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Bitte Kryptos nicht Währung nennen!

1. Dezember 2025
Christian Statz
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von Christian Statz

Sehr geehrter Herr Brichta,
ich schätze Sie schon lange als kompetenten Wirtschaftsjournalisten.

Eben sah ich ein Interview von Ihnen mit einem Herrn von nxtAssets auf NTV. Dabei fiel mir auf, dass sowohl er Bitcoin und Krypo Assets generell als „Währungen“ bezeichete, Sie dies aber auch taten und nicht weiter hinterfragten.

Ich finde das tatsächlich problematisch, weil BITCOIN – und soweit ich informiert bin – auch alle anderen Krytos nach allen gängigen Definitionen für „Währung“ eben genau das nicht sind – alle oder die allermeisten der gängigen Eigenschaften einer echten Währung treffen nämlich bei BC und Co. nicht zu. Ich spare mir, dass hier im Detail nachzuweisen. Jeder, der ernsthaft an dem Thema interessiert ist, kann sich selbst mit wenigen Klicks darüber informieren.

Daher IST Bitcoin aus meiner Sicht schlicht und einfach keine Währung und es gibt reichlich rennomierte Experten, die diese Ansicht teilen. Und Bitcoin wird demnach auch nicht zu einer Währung, wenn das von den BC und Krypto Jüngern laierhaft wiederholt und mittlerweile gerade von jungen, unerfahren Anlegern gar nicht mehr hintefragt wird.

Die unkritische Übernahme der Bezeichnung „Währung“ für BC und Co stellt sie auf eine Ebene mit echten Währungen wie Euro oder Dollar und adelt die Kryptos so gewissermaßen – ohne das sie das verdient haben, wie die neusten Turbulenzen und Skandale ja eindrucksvoll und zum x-ten Male extrem plakativ belegen.

Ich wäre Ihne daher sehr dankbar, wenn Sie beim Umgang mit dem Thema Kryptos künftig nicht mehr von Währungen sprechen würden. Und auch der Begriff „Krypto-Währung“ gaukelt etwas vor, was nicht gegeben ist – dass es eine Währung ist, nur eben digital, auf Basis einer Blockchain. Es wäre fantastisch, wenn Sie auch im Gespräch mit Krypto-Anhängern regelmäßig kritisch hinterfragen würden, inwieweit der Begriff Währung im Zusammenhang mit Krypto nicht sogar irreführend und gefährlich ist.
Viele Grüße!

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Kommentare

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  • Raimund Brichta sagt:

    Vielen Dank für deinen Kommentar, lieber Christian. Da wir hier im Block per Du sind, erlaube ich mir, das in meiner Antwort auch zu tun.

    Du hast vollkommen recht, dass der Bitcoin keine vollständige Währung ist. Das betone ich schon seit Jahren, auch hier im Blog. Denn der Bitcoin erüllt nur eine von drei Eigenschaften, die eine Währung haben sollte: die der Wert-Aufbewahrung. Die Eigenschaften als allgemein anerkanntes Zahlungsmittel und als stabiler Wertmaßstab erfüllt er definitiv nicht.

    Aber das ist eher akademisch. Denn im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich das Wort Kryptowährungen für Bitcoin und Co. eben nun einmal eingeprägt. Manche bezeichnen ja auch Gold als eine Währung, obwohl auch Gold schon lange nicht mehr als Zahlungsmittel verwendet wird.

    Deshalb sehe es mir bitte nach, wenn ich auch künftig von Kryptowährungen spreche. Manchmal abgekürzt von Kryptos.

    Dazu kommt, dass der Bitcoin von Satoshi Nakamoto exakt als Alternativ-Währung zu den vorherrschenden Fiat-Währungen geplant war. Dazu lies bitte einfach mal das 14-seitige Whitepaper von Satoshi Nakamoto durch.

    Was er damals nicht wusste, ist, dass die Eigenschaft als Zahlungsmittel niemals vom Bitcoin übernommen werden kann. Aber auch solche Leute können sich eben irren.

