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Crash oder kein Crash?

7. Juli 2022
Raimund Brichta
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von Raimund Brichta

Der Geldexperte Prof. Huber hat ein neues Buch herausgebracht. Interessant ist, was er in der Buchankündigung schreibt:

Das allzu Finanzkapital-freundliche Tabu monetärer Staatsfinanzierung dürfte auch offiziell ein Stück weit fallen. Wenn die ‚Lösung‘ bestehender Geld- und Schuldenprobleme schließlich nicht doch noch durch einen großen Zusammenbruch erfolgen soll, bedarf die Tätigkeit der Zentralbanken und das Management von Staatsschulden eines teilweisen Bruchs mit hergebrachten Lehren.

Punkt 1: Er sieht genauso wie ich das Geldsystem auf den “großen Zusammenbruch“ zusteuern.

Punkt 2: Er meint allerdings, „durch teilweisen Bruch mit hergebrachten Lehren“ ließe sich der Zusammenbruch verhindern. Dabei denkt er offensichtlich daran, dass die Notenbanken den Staat künftig offener finanzieren, als sie das jetzt schon tun.

Ich meine: Damit lässt sich der Zusammenbruch sicherlich weiter verschieben, verhindern lässt er sich so aber nicht.

Was meint Ihr?

Hier weitere Infos zu Hubers Buch.

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Kommentare

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  • Aries Eeberg sagt:

    Ein Schnellschuss:
    Aus der Beschreibung zu Hubers Buch heraus sehe ich nicht, wie digitales Zentralbankgeld in Form von Vollgeld eine Lösung der gegenwärtigen Probleme bieten soll. Das Ganze klingt so, als würde Herr Huber gerade stark gefallene Crypto- und Bolckchain-Aktien halten und diese hochpuschen will.
    .
    Stellt er in seinem Buch dar, wie das gegenwärtige Fiat-Geld realistisch in eine Form des Vollgeldes übergehen soll, ohne allein dadurch eine massive Wirtschaftskrise auszulösen?
    .
    Außerdem, wenn ich es recht verstehe, klingt sein Vorschlag wie ein Zurück zum Goldstandard und zu Bretton-Woods – nur mit Digitalwährungen und ohne einen hinterlegten realen Wert. Werden dadurch der Entwicklung der Wirtschaft nicht wieder zu starke Fesseln angelegt? Außerdem: Wenn die Zentralbanken noch stärker und offener die Staaten finanzieren, mag das eine kurze Zeit gut gehen. Zentral ist aber, wie die Wirtschaft sich finanzieren kann.
    .
    Meiner Ansicht nach ist das jetzige Herumlaborieren der FED gerade das, was das System noch etwas am Laufen halten kann. Durch den kleinen Anhebungszyklus verschafft sich die FED wieder Spielraum, die Zinsen auch wieder zu senken. Außerdem stärkt sie den Dollar und wird die Vorherrschaft Amerikas noch etwas verlängern.
    .
    Meine laienhafte Voraussage: Wenn das gegenwärtige Finanzsystem zusammenbricht, kommt die Lösung für eine Neuordnung aus China. Oder China baut parallel ein neues System auf, das dann nach und nach einen Umstieg aus dem geschwächten und gealterten Geldsystem des Westens ermöglicht. China hat auch in anderen Bereiche bewiesen, dass es strategisch nach vorne denken kann (Seltene Erden, industrielle Grundstoffe, Schlüsseltechnologien, globale Lieferketten bei Belt and Road). Irgendwann reibt der Rest der Welt sich die Augen und stellt eines Tages fest, dass es ohne China nicht mehr geht.

    • Raimund Brichta sagt:

      Ein kleiner Einspruch zu China und Seltene Erden: Ein strategisches Nach-vorne-Denken kann ich darin nicht erkennen. China nimmt beim umweltschädigenden Abbau dieser Stoffe einfach viel weniger Rücksicht auf Mensch und Umwelt. Hauptsächlich daher rührt seine Vormachtstellung in diesem Bereich.

