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Greiffbar – EURO(pa) Fighter

7. Juni 2024
Volker Schilling
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von Volker Schilling

Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?

€URO Fighter

Nach Artikel 2 der Satzung der Europäischen Notenbank ist es „das vorrangige Ziel, die Preisstabilität zu gewährleisten“. Und obwohl diese Preisstabilität sowohl in Europa als auch in Deutschland weiterhin über der gesetzten 2 % Marke verweilt – zuletzt sogar wieder etwas gestiegen ist – haben die €URO Fighter der EZB diese Woche die Zinsen gesenkt. Warum? Es herrscht keine Not, die Wirtschaft zeigt bereits Erholungstendenzen. Der Arbeitsmarkt ist stabil und eine Pleitewelle mit massiven Kreditausfällen nicht erkennbar. Auch die Staatsschulden der EU-Mitglieder konnten entgegen vieler Crash-Propheten weiterhin bedient oder prolongiert werden. Warum also verschießt die EZB notwendige Munition, die sie für den Ernstfall von Wirtschaftseinbrüchen, Rezessionen oder Kreditausfällen gut gebrauchen könnte? Wissen die €URO Fighter der Notenbank mehr über den Zustand Europas? Oder ist es doch Frau Lagarde, die hier mehr als Politikerin, denn als Notenbankerin agiert, um den Staatschefs Europas zu helfen, die gewaltigen Sondervermögen der grünen Transformation und der Verteidigungsbereitschaft zu finanzieren? Denn eines ist klar: Die Bestellungen bei der Rüstungsindustrie reißen nicht ab:

Eurofighter

20 neue Kampfjets der Marke Eurofighter orderte diese Woche Bundeskanzler Olaf Scholz höchstpersönlich bei der Eröffnung der Internationalen Luft-und Raumfahrtmesse ILA in Berlin. Von den bestehenden 138 Eurofightern der Bundeswehr ist nicht klar, wie viele tatsächlich einsatzbereit sind. Und wahrscheinlich könnte keiner der Kampfjets auf einer deutschen Autobahn landen, so wie es diese Woche die Schweizer vorgemacht haben. Das liegt aber nicht an der Technik des Kampfjets, sondern an der hohen Baustellendichte auf deutschen Autobahnen und der fehlenden Senkrechtstarterfunktion des Eurofighters. Spaß beiseite, die Bundeswehr begeht diese Woche wieder am 8. Juni den „Tag der Bundeswehr“. Sie haben also die Möglichkeit, sich vor Ort über den ordnungsgemäßen Zustand ihres Kriegsgerätes zu überzeugen. Eine Vielzahl an Kasernen öffnen sich für diesen Tag. Apropos Eröffnung:

EURO Fighter

Nächste Woche eröffnen die EURO Fighter der Nationalmannschaften die Fußballeuropameisterschaft. Gefightet wird aber nur am Platz, so wie es sich für zivilisierte Gesellschaften gehört. Hoffen wir, dass es auch friedlich bleibt. Zu meiner persönlichen Mannschaftsaufstellung hören Sie nächste Woche mehr von mir. Zuerst einmal steht ein anderer Kampf an, nämlich der um das demokratische Europa. Die EURO Fighter der Woche sind die Wahlkämpfer und Wahlkandidaten der am Sonntag anstehenden Europawahl. Auch wenn das Ergebnis keine Rolle für die Kapitalmärkte spielen wird, so ist es doch für die Zukunft Europas entscheidend, dass wir das gemeinsame Wertesystem auch in einer Gemeinschaft leben und weiter voranbringen. Europa wird in der internationalen Politik und Wirtschaft nur dann noch von Bedeutung sein, wenn wir es schaffen, unsere Stärken zu bündeln und handlungsfähige Institutionen zu schaffen. Wir brauchen Menschen, die eine positive Vision für ein erfolgreiches, prosperierendes und lebenswertes Europa hervorbringen. Die mutig genug sind, nicht grenzenlose Versprechungen zu machen, aber Grenzen der Freiheit achten. Kurzum, echte EURO(pa) Fighter. Bitte gehen Sie wählen.

Ihr Volker Schilling

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Kommentare

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  • Andreas B sagt:

    … übrigens hat heute Markus Koch vorgerechnet, dieses Jahr muss die USA 1 Billion US-Dollar Zinsen zahlen, nächstes Jahr, selbst wenn die FED die Zinsen 4x senken würde (nehme an bei jeweils 0,25 Basispunkten) erhöhen sich die Zinszahlungen trotzdem auf 1,1 bis 1,2 Billionen Dollar. Wenn die FED nun gar nichts bei den Zinsen macht (also auch kein Anstieg) erhöhen sich die Zinszahlungen auf 1,5 bis 1,6 Billionen… das sagt doch schon alles.

    Die USA leben aktuell extrem über ihre Verhältnisse und die FED muss die Zinsen senken und Liquidität bereitstellen, selbst wenn die Inflation etwas höher bleibt, sonst bewegen wir uns auf den Systemcrash schneller zu…

    Und wenn die FED die Zinsen senkt und allgemein die Liquidität erhöht, wird diese sicher auch vom Bitcoin mit aufgesaugt.

    • Volker Schilling sagt:

      Die US-Inflationszahlen beflügeln gerade auch dieses Szenario. Zinssenkungswahrscheinlichkeit für September durch die FED deutlich angestiegen. Das Aktienszenario positiv, insbesondere dann, wenn die Anleihemärkte dadurch wieder unter Druck kommen sollten. Sachwerte werden bei Zinssenkungen gefragter sein. Auch Gold und Silber sollten dann wieder Fahrt aufnehmen. Strukturell rechne ich mit einer Inflation um die 3% bei gleichzeitig fallenden Zinsen. Hilft den Staatsschulden und den Sachwerten und ist wahrscheinlich auch für alle Bürger das kleinste Übel.

  • Michael sagt:

    Ich rechne in den kommenden Monaten mit offiziellen US-Inflationsdaten von 2,5 bis 2,8 Prozent.

    • Andreas B sagt:

      Bin gespannt, ob du recht hast, Michael…

      • Michael sagt:

        Das wird sich zeigen, Andreas.
        Mein Ansatz:
        Biden soll US-Präsident bleiben.

        Deshalb werden positive offizielle Wirtschaftsdaten benötigt, insbesondere Inflationsdaten.

        Die US-Infrastrukturunternehmen des 21. Jahrhunderts dürften bis einschließlich Oktober 2024 sehr positive Zahlen und Ausblicke präsentieren, was die US-Indizes weiterhin pushen dürfte.

        • Andreas B sagt:

          Das glaube ich auch, dass möglichst die Rahmenbedingungen stimmen sollten, was für Biden positiv ist, bloß ob die auch so „steuerbar“ sind? Die FED muss mitspielen, Wirtschaft weiter laufen (ob das wirklich der Fall sein wird, für den Rest des Jahres, habe da Zweifel), Handelskonflikte mit China dürfen nicht eskalieren usw.

          Die 18500 beim Dax sind nun klar gerissen… vor allem die Autowerte drücken.