    • Christian Statz sagt:

      Hallo Raimund, nun ja, selbst die Eignung als Wertspeicher kann man durchaus in Frage stellen. Du hast natürlich Recht, dass sie die Bezeichnung „Kryptos Währung“ schon ziemlich etabliert hat, aber genau das finde ich bedenklich und irreführend und tatsächlich gefährlich gerade für junge, unerfahrene Ableger. Ich finde, man muss sorgfältig mit Sprache umgehen. Eine Seifenkiste ist auch kein Auto, obwohl es gemeinsame Eigenschaften gibt. Aber nichts für ungut, der Begriff Krypton Währungen ist in der Welt und wird wohl – leider – nicht mehr verschwinden…

      • Raimund Brichta sagt:

        also gegen den Bitcoin als WertSpeicher kann man wohl wenig einwenden. Natürlich schwankt er sehr stark. Aber Statistiken zeigen, dass die Verlustwahrscheinlichkeit bei drei Jahren HalterDauer beim Bitcoin bei 0,7 % liegt. da kommen vermutlich nicht mal Aktien mit.

        • Michael sagt:

          Statistiken über diese kurze „Lebensphase“ kann man machen bzw zitieren, sind aber mEn Schönfärberei…

          • Raimund Brichta sagt:

            Klar sind die 15 Jahre ein vergleichsweise kurzer Zeitraum, aber mehr gibt es eben nicht. Deshalb kann man zumindest sagen, dass die Wertaufbewahrungsfunktion in diesen 15 Jahren erfüllt wurde. Fürs Casino, mit dem der Bitcoin oft verglichen wird, galt das in diesem Zeitraum definitiv nicht 😉

          • Aries Eeberg sagt:

            Bis wir beim BTC auf lange Zahlenreihen zurückblicken können, sind wir wahrscheinlich tot. Das ist aber kein Argument, sich dieser Innovation nicht zu stellen.
            .
            Im technischen Bereich nutzen wir z.B. auch KI, obwohl noch gar nicht klar ist, ob die Ergebnisse wirklich zuverlässig sind oder sogar hinter den Kulissen gesteuert werden. …. KI deshalb nicht einzusetzen, ist auch keine Option.

            • Raimund Brichta sagt:

              Genau, und hätte man etwa mit der Nutzung des Autos erst 50 Jahre warten sollen, nachdem es erfunden worden war?

              • Sandro sagt:

                Und mit der Nutzung der ungeachtet ihres steigenden Absatzes zuletzt wieder gescholtenen Elektroautos, denen viele anscheinend noch nicht zutrauen, dass sie in 10 Jahren deutlich besser sind. Die Statistik der Zukunft gibt es leider auch dafür noch nicht.

  • Marco Dargel sagt:

    Sage ich schon seit Jahren. Und mal so erwähnt, die Tulpe Blase dauerte mehr als 30 Jahre, es gab auch viele die reich gestorben sind. Es wurde nur für die böse, die am Ende mit dabei waren. Aber 60 Jahre, ich kaufe Tulpenzwiebeln und sterbe mit 80 ging auch für sehr viele gut aus. Für sehr viele. Viele vergessen, dass die Tulpenblase über 30 Jahre lang ging. Und warum sollte Bitcoin etwas anders sein? Telefonkarten sind heute auch wertlos.

    • Raimund Brichta sagt:

      Auch über die Unterschiede zwischen Tulpenzwiebeln, Telefonkarten und Kryptos haben wir hier schon ausgiebig diskutiert. Lass uns das nicht immer und immer wieder wiederholen.

      • Andreas B sagt:

        Bin ich voll bei dir Raimund… und keiner weiß, was in 20 Jahren mit Bitcoin ist und sein wird… aber erstmal steht er im Mainstream gar nicht mehr zur Debatte, im Gegenteil, sondern wird – auch unter starken Schwankungen weiter gerade gegen die Schuldenorgie gesehen…

        Auch wenn gerade sehr viele Molltöne über Bitcoin und allgemein Kryptos… wenn nächstes Jahr die Liquiditätsschwemme kommen muss und wir aktuell beim Fear and Greed Krypto auf so einem Niveau rumgeistern, ich für mich habe dann 2026 klare Erwartungen und lass mich aktuell nicht verrückt machen… ich habe Zeit und das mit steuerfreien Positionen.