      Denn „selten“ sind diese Stoffe keineswegs. Sie könnten auch bei uns abgebaut werden. Allerdings würde dies hohe hohe Belastungen für Mensch und Umwelt nach sich ziehen. Sollte es hart auf hart kommen und China vom Westen „russlandifiziert“ (also mit Russland gleichgesetzt) werden, würden die seltenen Erden aber vermutlich auch bei uns stärker abgebaut werden.

  • G.Braig sagt:

    Es kann gut funktionieren, der Staat nimmt Schulden aus den nichts auf. Die Notenbanken kaufen die Anleihen und buchen diese Wertlos aus also wieder ins nichts. So einfach kann Staat funktionieren.

    • Raimund Brichta sagt:

      Solange die Notenbanken Bilanzen erstellen (was sie derzeit noch tun), würden sie sich damit aber Schritt für Schritt der Pleite nähern.

  • Ingolf D. sagt:

    Sie haben beide Recht, der Zusammenbruch des weltweiten Fiat-Geldsystems, außer dem in Russland, ist halt nur eine Frage der Zeit. Keiner kann genau berechnen, wann diese im Stile des perpetuum mobile ausgetüfftelte zentrifugale Giralgeldquelle dieser materialistischen Welt den Gesetzen der Physik gehorchend regelrecht ‚auseinander fliegen‘ wird.
    Mein Tipp: Im Jahr 2045, zum 100-ten, und 74 Jahre nach dem Schließen der Akte Bretton Woods!

  • Marco Dargel sagt:

    Naja, nur hat Rom Jahrhunderte mit einer kaputten Währung gelebt. Wir könnten auch 39 n chr. haben. Es gibt keine Alternative. Es wird nichts ohne Alternative passieren. Rom hat auch Jahrhunderte lang funktioniert. Wir brauche einen völligen Untergang oder eine Alternative. Sonst passiert gar nichts. Das kann Jahrhunderte dauern, wie bei ROM. Wir sind dumm, wenn wir ROM ignorieren.

    • Marco Dargel sagt:

      Ich finde schon interessant, dass niemand was zu meinem Rom Einwand schreibt. Habe ich vielleicht einen wunden Punkt getroffen, weil ich eine Zivilisation nannte, die Jahrhunderte mit einer kaputten Währung funktionierte? Eigentlich erwarte ich von Raimund ein Statement. Ich meine Rom hat bewiesen, dass eine kaputte Währung Jahrhunderte funktionieren kann, wenn es keine Alternative gibt. Und das ist der Kern meiner meiner Aussage. Es gibt keine Alternative. Also können alle kaputten Währungen dieser Welt noch Jahrhunderte funktionieren.

      Die Voraussetzung für einen Systemcrash wäre demnach eine Alternative. Ohne Alternative wird es keinen Crash geben.
      Wir leben in einer Tauschgesellschaft. Es wird niemand Selbstversorger. Unser Tauschgegenstand ist und bleibt Geld. Natürlich wollen wir das beste und sicherste Geld. Am Ende geht es nur um USD, Euro, Schweizer Franken. Aber alle Währungen sind korrumpiert.
      Es gibt keine Alternative. Was würde denn passieren, wenn man die Währungen nicht mehr will? Man schreibt, verkaufe Stereoanlage für 200 Big Macs? Passiert nicht.

      Solange es keine externen Riesengrund gibt für einen Neustart, gibt es die nächsten Jahrhunderte keinen Reset. Weil es zum aktuellen System keine Alternative gibt.

      Zu Null Prozent Zinsen, die bald wieder da sei werden, kann man sich Jahrhunderte lang verschulden. Erst wenn man kein Geld mehr akzeptiert, wird es sich ändern. Aber dann ist man Selbstversorger, was die meisten nicht hinbekommen werden.

      • Raimund Brichta sagt:

        „ Erst wenn man kein Geld mehr akzeptiert, wird es sich ändern. “
        Genau das dürfte ein Grund für den Reset sein. Außerdem kann es danach mit dem gleichen System weiter gehen wie bisher. Ein Computer ist nach dem Reset ja auch noch derselbe.

