchwert bewertet sind und wenn ja, warum ist das so? Wäre es nicht korrekt, den Marktwert zu bilanzieren, so wie dies offenbar die Bundesbank macht?
Und noch eine andere Frage in diesem Zusammenhang: Wenn der Vermögenswert des Goldes in USD in der Bilanz tatsächlich so niedrig angesetzt ist, ist der USD dann nicht auf der anderen Seite zu hoch bewertet und hätte eine Neubewertung Einfluß auf den Wechselkurs zwischen Euro und USD? Der Euro würde auf- und der USD abwerten? Fragen über Fragen. Die Materie ist wirklich nicht einfach…
Welche Bilanz meinst Du in Bezug auf die USA? Meines Wissens nach befindet ich der Goldschatz (bzw. der größte Teil davon) in Besitz des Finanzministeriums und nicht der Notenbank. Die Regierung bilanziert aber gar nicht …
https://fortune.com/2025/02/11/adjusting-bookkeeping-america-gold-reserves-add-750-billion-treasury-overnight/
Mit Bezug auf diesen Artikel habe ich verstanden, daß die Fed aktuell Goldzertifikate als Vermögenswert bilanziert, die den Wert der US Goldreserve mit 42 USD je Feinunze ansetzt und das die Trump Administration das korrigieren will. Warum sollte denn das Gold in den USA nicht bilanziert werden?
Weder die US-Regierung als Ganzes, noch das US Treasury stellen eine Bilanz im kaufmännischen Sinne auf. Das US Treasury gibt aber regelmäßig Finanzberichte heraus, in denen auch die Goldbestände stehen. Und zwar sowohl von der Menge her als auch mit dem von dir genannten niedrigen Preis je Feinunze.
Eine Anpassung in diesem Finanzbericht dürfte aus meiner Sicht aber kaum Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben, denn den aktuellen Marktwert des Goldes kennt jeder. Man braucht diesen nur mit den ausgewiesenen Beständen in Tonnen vergleichen, um dann auf den aktuellen Marktwert zu kommen.
Die Absicht von Donald Trump hinter einer solchen Aufwertung wäre natürlich klar: den Amerikanern deutlich zu machen, wie vermögend sie wirklich sind. aber für die Märkte bräuchte das keine Überraschung.
Noch eine Frage in diesem Zusammenhang. Sollte die Bilanzierung der deutschen Goldreserve, die nicht in Deutschland lagert, aus kaufmännischer Vorsicht, nicht mit einem Abschlag auf den Marktwert bewertet werden?
Warum? Damit würde die Buba unterstellen, dass ihr New Yorker Gold mit größeren Risiken behaftet ist als das zu Hause gelagerte Gold. Das ist ein Politikum.
„Meiner Meinung nach sollte der Staatsschatz im eigenen Land aufbewahrt werden. Nur da ist er im wirklichen Besitz des Landes.“
Damit drückst du doch, meiner Meinung nach zurecht, aus, daß es sicherer ist das deutsche Gold auch in Deutschland zu lagern. Ein Abschlag auf den Wert des nicht in Deutschland lagernden Goldes, würde dem Rechnung tragen. Sollte man es brauchen und nicht drankommen können, ohne hier jetzt Horrorszenarien ausmalen zu wollen, müßte man es ja auch abschreiben.
Richtig, das ist meine persönliche Auffassung. aber politisch könnte das die Bundesbank eine solche Maßnahme schlecht kommunizieren, ohne selbst Schaden zu nehmen. Im übrigen könnte man auch umgekehrt argumentieren: wenn der Russe sich das Gold aus den Frankfurter Kellern holt, wäre es in den USA sicherer als hier.