        Bayer hält ein bisschen aktuell im Depot dagegen… totgeglaubte leben länger. 😉 Wenn der Supreme Court pro Bayer entscheiden sollte, dann…

        • Aries Eeberg sagt:

          Andreas, du segelst hart am Wind. Und das ist ja auch ganz schön und man kommt flott voran.
          Aber viele Crews halten das nicht lange aus.

          • Andreas B sagt:

            Danke für deine Sorgen Aries, alles gut. 😉

            Ich habe trotzdem gestreut und bin nicht All In in Krypto und ich warte nur auf die richtige Hype-Phase, ob nun durch Liquidität einzig massiv ausgelöst oder egal wie… und dann will ich einen größeren Teil steuerfrei verkaufen, um mein Kryptoanteil wieder zu rebalancieren…

            Zudem ja auch Edelmetalle und Aktien… und bei Aktien „gefühlt“ zudem welche, wo ich nicht von einer aktuellen Übertreibung nach oben ausgehe, wie bei Nvidia oder Palantir, sondern die, wenn Liquidität in die Märkte strömt, die Nachholpotenzial haben …

            z.B. habe ich eine Siemens Energy nicht im Depot und denke bewertungstechnisch heißgelaufen, Bayer dagegen hat z.B. Nachholpotenzial. Ob es sich 2026 entfaltet, bleibt abzuwarten…

            Ich habe schon die Crashs von 2000, 2008, 2011/2012 oder 2020 miterlebt und durchgemacht und bin immer wieder aufgestanden. Sicherlich habe ich in den Anlageentscheidungen auch viel falsch gemacht, aber ich war schon immer All in in einer Art in Aktien und Börse allgemein… und ich habe klar besser abgeschnitten, trotz aller Rückschläge, als welche in Sparbüchern, Festgeld, Versicherungen, Bausparer usw. usw.

            Langfristig ist die Börsenanlage nicht zu schlagen…

  • Michael sagt:

    @Raimund: ein 3-Jahreszeitraum für eine 15-jährige Historie heranzuziehen ist für mich Schönfärberei – solche Sätze werden gerne zu Marketingzwecken verwendet.

    Genauso könnte ein 2-Jahreszeitraum herangezogen werden und die Wahrscheinlichkeit eines 50-Prozent Crashs ausgerechnet werden.

    @Sandro: herrliche Entwicklungen in den USA, u.a. https://www.stern.de/news/vorfahrt-fuer-verbrenner–trump-lockert-emissionsregeln-fuer-autos-36925696.html

    Ich persönlich bin nicht gegen eAutos, sondern gegen Verbote. Und diese Verbote werden in den USA – the land of the free – aufgehoben. Das entfaltet Wettbewerb, den Ehrgeiz und die Entwicklungskunst der Ingenieure, sorgt für Vielfalt, usw. – positiv wie ich finde.

    Der Verbraucher kann somit in den USA frei entscheiden, für welche Antriebsart er sich entscheidet.

    Generell: Verbote haben den technologischen Fortschritt mW nie gefördert.

    • Raimund Brichta sagt:

      „ein 3-Jahreszeitraum für eine 15-jährige Historie heranzuziehen ist für mich Schönfärberei – solche Sätze werden gerne zu Marketingzwecken verwendet.“

      Das sehe ich diametral anders. Das Ergebnis zeigt nämlich, dass AB einer Halte-Dauer von drei Jahren die Verlustwahrscheinlichkeit beim Bitcoin in seiner 15-jährigen Geschichte praktisch null war. Denn selbstverständlich sind die Verlustwahrscheinlichkeiten für Halte-Zeiträume von über drei Jahren noch geringer.

      Bei einem Tag Halte-Dauer liegt die Verlustwahrscheinlichkeit übrigens bei 47 % – und damit ähnlich hoch wie bei Aktien. Von da an sinkt sie aber rapide bis zu den zitierten 0,7 % nach drei Jahren.

      Diese Statistik ist auch ein hervorragendes Gegenargument gegen Behauptungen von Branson & Co., die den Bitcoin mit einem Casino vergleichen. Ein Casino ist der Bitcoin definitiv nicht.