        • Marco Dargel sagt:

          Aber in Rom haben sie Jahrhunderte kaputtes Geld akzeptiert. Wir sind da erst am Anfang. Die römische Währung war so kaputt, dass man sie noch 50 Jahre nach dem Untergang von Westrom akzeptiert hatte, weil es keine Alternative gab. Du konntes noch 50 Jahre nach dem Untergang von Westrom in Italien mit weströmischer Sesterze bezahlen. Also der Staat dahinter war schon weg. Es gab halt keine Alternative. Und das Problem haben wir auch. Es gibt keine Währung auf der Welt, die sich als Alternative anbietet. Und ohne Alternative passiert gar nichts. Ich finde, das hat uns Rom gezeigt.

          Ich glaube, wir können in 300 Jahren noch in USD bezahlen, wenn die USA in 200 Jahren untergegangen sind. Nur mal so behauptet.

          • Raimund Brichta sagt:

            Wenn Du meinst, dass man das alte Rom mit den heutigen Verhältnissen vergleichen kann, dann lassen wir das mal so stehen und schauen einfach, was passiert …

  • Michael sagt:

    Die Währungen USD und chinesischer Yuan werden zu unseren Lebzeiten weiter bestehen. Der Rom-Vergleich von Marco ist gut.

    Europa und der EURO schießen mal wieder ein fatales Eigentor – die beste Lebensversicherung übrigensfür den US Dollar. Und genau diese Fehler werden massive Konsequenzen – irreversibel – haben. Jeder kennt die Fehler und weiß Bescheid, aber keiner sagt etwas. Weil es nicht opportun ist. Nachplappern ist hingegen ‚in‘. Hatten wir bereits in der Geschichte, ist im Politikumfeld und z.T. auch Wirtschaft förderlich für die eigene Karriere und somit das eigene Ego.

    • Raimund Brichta sagt:

      „Die Währungen USD und chinesischer Yuan werden zu unseren Lebzeiten weiter bestehen. Der Rom-Vergleich von Marco ist gut.“

      Ich glaube, sein Rom-Vergleich war weniger in Bezug auf den Fortbestand von Dollar und Yuan zu verstehen – und auch nicht in Bezug auf den Bestand des Euro. Sein Rom-Vergleich fiel nämlich in Zusammenhang mit der Diskussion über einen nötigen oder nicht nötigen Reset unseres gegenwärtigen Geldsystems.

      Dieses ist ein reines Schuldgeldsystem, d.h. unser Geld kommt hauptsächlich dadurch in Umlauf, dass jemand neue Schulden macht. Es ist nur gedeckt durch die Forderungen zur Bedienung der Schulden.

      Im alten Rom war das anders. Damals dominierte Münzgeld, das durch den Edelmetallwert der Münzen selbstvgedeckt war. Dieser konnte durch Beimischung minderwertiger Metalle zwar aufgeweicht werden, es war aber dennoch ein vollkommen anderes Geld.

      Und nur insofern stelle ich die Frage, ob der Romvergleich zutreffend ist.

  • Marco Dargel sagt:

    Nein, es fehlt Dir etwas: Meine Kernaussage war: Alternative.
    Um Deine Version kommen zu lassen, muss es eine Alternative geben. gibt es nicht. Und das war bei Rom genauso. In Italien lebte die Sesterze 50 Jahre länger als Westrom, weil es keine Alternative gab. Und ich denke, das ist der Fehler in Deinem Weltbild, zu glauben, dass sich irgendwas ändert wird ohne Alternative.

    Meine Aussage aus Rom abgeleitet ist: Nichts wird passieren ohne Alternative. Ich meine, nehmen wir mal an, wir haben 200 Jahre später. Wie wird die Welt aussehen ohne Alternative? Wir arbeiten für Euro oder USD, die Regierungen drucken sie und keiner wird sagen, hey, wenn Du meinen Stuhl willst, möchte ich bitte 120 Big Mac. Roms Währung war eine Frage der Alternativen. Und genau diese Frage stellt sich auch heute. Meine Aussage ist: Ohne Alternative wird nichts passieren. Weil egal, wie schlecht unsere Währungen werden. Ohne Alternativen bleiben sie alternativ los. Im Notfall für die nächsten 700 Jahre.

