von Raimund Brichta
Ich möchte hier nicht dauernd auf demselben Thema rumreiten. Diesmal tut es für mich ein anderer: Er hat sich den MSCI China angekuckt und mit Erstaunen festgestellt, dass der in 30 Jahren (!) nix (!) gebracht hat.

Klar, das ist in Dollar gerechnet, der zuletzt sehr stark war. Andere Barometer mögen besser abschneiden, aber über das Grundproblem diskutieren wir hier schon länger. Der Artikelschreiber erwähnt hohe Bewertungen und fragliche Eigentumsrechte in China. Unerwähnt lässt er die künftigen politischen Risiken aus der neuen Weltlage.
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Vollkommen folgen kann ich ihm, wenn er den Blick stattdessen nach Indien lenkt. Das Land gilt als die größte Demokratie der Welt, ist deshalb zwar nicht ohne Risiken wie der Bargeld-Coup im Jahr 2016 gezeigt hat, sollte aber im Vergleich zu China die bessere Wahl sein.

Ist es denn wirklich so einfach mit der Bewertung?
Ich habe nur Alibaba und JD.com und setze ausschließlich auf Big Tech aus China, aber mit einem geringen Depotanteil.
Alibaba soll teuer sein? Dass die Bilanzen der großen Unternehmen stimmen, davon muss man mal ausgehen… ich sehe schon allein den riesigen chinesichen Markt und der Wohlstand wächst in China, da gibt es Potenzial.
Auch in dem 30 Jahreschart gab es in der Achterbahn doch schön Möglichkeiten auch Geld zu verdienen. Ich sehe die Investments nicht langfristig, weil viele Unwägbarkeiten. Aber nach dem Absturz und vor allem auch die sehr negative Stimmung gegenüber China-Werten, macht sie in meinen Augen als Kontroindikator kurz- bis mittelfristig zumindest erstmal interessant.
Gibt es bekannte große indische Unternehmen, mir fallen keine ein (aber habe mich damit auch nicht beschäftigt). Sind diese an deutschen Börsen handelbar? Fakt ist, der indische Markt ist auch für Unternehmen des Westens interessant.
Indien: Reliance Industries und Infosys.
Frage: Welche Auswirkungen hat der steigende US-Zins auf Indien?
Indien profitiert von den Sanktionen gegen Russland, da es sich nicht anschließt.
Wenn China Taiwan in Ruhe lässt, ist Alibaba und Jd.com auf aktuellem Niveau interessant. Zu beachten ist auch, dass kürzlich offenbar die Chefs von westlichen Großbanken in Hongkong waren. Der Westen kann aufgenommen gigantischen chinesischen Markt nicht verzichten…
Selbstverständlich können sich auch in China Chancen f. Aktionäre ergeben. Aber wie ist das Chance-Risikoverhältnis? Manche, die hier China loben haben vor dem Ukrainekrieg auch schon russische Aktien f. seehr aussichtsreich gehalten. Ausländische Aktionäre sind Xi im Zweifel völlig gleichgültig. Es zählt vorrangig der Machterhalt u. die Machtfülle. Was halten die, die unsere Coronapolitik bekämpfen eigentlich v. der chinesischen Isolationsstrategie bzw. den strengsten wirschaftsschädlichen Lockdowns weltweit? Klar könnten sich f. chinesische Aktien mit Hilfe v. Biontech Chancen ergeben. Aber wie ist das Chance-Risikoverhältnis (Taiwan). Es gibt weltweit soviel Investitionschancen…warum ausgerechnet China? Naja meine China mobil Aktien halte ich weiter. Chinesische Aktien unterliegen ja jetzt schon tlws. amerikanischen Sanktionen, die ausgeweitet werden könnten…egal ob Biden oder Trump gewinnt.
ICICI Bank
Schaun mer mal, wie die nächsten 30 Jahre laufen – denn der Blick in die Zukunft ist entscheidend. Die Vergangenheit liegt hinter uns.
China und Indien werden vorwärts marschieren. Hungrig nach Bildung und Aufstieg. Economy first ist deren Devise. Auch die Chinesen sind Kapitalisten. Neu ist, dass beide Länder nun auch politisch mächtig sind und ihr eigenes Ding drehen. Dadurch können sie ihre Wirtschaftsinteressen künftig besser durchsetzen, was in der Vergangenheit aufgrund der westlichen Dominanz nicht immer möglich war.
Der BASF Chef hat eine klare Ansage gemacht, wohin die Reise gehen wird.
Ganz nebenbei bemerkt setzen China und Indien massiv auf fossile Energieträger während in Deutschland dank Deindustrialisierung das Klima „gerettet“ werden soll.
Meine Meinung: es würde Deutschlands Journalisten gut tun, die massiven Probleme hierzulande in den Fokus zu rücken, damit die Zukunft hierzulande gesichert wird. Die sogenannte vierte Gewalt sollte sich nicht auf das Fingerpointing auf andere Nationen konzentrieren.
Ansonsten war all das, was Eltern und Großeltern in Deutschland aufgebaut haben, umsonst.
Btw China: der Besuch von Scholz wurde in China sehr positiv aufgenommen. Ein paar mächtige Banker waren kürzlich in Hongkong…
Die Weisheit von Th. Clark scheint mir nicht allzu groß zu sein. Das entnehme ich seinen Aktienempfehlungen. Außerdem ist der gewählte Zeitraum etwas tendenziell gewählt. Was Eigentumsrechte etc in China betrifft, stimme ich ihm zu.
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Ich persönlich investiere auch nicht direkt in China, sondern über MSCI EM. Und der verändert sich mit der Marktlage.
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Es hat sich immer wieder gelohnt, dort zu investieren, wo es keiner wollte. Das war vor einigen Jahren bei Ölaktien so. Da habe ich es mal jemandem geraten. Mein Stil ist das ja nicht. Heute könnte das mit China so sein. Ab 2002 gibt es dort doch einen Aufwärtstrend. Und, wen der aktuelle starke Rücksetzer stört, der müsste auch manchen Wahren Wert verkaufen.
Hier sieht das lediglich nach Geld wechseln aus, wobei allerdings die Inflation noch obendrauf kommt, Raimund.
Ich möchte nicht wissen, wie dieser Chart aktuell aussieht …