    • Sandro sagt:

      Michael, ich bin auch nicht für Verbote, und natürlich wäre es auch nicht furchtbar schlimm für Umwelt/Klima, wenn noch ein paar Porsches weiterfahren. Ein ganz striktes Verbrennerverbot gibt es ja eigentlich auch gar nicht. Die alten Verbrenner dürfen ja noch weiterhin gefahren werden, und E-Fuels sind vielleicht ein Rettungsanker für Porsche, Ferrari, Lambo und andere…

      Aber manchmal können Verbote sinnvoll sein. Damals, als der Katalysator in Deutschland Vorschrift wurde, war das auch erst mal teuer (und ist es bis heute). Es gab ebenfalls Widerstand dagegen, und trotzdem dauerte es nicht lange, bis der Katalystor nach dem Vorbild Deutschlands dann auch international Vorschrift wurde.

      „Das entfaltet Wettbewerb, den Ehrgeiz und die Entwicklungskunst der Ingenieure“

      Die Herren Merz und Linnemann sprachen kürzlich sogar vom „hocheffizienten Verbrenner“, da musste ich lachen. Die Sache ist nämlich, dass Verbrenner-Autos in Wirklichkeit sehr ineffizient sind. Im Grunde sind sie rollende Ölheizungen. Daran lässt sich auch mit noch so viel Ehrgeiz, Entwicklungskunst der Ingenieure und Technologieoffenheit nichts ändern, denn die Ursache dafür ist der 2. Hauptsatz der Themodynamik. Er setzt unüberwindbare physikalische Grenzen.

      Wenn wir den Nutzen für Klima/Umwelt einmal außen vorlassen, dann stellt sich doch die Frage, wie sinnvoll es volkswirtschaftlich wäre, deutlich länger als nötig am Verbrenner festzuhalten. Ist es wirklich sinnvoll, viele Menschen unnötig lange noch auf etwas anzusetzen, das auf Dauer keine Zukunft hat? Wäre es nicht sinnvoller, wenn sie stattdessen möglichst frühzeitg etwas anderes machen, z. B. etwas, dass das Land voranbringen könnte? Ist es sinnvoll, jährlich viele Milliarden für Ölimporte auf Nimmerwiedersehen ins Ausland zu überweisen, obwohl dank des höheren Wirkungsgrades von E-Autos mindestens 2/3 der dafür benötigten Primärenergie eingespart werden könnte? Wäre es nicht kostengünstiger und von Wettbewerbsvorteil, sich nach ausreichender Übergangszeit (derzeit 10 Jahre) auf eine Technologie festzulegen? Manche Leute behaupten, eine zusätzliche Verzögerung des Verbrenner-Aus sei nichts anderes als eine Subvention für China. So etwas sagen nicht nur irgendwelche Grüne oder Klima-Aktivisten, sondern z. B. auch Leute wie Dudenhöffer, die es wissen müssen. Kritiker behaupten u. a., dass die Manager nicht weit genug vorausdenken, stattdessen lieber den zunächst noch bequemen Weg einschlagen – sie interessiert das Hier und Jetzt, später sind andere am Ruder. Mitarbeiterentlassungen mag natürlich auch niemand, auch dies führt zu innerem Widerstand (man denke z. B. an frühere Auseinandersetzungen bei VW). Zulieferer, die gar keine Möglichkeit haben, auf etwas neues umzusteigen, wehren sich natülich so lange sie können und schicken ihre Lobbyisten…

      Vielleicht enfach mal drüber nachdenken. Wenn ich es richtig verstehe, soll das Gesetz zum Verbrenner-Aus ohnehin regelmäßig überprüft werden. Sollte sich als wirklich abzeichnen, dass es in 10 Jahren noch nicht genug Schnellladestationen etc. gibt, dann würde es wohl ohnehin Verlängerungen geben…

      • Michael sagt:

        „Ist es wirklich sinnvoll, viele Menschen unnötig lange noch auf etwas anzusetzen, das auf Dauer keine Zukunft hat?“

        Ob der Verbrenner eine Zukunft hat oder nicht, entscheidenden nun die Verbraucher in den USA.

        Und nicht irgendwelche häufig zitierten Experten. Nicht Du. Nicht ich. Auch Raimund nicht.