    Ohne Alternative wird es keinen Reset geben. Das ist meine Aussage.

    • Raimund Brichta sagt:

      Dann verstehen sir uns immer noch miss, lieber Marco. Für den Reset, den ich meine, bedarf es keiner Alternative. Es kann danach mit dem gleichen Geldsystem weitergehen – nur eben bereinigt um die Geldvermögensberge und Schuldenlöcher.

      • Michael sagt:

        Stellt sich demnach die Frage, WESSEN Geldvermögen geschrumpft werden, um die Schuldenlöcher zu reduzieren.

        @Raimund: Hast Du eine Vermutung?

        • Raimund Brichta sagt:

          Klar, das Geldvermögen von uns allen.

          • Michael sagt:

            Von uns allen? Vielleicht wird diesbezüglich etwas differenziert werden.

            Sprich: wer schön brav und artig ist, die „richtige“ politische Einstellung zur Schau stellt, sich zweimal impfen und zweimal boostern lässt, darf etwas mehr vom „Geld“ behalten. Oder wird weniger besteuert, oder bekommt mehr „Sozialleistungen“.

            Die sogenannte Coronapandemie mit den Coronamaßnahmen hat im der westlichen Welt ja allerhand Möglichkeiten der westlichen Regierungen ermöglicht. Ein wunderbarer Testballon. Die Maßnahmen gegen die Demonstranten waren spannend, bspw in Kanada. (In der chinesischen Diktatur ist die Bevölkerung bereits unterwürfig).

            Interessant sind jetzt auch die Maßnahmen gegen russische Bürger: Zwangsenteignungen, Kollektivbestrafung.

            Aus der Sicht des DDR-Pastors Gauck müssen wir ja alle noch mehr tun, um der Ukraine den Endsieg zu ermöglichen. Diese mobilisiert laut eigenen Aussagen gerade 1 Mio Mann…

            • Raimund Brichta sagt:

              Na ja, was Du beschreibst, sind chinesische Verhältnisse, mit einer Totalüberwachung unseres Alltags. Sowas sehe ich noch nicht.

        • G.braig sagt:

          Schrumpfen werden alle festverzinsliche Anleihen,( Staatsanleihen, Unternehmensanleihen) dort wo diese Anleihen im Portfolio sind. Geldvermögen (Girokonto,Tagesgeld,Sparbuch,Bausparverträge )

      • Marco Dargel sagt:

        Nein falsch, ich verstehe Dich schon. Meine Aussage ist, ohne Alternative wird es keinen Reset geben. Wir brauchen also erstmal eine Alternative. Das ignorierst Du. Es muss keine Bereinigung geben. Unser System kann noch 500 Jahre leben. Was ich meine, es muss eine Alternative geben, oder es kommt nicht, was Du sagst.

        • Raimund Brichta sagt:

          Du verstehst mich? Warum beharrst Du dann darauf, dass es eine Alternative geben muss, bevor es zum Reset kommt? Wenn Geldvermögen und Schulden bereinigt sind, kann es ohne Alternative weitergehen.

          Aber ich denke, wir sollten es dabei belassen, weil wir uns jetzt nur nich im Kreise drehen.

          • Marco Dargel sagt:

            Oh das unterscheidet uns. Ich glaube, dass jede kaputte Währung ohne Alternative Jahrhunderte bestehen kann. Das hat Du nicht auf dem Schirm. Du kannst Dir nicht vorstellen, dass wir wegen fehlenden Alternativen nochmal 400 Jahre Rom durchleben, also mit einer Währung, die man für schlecht hält, aber wegen Alternativlosigkeit behält.

            Ich sage, dass Deine Version ohne Alternative nicht eintreten wird.

