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Greiffbar – Schmierentheater

20. Februar 2026
Volker Schilling
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von Volker Schilling

Jetzt NEU: Die gesprochene Greiffbar

 

Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?

 

Eingeschmiert

Noch zu Wochenbeginn waren die Menschen in ihren Karnevals, Faschings- und Fastnachtskostümen unterwegs und mit dicker Schminke beschmiert. Doch nach dem Aschermittwoch können sich nicht nur die Karnevalisten, sondern auch die Ölpreis-Runterbeter ihre Lach-Prognosen in die Haare schmieren und Asche aufs Haupt streuen. Trotz Gesprächen zwischen den USA und dem Iran läuft es nicht wie geschmiert und der Ölpreis erreicht neue Höhen über 70 Dollar. Obwohl der iranische Chefverhandler der US-Delegation Honig ums Maul schmierte, ziehen diese weiteres militärisches Material in den Nahen Osten. Es sieht so aus, als ob die Amerikaner das Schmierentheater des Mullah-Regimes durchschauen. So oder so bleibt es eine schmierige Angelegenheit, das iranische Regime weiter unter Druck zu setzen. Für mich riecht es nach einem militärischen Einsatz der Amerikaner und der Ölpreis ist für mich der beste Hedge dafür. Da fällt mir der alte Werbeslogan des Schmierstoffherstellers Fuchs Petrolub ein, der lange Zeit in großen Lettern am Mannheimer Bahnhof hing: „Wir schmieren die Welt“.  Apropos jemanden schmieren:

Angeschmiert

Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor wurde an seinem 66. Geburtstag festgenommen. Verdacht auf Amtsmissbrauch, geschmiert von Jeffrey Epstein, soll er „Fehlverhalten in offizieller Funktion“ gezeigt haben. Ich würde sagen, er sollte sich wegen ganz anderen Missbrauchsfällen verantworten. Die Popularität der britischen Krone ist so oder so ziemlich abgeschmiert mit diesem schmierigen Typen in der Familie. Aber wer kennt ihn nicht, den Problemonkel in der buckligen Verwandtschaft? Aber zurück zu den Börsen: Alle diejenigen, die den Crash schon wieder haben kommen sehen sind auch ziemlich angeschmiert. DAX wieder über 25.000 Punkte und auf dem Weg zum nächsten Allzeithoch. Von wegen Fastenzeit, fette Gewinne bei den großen Börsenindizes weltweit auch in 2026. Gelduntergangsszenarien kann man sich derzeit in die Haare schmieren. Die Risiken sind nicht weg, aber wirken auf die Börsenbetrachter derzeit ganz verschmiert. Aber keine Angst, es gibt noch genug Angsthasen, die weiter steigende Kurse rechtfertigen. Den Schmierstoff für diese Aussage erhalten Sie in meinem Interview: Der Crash kam noch nie auf Ansage. Und wenn Sie noch mehr Schmiermittel brauchen, dann empfehle ich Ihnen mein Interview zu den Top Performern in 2026. Doch manchmal kommt es auch anders:

Abgeschmiert

Nur damit Sie das richtig einordnen können: Der DAX mag bald neue Höchststände erreichen, aber dennoch gibt es in diesem Index Aktien, die kräftig abgeschmiert sind. Scout24 zum Beispiel, die sich in einem halben Jahr halbiert haben. Wie passend. Oder SAP, die in 4 Monaten 30 Prozent abgegeben haben. Wer das Einzelwertrisiko als schmierige Angelegenheit begreift, der ist eben mit guter Streuung besser unterwegs. Wie in Japan zum Beispiel, dem Aktienmarkt, den leider viel zu wenige auf dem Radar haben. Dort läuft es nach den Neuwahlen mehr als geschmiert. Mehr Infos dazu in meinem Interview für Wallstreet online: Japans Aktienmarkt im Höhenflug. Und wenn Sie jetzt glauben, dass die neuen Aktien an den europäischen Börsen nicht so abschmieren wie viele andere Börsengänge, dem empfehle ich mein Gespräch mit Florian Fischer-Fabian zu den 12 neuen deutschen Aktien in 2026. Aber wenn Sie eher der Meinung sind, man sollte auf die großen Schwergewichte Space X und Open AI warten, kann sich die Zeit mit meinem Interview zu diesen Börsengängen vertreiben: Space X & Open AI. Wie auch immer, der Schmierfink dieser Zeilen verabschiedet sich diese Woche von Ihnen. Bleiben Sie geschmeidig und nicht geschmiert.

Ihr Volker Schilling

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Kommentare

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  • Peter Czeck sagt:

    Nicht geschmiert sind m.E. jedenfalls die Richter am Supreme Court. Trumps Zollpolitik ist zu wichtigen Teilen rechtswidrig. Eine krachende Niederlage mit schwer absehbaren Folgen….z.B. f. den US Haushalt…die Zinsen. U.U. stehen Milliardenrückzahlungen an. Wer war rechtlich Schuldner der Zölle? Muss zurückgezahlt werden? Wer profitiert…dt. Kfz. Produzenten? Zeit f. eine Sondersendung bzw. einen Podcast Brichta/Bell. Nachrichten machen Kurse. 17 Uhr 53

    • Raimund Brichta sagt:

      ja, kurzfristig haben Nachrichten mal Kurse gemacht. Nachhaltig ist es aber nicht. Selbst der Liberation Day hat nicht nachhaltig Kurse gemacht.

      Eventuell war das nur der Startschuss dafür, dass der Raketenindikator (wieder einmal) das von ihm signalisierte 12–Monats-Ziel erreicht. Stay tuned until 24. April!

      • Peter Czeck sagt:

        Hhm. lt. KI erwarten wohl auch US Importeure Rückzahlungen. Wird m.E. noch interessant. Die neuen Zölle, die Trump nunmehr ganz aktuell erheben will, ändern an den Rückforderungen nix. Es wird wohl zu Klageverfahren kommen, falls nicht schon welche laufen.

        • Raimund Brichta sagt:

          Genau, nichts genaues weiß man nicht – Klagen und langwierige juristische Verfahren. Das sind jedenfalls keine News, das Kurse machen.

    • Peter Czeck sagt:

      Wenn Zölle zurückgezahlt werden, ergibt sich f. den Rückzahlungsempfaenger ein Vermögenszuwachs….je nach Rückzahlungshöhe ein erheblicher. Ein solcher Vorgang -auch wenn es ein einmaliger ist- hat positivenEinfluss auf den Aktienkurs, weil (Eigenkapital-Betriebsvermoegenserhoehung). Ein Vergleichsfall sind die Entschädigungen, die die dt. Energiekonzerne EON u. RWE f. den Atomausstieg erhalten haben. Es ist kein wirtschaftlich vernünftiger Grund erkennbar, warum eine unerwartete wesentliche Betriebseinnahme sich nicht positiv auf den Aktienkurs auswirken soll. Daimler T. , Siemens, Porsche schon heute im Plus. Es herrscht noch Unsicherheit. Wenn es tatsächlich zu Rückzahlingen in Milliardenhöhe kommt….dann sehen wir schon.