        Lass uns sehen, wie sich die Verkäufe in den kommenden drei bis fünf Jahren in den USA entwickeln werden. Wir wissen es nicht.

        Jedenfalls hat das hiesige Verbrenner-Verbot ab 2035, das parallele Bashing etc die deutsche Industrie massiv geschädigt mit irreversiblen gesamtwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schäden.

        Die Schäden tragen alle, viele werden diese nicht verkraften.

        • Sandro sagt:

          „Lass uns sehen, wie sich die Verkäufe in den kommenden drei bis fünf Jahren in den USA entwickeln werden. Wir wissen es nicht.“

          Das Verbrenner-Aus ist in 10 Jahren vorgesehen, nicht in 3-5 Jahren.

          Was Schäden für die Wirtschaft betrifft, sehen es manche genau umgekehrt.

          • Michael sagt:

            In den USA sind die Subventionen für eAutos gestrichen worden. Wenn die eAutos so überlegen sind wie Du behauptest, müssten diese in den USA dem Verbrenner den Rang ablaufen. Und genau das wird sich in den nächsten drei bis fünf Jahren zeigen.

            • Sandro sagt:

              “ Wenn die eAutos so überlegen sind…“

              Bitte verdrehe nicht, was ich geschrieben habe. Ich behaupte nicht, dass sie es sind, sondern dass sie es sein werden. Und wie die Situation in 10 Jahren wirklich genau aussieht, weiß ich auch nicht. Ich bin ja kein Prophet.

              Einige ganz gute gibt es mittlerweile natürlich schon. Z. B. Xiaomi YU7 mit 835 km Reichweite und Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 3,2 s. Nur in China erhältlich. Dort erreichte er in der ersten Sunde 289.000 Bestellungen, wovon deutsche Hersteller nur träumen können.

              Und die Subventionen sind ziemlich Wurst, zumindest langfristig gesehen. Viel entscheidender ist eine vernünftige Ladeinfrastruktur. Das ist in Deutschland leider derzeit ein absolutes Chaos mit völlig intransparenten und überhöhten Preisen, komplizierten Abrechnungsverfahren und zu vielen Anbietern mit ihren eigenen Apps. Deshalb würde ich mir derzeit auch kein E-Auto kaufen. Für Wallbox-Besitzer sieht die Sache anders aus. Die Bundesregierung wäre gut beraten, wenn sie den Mist mit den öffentlichen Ladestationen mal vernüftig löst, statt weitgehend überflüssige Kaufprämien zu beschließen, die dann ohnehin nur auf die Preise draufgeschlagen werden….

              • Raimund Brichta sagt:

                Ganz so chaotisch, wie du es beschreibst, ist die derzeitige LadeSituation in Deutschland nicht. Ich zumindest kann mit meiner BMW-Card in der Regel an allen Ladestationen tanken. Einfach Karte hinhalten und los geht’s. Dass es günstiger sein könnte, steht auf einem anderen Blatt. Teurer als Benzin oder Diesel ist es zumindest nicht.

                • Sandro sagt:

                  Zu diesem Thema für Interessierte ein Youtube-Video mit einem kleinen Katastrophenbericht zu Ladeerfahrungen: https://www.youtube.com/watch?v=ELxqYbIVXOI

                  • Raimund Brichta sagt:

                    kann sein, dass es auch diese Erfahrungen gibt. Ich habe sie in den vergangenen drei Jahren allerdings nicht gemacht. Das, was mich nervt, ist allerdings: wenn man öffentlich auflädt und das Auto voll ist, wird nach einer bestimmten Zeit eine Strafgebühr verlangt. D.h. ich muss meine Tages- oder Nacht-Abläufe darauf ausrichten, wann das Auto voll ist. U.U. muss ich auch nachts aufstehen und zur Lade-Säule laufen, wenn ich die Gebühr vermeiden will. Das ist grober Unfug und muss dringend geändert werden.

                    • Sandro sagt:

                      Auch die Strafgebühr wird im Video angesprochen. Und auch eine Startgebühr. Und wer alles am Ladevorgang mitverdient, wie dies zu Störungen führen kann etc….