            Die Sache ist eigentlich ganz einfach. Es gibt nur einen Grund, warum man nach dem Untergang von Westrom noch weströmische Geld in Italien akzeptiert hatte. Es gab keine Alternative. Das bedeutet, Alternative ist Regel eins. Nicht, wie viele Schulden man macht oder den Hahn überdreht, wie auch immer. Unser System wird ohne Alternative noch 1000 Jahre bestehen. Das ist meine Aussage. Und ich denke, dass Du dich darin irrst. Du denkst, es kann ohne Alternative passieren. Ich wette darauf, dass es nicht passieren kann, also ohne Alternative

            • Raimund Brichta sagt:

              Ich werde den Eindruck nicht los, dass Du schon wieder an mir vorbei schreibst:

              „ … dass jede kaputte Währung ohne Alternative Jahrhunderte bestehen kann. Das hat Du nicht auf dem Schirm.“

              Ich sage doch gar nicht, dass die Währung nicht weiter bestehen kann. Ich sage sogar, dass sie mit einem Reset länger bestehen kann als ohne, weil die Lage danach bereinigt ist.

              • Marco Dargel sagt:

                Ich sage, dass es ohne Alternative kein Reset geben wird. Wir schreiben nicht aneinander vorbei. Du hörst nicht zu. Es wird keinen Reset geben ohne Alternative.

                • Raimund Brichta sagt:

                  Ich höre Dir zu bzw. lese genau, was Du schreibst. Zum Beispiel hast Du geschrieben: „ … dass jede kaputte Währung ohne Alternative Jahrhunderte bestehen kann. Das hat Du nicht auf dem Schirm.“

                  Darauf hin hatte ich geantwortet, ein Reset, wie ich ihn verstehe, muss den Fortbestand einer Währung nicht zwangsläufig beenden. Wichtig ist lediglich, dass Geldvermögen und Schulden reduziert werden, und zwar in bedeutendem Ausmaß. Darauf gehst Du nicht ein und verweist nur auf das alte Rom. Damals gab es aber das Schuldgeld in heutiger Form noch nicht.

                  • Marco Dargel sagt:

                    Tja und ich meine halt, dass genau das nicht passieren muss. Ich meine halt, dass es eine Alternative geben muss, die diesen Zustand erzwingt.

                    Fakt ist: Alle großen Währungen haben das selbe Problem. Sie könnten also alle so weiter machen, solange es keine Alternative gibt. Dir fehlt die Sicht, dass Schulden und Vermögen zu null Zinsen noch Jahrhunderte wachsen könnten.

                    Denn in einer Sache sind wir einig: Eine Hochzins Politik wird nur von kurzer Dauer sein. Am Ende werden sie lieber Inflation akzeptieren als eine Pleite.

                    Im Gegensatz zu Dir meine ich halt, dass Schulden und Vermögen noch Jahrhunderte wachen könnten. Ich sehe nichts, was einen Reset erzwingen würde. Ein Reset würde erfordern, dass man eine Alternative hat, durch die man den Reset erzwingt. Die gibt es aber nicht. Ich meine, was soll den passieren, wenn sich die Schulden noch mal ver 30fachen? Ich meine, sagt dann einer, ich verkaufe den Wecker nicht mehr für Euro oder USD? Nein wird er nicht sagen. Niedriglöhner werden weiterhin Doppelschichten machen um Euros zu bekommen und ich will weithin Dividenden in Euro sehen, oder in USD, aber das ist kein echter Unterschied.
                    Zur Zeiten von Rom war die Währung Jahrhunderte kaputt und wurde noch akzeptiert, als Westrom weg war, weil es keine Alternative gab. Das sollte doch Alternative einen besonderen Wert geben.

                    Und damit haben wir eigentlich auch erkannt, was unsere Sichtweisen unterscheidet. Wir haben also die offene Frage, ob Alternativen wichtig für einen Reset sein könnten. Also könnten alle kaputten Währungen sich gezwungen fühlen ohne Bedrohung durch eine Alternative, einen Reset einzuleiten?
                    Oder würden sie dann einfach weiter machen und damit durchkommen?
                    Die Frage könnte Jahrhunderte einbinden.

                    Also ich glaube, dass alle kaputten Währungen noch Jahrhunderte mit ihrem Betrug durch kommen können, solange es keine Alternative gibt. Den erst durch eine Alternative werden sie unter Druck kommen.

                    • Raimund Brichta sagt:

                      Dann versuche ich noch mal, meinen Standpunkt zu erläutern: Mir geht es nicht um die Frage, ob und wie lange „kaputtte“ Währungeb überleben können. Mir geht es darum, wie lange sich die Spirale aus immer mehr Geldvermögen und immer mehr Schulden weiterdrehen lässt, ohne dass es zu einer Bereinigung (Reset) kommt. Auf diese Spirale stützt sich unser Geldsystem.

                      Der hauptsächliche Knackpunkt dabei sind die Schulden: Diese können nur dann ständig weiter steigen, wenn immer mehr Schuldner dazu kommen. Da das Angebot an kreditwürdigen Schuldnern aber naturgemäß begrenzt ist, kommen zunehmend auch solche dazu, die weniger kreditwürdig sind. Je mehr solcher Schuldner dabei sind, desto fragiler wird das Gesamtkonstrukt aus Geldvermögen und Schulden. Irgendwann, an einem nicht im Vorhinein zu bestimmenden Zeitpunkt, ist es so fragil, dass es zusammenbricht.

                      Nach meiner Einschätzung war ein solcher Punkt schon zur Finanzkrise erreicht. Den Zusammenbruch und die damit einhergehende Bereinigung haben die Notenbanken verhindert, indem sie selbst einen immer größeren Anteil an den Schulden übernahnen. Damit haben sie Stützpfeiler ins Kartenhaus eingebaut.

                      Ohne diese Stützen würde das Haus in sich zusammenfallen. Das ist auch ein Grund dafür, warum ich bezweifle, dass die Notenbanken ihre Bilanzsummen wesentlich zurückführen können. Denn in den aufgeblähten Bilanzen stecken die besagten Stützpfeiler.

                      Damit geht es nur noch um die Frage, wie lange die Notenbanken den Einsturz verhindern können. Ich sage, nicht ewig. Du bist dagegen offenbar der Meinung, dass dies noch lange geht. Warten wir‘s ab.

                      Eines steht für mich aber fest: Mit der Situation im alten Rom ist die heutige Lage nicht vergleichbar. Denn damals gab es noch nicht das fragile Konstrukt aus zwangsweise ständig wachsenden Geldvermögen und Schulden, welches vom Zusammenbruch bedroht ist. Das römische Geldsystem fußte auf einer ganz anderen Grundlage.

                      • Marco Dargel sagt:

                        Und wenn sie den Zins einfach auf Minus 5 Prozent senken? Ich meine sie machen doch schon jetzt, was sie wollen ohne Konsequenzen. Mit einer echten Alternativ Währung würde das scheitern. Aber wir leben in einer Zeit, wo alle Währungen kaputt sind. Ich frage Dich daher mal, was Deiner Meinung nach passieren würde, wenn der Zins auf – 5 Prozent gesenkt wird. Das sie das machen könnten, haben sie meiner Meinung nach schon gezeigt. Der Zins konnte richtig fallen und trotzdem gab es mehr Niedriglöhner. Das macht Geld sogar wertvoller. Auch wenn es total kaputt ist.
                        Uns unterscheidet ein wichtiger Gedanke: Ich denke, sie können solange so weiter machen, solange es keine Alternative gibt. Das bedeutet immer mehr Schulden, irgendwann richtig negative Zinsen (oooops?).
                        Ja ich glaube, dass sie irgendwann richtig negative Zinsen erheben, so um die 4 Prozent, höher oder etwas niedriger. Oder vielleicht akzeptieren wir 20 Prozent Inflation. Aber ich denke, dass es keinen Reset geben wird.
                        Weil wir dafür einen externen Zwang brauchen, den ich Alternative nennen.