                    • Sandro sagt:

                      Es gibt bereits heute Prototypen, die das Laden von mehreren hundert km in einigen Minuten ermöglichen – dauert nicht mehr so viel länger als normales Tanken. Wenn das irgendwann in fernerer Zukunft zur Serienreife gelangt, wird sich das mit den Tages- oder Nacht-Abläufen voraussichtlich erledigt haben…

                      • Raimund Brichta sagt:

                        Aber soweit isses eben noch lange nicht. und bis dann alle bestehenden Ladesäulen modernisiert worden sind, wird es noch einmal dauern. Also mindestens zehn Jahre? So lange sollte man mit einem E-Auto aber nicht warten.

                        • Sandro sagt:

                          Na ja, als Kleinserie für das Luxus-Segment könnte es solche Superbatterien schon früher geben. Ankündigungen gibt es viele, nur werden sie nicht unbedingt umgesetzt. Oder nicht so schnell. Und klar: Was würde so eine Superbatterie ohne passende Ladestationen nützen.

                          In China gibt’s ein Zentralkomitee, das Quoten vorgeben kann. In Deutschland nicht.

                          • Raimund Brichta sagt:

                            auch wenige super Batterien für eine ausgewählte Zielgruppe sind M. E. Nicht die Lösung.

                          • Michael sagt:

                            „In China gibt’s ein Zentralkomitee, das Quoten vorgeben kann. In Deutschland nicht.“

                            Doch – Quoten für allerlei.

                            Für Deutschland gibt es die EU-Kommission mit Sitz in Brüssel, quasi um die Ecke zum NATO Hauptquartier.

                            Für die DDR und den Ostblock gab es das Zentralkomitee mit Sitz in Moskau.

                        • Sandro sagt:

                          Der chinesische Batterie-Hersteller CATL hatte im Frühjahr drei neue Batterietypen angekündigt: Eine Hybridbatterie mit 1500 km Reichweite, eine Schnellladebatterie, die in 5 Minuten über 500 km lädt, und eine besonders robuste Natrium-Ionen-Batterie. Angeblich sollten sie schon ab Ende dieses Jahres produziert werden. Ich weiß allerdings nicht, wie der aktuelle Stand ist…

                        • Sandro sagt:

                          Mercedes hatte dieses Jahr einen Prototypen mit Festkörperakku getestet: 1200 km Reichweite plus 140 km Reserve auf einer Tour von Stuttgart über die A7 bis nach Malmö (Dänemark). Der Akku stammte von einem US-amerikanischen Hersteller. In der Praxis dürfte die Reichweite allerdings geringer sein, wahrscheinlich nur so 700 – 800 km. Noch vor 2030 wolle Mercedes Feststoffakkus serienmäßig anbieten, war zu lesen. Letzteres war auch über BMW war zu lesen. Wie hoch die Ladezeiten dafür dann sein sollen, weiß ich nicht. Aber sie dürften deutlich geringer sein als derzeit üblich.

                          p. s. Das Thema Batteriebrände sollte sich mit Feststoffakkus dann auch endgültig erledigt haben…

                        • Sandro sagt:

                          BYD hatte anfangs des Jahres auch einen Schnelllade-Prototypen präsentiert. Die brauchten allerdings zwei Ladekabel dafür, um die hohe Stromstärke zu bewältigen.

                        • Aries Eeberg sagt:

                          Ja, E-Autos sind nicht perfekt.
                          .
                          Aber ich fahre sie nun schon einige Jahre und bin sehr zufrieden damit.
                          .

                          Auf einen lauten Stinker will ich auf jeden Fall nicht mehr umsteigen.
                          .
                          E-Autos sind auch dabei, genau so viel zu kosten wie Verbrenner. Als Neue und Gebrauchte nähern sie sich den Verbrennern preislich an.
                          .
                          Im Energieverbrauch sind sie wesentlich günstiger. An der Ladesäule liegst du etwas günstiger als beim Diesel. Zuhause an der Wallbox kostet es halb so viel. Und, wenn die Sonne scheint, fließt der Strom vom Dach direkt ins Auto und kostet dann noch einmal ein Drittel weniger.
                          .
                          In NRW und NL gibt es auf jeden Fall genug Ladesäulen für jeden Geschmack. In der Regel funktionieren die Ladesäulen heute auch. Da hat sich viel getan.
                          .
                          Mein Tipp: Kaufe dir einen gebrauchten jungen Stromer. Die sind gerade sehr günstig und mittlerweile auch ausgereift – sogar bei VW.
                          .
                          Und, wenn du das alles noch toppen willst, fährst du im Nahbereich mit dem Pedelec – natürlich auch mit Sonnenstrom. Das ist dann auch noch gut für die Gesundheit.