                        • Raimund Brichta sagt:

                          Ein Negativzins kann die Lebensdauer des Systems tatsächlich verlängern. Allerdings wird damit das Grundproblem nicht gelöst. 2 Gründe:

                          1. Die zunehmende Zahl an weniger kreditwürdigen Schuldnern dürfte nicht in den Genuss von Negativzinsen kommen.
                          2. Insgesamt vernichten Negativzinsen die Geldvermögen nicht stark genug. Zumal die Grundlage des Systems in diesem Fall weiter gilt: Das System funktioniert langfristig nur, wenn Geldvermögen und Schulden ständig wachsen. Sie wuchsen deshalb auch in der zurückliegenden Negativzinsphase. Vermutlich sogar umso stärker, weil Niedrigzinsen den Anreiz zur Neuverschuldung erhöhen.

                          Fazit: Die Bereinigung kann eigentlich nur schlagartig erfolgen, damit das System danach wieder wachsen kann, wie es erforderlich ist.

                          • Marco Dargel sagt:

                            Bei 0 Prozent Zinsen könnten Schulden und Vermögen aber unendlich wachsen, ohne das ein Problem entsteht.

                            Mal ganz im Ernst. Wenn ich nicht zurück zahlen müsste und 0 Prozent Zinsen zahlen müsste, also nichts, dann habe ich auch kein Problem mit Trilliarden Omega hoch x Schulden.

                            • Raimund Brichta sagt:

                              Genau: nur, wenn Du sie nicht zurückzahlen musst. Das ist aber nicht der Fall. Private Schuldner müssen ihre Schulden schon zurückzahlen, erst recht solche, die weniger kreditwürdig sind. Und deshalb gerät das System auch bei null Zinsen früher oder später ins Wanken.

  • Umberto sagt:

    Habe das Buch mal bestellt.
    Aber ich denke, dass es zu einer riesen Umschuldungsaktion kommen wird.Es werden einfach 50 /60% der Schulden gestrichen und die Schuldner bekommen als Entschädigung eine von den Notenbanken ausgegebene Digitale Währung.Dann der Schuldenspass noch lange andauern.

    • Raimund Brichta sagt:

      Das Schuldenstreichen wird ein wesentlicher Bestandteil des Resets sein. Über das Ausmaß wage ich derzeit keine Prognose.

      • Johanne sagt:

        Hallo Raimund,
        ich habe eine vielleicht etwas naive Frage: Beträfe das Schuldenstreichen Deiner Meinung nach auch private Schuldner? Würde beim Schuldenstreichen einfach umgestellt, z.B. 1:10, bei Geldvermögen auch und die Gehälter blieben gleich?
        Ich wäre dann fein raus, da wir auf unserem Haus eine Baufinanzierung laufen haben (mit noch langer Zinsfestschreibung )

        • Raimund Brichta sagt:

          Liebe Johanne, hierzu ein eindeutige Nein! Private Schuldner werden voraussichtlich geschröpft durch Sonderabgaben/Lastenausgleich, Zwangshypotheken etc. Details kann ich natürlich unmöglich im Vorhinein kennen.

          Wie es in der Vergangenheit lief, siehst Du hier:

          https://www.waehrungsreform-vorbereitung.de/vermoegensabgaben.php

          • Johanne sagt:

            Hallo Raimund,
            danke für Deine Antwort.
            Auch ich gehe davon aus, dass es zu einem Reset des Finanzsystems mit verbundenem Lastenausgleich, Zwangsabgaben und was auch immer kommen wird. Ich versuche, mich darauf vorzubereiten. Mir geht es primär nicht um Kursgewinne ( klar, wäre schön ), es geht mir nicht darum, ob die Börse jetzt noch 20 % fällt oder nicht. Ich bin davon überzeugt, dass mir Aktien -wahre Werte -bei meinem Ziel helfen, aber ein Allheilmittel wird es nicht sein, es gibt keins.

            • Raimund Brichta sagt:

              Da sind wir uns einig, liebe Johanne.

              Kapitalerhalt bzw. Verlustbegrenzung sind die realistischen Ziele.