                          • Sandro sagt:

                            Na ja, die Unterhaltskosten sind wohl allgemein niedriger. Abgesehen von den Steuern, wird häufig auch über geringere Wartungs-/Reparaturkosten berichtet.

                            • Aries Eeberg sagt:

                              Genau, Sandro! Ich wollte mal den Umweltgesichtspunkt außen vor lassen. Mittlerweile rechnen sich E-Autos ebenso wie die erneuerbaren Energien. Da kann man beides auch nutzen ohne von Idealismus getrieben zu sein.

                              • Michael sagt:

                                „Mittlerweile rechnen sich E-Autos ebenso wie die erneuerbaren Energien.“

                                Vielleicht ist es so, gut möglich.

                                WENN es tatsächlich so sein sollte, müssten die Verbraucher in den USA überwiegend eAutos kaufen.

                                Deshalb bin ich gespannt, wie sich dies in den kommenden Jahren in den USA entwickeln wird – abwarten und Tee trinken.

                                Wahl-FREIHEIT ist einer Demokratie würdig.

                                • Sandro sagt:

                                  „WENN es tatsächlich so sein sollte, müssten die Verbraucher in den USA überwiegend eAutos kaufen.“

                                  Das kann noch dauern…. Es sind ja nicht nur die Kosten entscheidend, soweit die Verbraucher das überhaupt durchrechnen… Die Nachteile bez. Ladezeiten, Ladeinfrastruktur werden zwar immer geringer, aber es braucht eben noch seine Zeit.

                                  Und für manche Leute gilt ohnehin: Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Ich rechne sogar noch einmal mit einem Verbrenner-Boom kurz vor dem Verbrenner-Aus, wenn es denn wirklich dazu kommt. „Verlustangst“ ist bei Verbrauchern sicher ein ganz starkes Motiv bei der Ablehnung des Verbrenner-Aus‘. Auch an der Börse ist es bekanntlich ein starkes Motiv (erwiesen doppelt so stark wie die Gier).

                                  • Aries Eeberg sagt:

                                    Das Hauptproblem bei eAutos sehe ich darin, dass es bis jetzt nur etwas für Eigenheimbesitzer ist.
                                    .
                                    Nur mit dem Hausstromtarif oder PV ist es wirklich günstig. Und nur auf dem eigenen Grundstück kann man das eAuto so lange an einem Platz stehen lassen, wie man will. Insofern sind die eAutos bisher nur etwas für die Wohlhabenden.
                                    .
                                    Da ist es nur logisch, dass in meinem Bekanntenkreis die einfachen Leute die glühendsten Anhänger der Verbrenner sind – zumal die Einstiegspreise noch recht hoch sind.

  • Michael sagt:

    „Wäre es nicht sinnvoller, wenn sie stattdessen möglichst frühzeitg etwas anderes machen, z. B. etwas, dass das Land voranbringen könnte? “

    Ja, die von Massenentlassungen betroffenen Personen dürfen nun was anderes machen – Paketbote, Gastro, Pflege, Integrationsbeauftragte, Security, öffentlicher Dienst.

    Macht sicherlich viel Spaß mit dem niedrigen Stundenlohn…

    • Sandro sagt:

      Das ist eine emotionale Antwort. Die Wirtschaft muss sich aber Realitäten stellen, auch wenn sie nicht gefallen.

      • Marco Dargel sagt:

        Eigentlich ist es eine politische Antwort. Wir haben seit Jahren eine Beamten und Sozialhilfepolitik, die Arbeitgeber feindlich ist. Wir verteuern Energie ohne die Welt wirklich umweltfreundlicher zu machen. Die Verlierer arbeiten in produktiven Jobs, sollen länger arbeiten und noch mehr Abgaben leisten. 80 Prozent aller Beamten gehen vor 67 in Rente ohne Abzüge mit deutlich höheren Renten als produktive Arbeiter. Das System wird kippen. Ein Freund hat mir neulich erklärt, warum er seinen zweiten Edeka Laden abgegeben hat. Er will nicht mehr 80 Stunden die Woche arbeiten und er kann keinen Geschäftsführer finden, weil die Arbeiter heute nichts mehr abkönnen. Sie werden halt schnell krank. Das ist auch meine Beobachtung. Im Moment profitiert jeder, der nicht für Arbeitgeber arbeitet. Das wird sich aber rächen. Jeder sollte mal fragen wie die Welt tickt heute. Nehmen wir folgende Optionen. Was denkt ihr? Man arbeitet bei Mc Donald’s. Das bedeutet, man ist der beste Mitarbeiter? Bei der nächsten Möglichkeit krank? Man bekommt eine Rente nach 40 Jahren die höher ist als die Rente, von Leuten, die nie gearbeitet haben? Natürlich nicht. Man soll bis 70 arbeiten, während 80 % aller Staatsdiener vor dem 67igsten Lebensjahr mit vollen Bezügen in Rente gehen? Und das wird ewig klappen? Die Realität der Wirtschaft ist, dass dort massiv viele Jobs verschwinden. Weil die Kosten zu hoch sind und man kaum noch Leute dafür findet. In 20 Jahren haben wir vielleicht eine Realität, dass Mc Donald‘ s Mitarbeiter Mittelschicht sind, aber frühstens mit 80 in Frührente gehen dürfen.

    • Sandro sagt:

      Die Zukunft wird zeigen, was richtig und was falsch ist. Und falls der Geldsystem-Reset dazwischen kommen sollte, werden die Karten vielleicht sowieso neu gemischt.

      • Marco Dargel sagt:

        Nein, die Karten werden nicht neu gemischt. Wir brauchen wieder einen Markt für produktives Arbeiten. Wenn der weg ist, wird er nicht einfach mal so wieder zurück kommen. Auch nicht bei einem Reset, der vielleicht nicht kommt. Was in Deutschland steigt, ist die Staatsquote und sind die Ausgaben für Sozialausgaben. Alleine seit dem Jahr 2000 sind diese Summen dramatisch hoch gestiegen. 2024 lagen pro Bürger die Summen für die Staatsquote über 30000 Euro und für Sozialabgaben bei über 12000 Euro, eine Leistung , die nur deswegen gewuppt werden kann, weil Unternehmen auch Steuern bezahlen. Wenn die Unternehmen gehen und das tun sie, wird es irgendwann zu einem Problem kommen. Und der größte Posten ist die Staatsquote.

        • Sandro sagt:

          Das Wirtschaftswachstum ist schuldenfinanziert.

          Deutschland: Vergleichsweise niedrige Staatsschulden (gemessen an anderen westlichen Ländern), aber geringes bzw. gar kein oder leicht negatives Wirtschaftswachstum.
          USA: Doppelt so hohe Staatschulden, dafür aber Wirtschaftswachstum. Das wird aber derzeit fast ausschließlich durch die KI getragen – welche Geschäftsmodelle davon langfristig überhaupt tragen und wann die Blase platzt, wissen wir noch nicht. Schuldenorgie mit Überkreuzbeteilgungen. Die Old Economy wächst in den USA auch nicht mehr. Und weil sie keinen so aufgeblähten Sozialstaat wie wir haben, geht es dort auch vielen Menschen gar nicht gut – das Vermögen ist extrem ungleich verteilt. Junge Akademiker stottern dort ihre massiven Studienkredite ab, viele Leute leben auf Pump oder von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck, und eine Krankenversicherung werden viele auch bald nicht mehr haben. Ob das so viel besser ist? Vonwegen MAGA. MAGA gibt’s für Oligarchen, aber nicht für die Mehrheit. Wie lange kann das überhaupt noch halten? Mit Migrationsparanoia, Sozial-Darwinismus und christlichem Fundamentalismus wird es jedenfalls nicht besser.

          Vielleicht wird es langsam Zeit für den Reset.