            • Peter Czeck sagt:

              Vmtl. dürften Aktien
              am ehesten bevorzugt behandelt bzw am wenigsten benachteiligt werden, weil ohne funktionierende Volkswirtschaft geht nix

              • Raimund Brichta sagt:

                Dies gilt aber nur mit der Einschränkung, dass unsere gegenwärtige Wirtschaftsordnung erhalten bleibt. Bei einem Systemwechsel sähe das evtl anders aus.

                Ich sehe einen solchen Wechsel aktuell nicht (auch wenn ihn sich einige wünschen). Ganz ausschließen kann ich ihn aber nicht.

  • Friedrich P. sagt:

    Geldzeitenwende: Vom Enteignungsgeld zurück zum gedeckten Geld: Vom Enteignungsgeld zurück zu realen Werten

    https://amzn.eu/d/9kWD1H0

  • Alexander W. sagt:

    „…dürfte der Zusammenbruch des Zinsgeld-Kreislaufs nicht mehr lange auf sich warten lassen, da alle „politischen Maßnahmen“ (Erhöhung der Staatsverschuldungen und Geldmengenausweitungen), die das Elend verlängern, ausgereizt sind. Seit der Euro-Einführung bis heute hat sich das EWU-BIP um den Faktor 1,4 vergrößert und die Gesamtinflation in diesem Zeitraum war 23%, während die Zentralbank-Geldmenge (Bargeld plus Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken) im gesamten Euro-Raum von 400 Mrd. € auf 2,2 Bio. € ausgeweitet wurde (Faktor 5,5). Die Umlauffrequenz des Euros hat sich somit im Durchschnitt um 5,5 / 1,4 / 1,23 = ca. 3,2 verringert. Ursache für den immer langsameren Geldumlauf ist der durch die Sachkapitalvermehrung in den letzten zwei Jahrzehnten allgemein gesunkene Kapitalmarktzins, der in Verbindung mit einer schleichenden Inflation (angestrebt werden bis 2% / Jahr) als destruktive Geldumlauf“sicherung“ in der (noch) bestehenden Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) unverzichtbar ist. Wir nähern uns also unaufhaltsam dem evident werden der globalen Liquiditätsfalle (Geldstillstand), da eine weitere umfassende Sachkapitalzerstörung (Dritter Weltkrieg) zur Anhebung des Zinsfußes aufgrund der atomaren Abschreckung (vorerst) nicht zur Debatte steht.
    Wirklich alternativlos, um einen Rückfall in die Steinzeit („Mad-Max-Szenario“) noch rechtzeitig zu verhindern, ist eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform, als Grundvoraussetzung für die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft):
    https://www.deweles.de/mut.html?file=files/_theme/pdf/soziale_marktwirtschaft.pdf

    Der einzige Hinderungsgrund für diesen eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation ist nicht technischer, sondern rein psychologischer Natur. …“

    https://opium-des-volkes.blogspot.com/…/der-anfang-vom…

  • Roman K. sagt:

    Wir sehen ja leider nicht nur bei den Zentralkomitees der Notenbanken Planwirtschaft vom allerfeinsten, sondern auch in der Politik wird dieser Traum 🛌 auf‘s NEUE geträumt: Mietpreisbremse, Deckelung der Öl- & Gaspreise, niedrige Zinsen für überschuldete Staaten usw.

    Da das Papier-Geld eben NICHT mehr alle Voraussetzungen für „gutes Geld“ erfüllt, geht es eben gegen 0. Das ist ja nichts neues…man dachte nur mit MMT & romantisch angehauchten Gelddruckorgien könnte man bis in alle Ewigkeit weiter machen.

    Der Weg zur Hölle ist eben leider doch mit guten Vorsätzen gepflastert.

  • Paddy F. sagt:

    Lässt sich heute offenbar nur noch durch Extreme etwas verkaufen?

    Crash – Sein oder nicht Sein!
    Das Leben ist nicht schwarz oder weiss!!!

    Der grösste Teil ist grau.

    Und ja – meine Meinung: der EURO wird es schwer haben 😉.