von Volker Schilling
Jetzt NEU: Die gesprochene Greiffbar
Welche Themen waren diese Woche am Finanzmarkt relevant?
- Eingeschmiert
- Angeschmiert
- Abgeschmiert
Eingeschmiert
Noch zu Wochenbeginn waren die Menschen in ihren Karnevals, Faschings- und Fastnachtskostümen unterwegs und mit dicker Schminke beschmiert. Doch nach dem Aschermittwoch können sich nicht nur die Karnevalisten, sondern auch die Ölpreis-Runterbeter ihre Lach-Prognosen in die Haare schmieren und Asche aufs Haupt streuen. Trotz Gesprächen zwischen den USA und dem Iran läuft es nicht wie geschmiert und der Ölpreis erreicht neue Höhen über 70 Dollar. Obwohl der iranische Chefverhandler der US-Delegation Honig ums Maul schmierte, ziehen diese weiteres militärisches Material in den Nahen Osten. Es sieht so aus, als ob die Amerikaner das Schmierentheater des Mullah-Regimes durchschauen. So oder so bleibt es eine schmierige Angelegenheit, das iranische Regime weiter unter Druck zu setzen. Für mich riecht es nach einem militärischen Einsatz der Amerikaner und der Ölpreis ist für mich der beste Hedge dafür. Da fällt mir der alte Werbeslogan des Schmierstoffherstellers Fuchs Petrolub ein, der lange Zeit in großen Lettern am Mannheimer Bahnhof hing: „Wir schmieren die Welt“. Apropos jemanden schmieren:
Angeschmiert
Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor wurde an seinem 66. Geburtstag festgenommen. Verdacht auf Amtsmissbrauch, geschmiert von Jeffrey Epstein, soll er „Fehlverhalten in offizieller Funktion“ gezeigt haben. Ich würde sagen, er sollte sich wegen ganz anderen Missbrauchsfällen verantworten. Die Popularität der britischen Krone ist so oder so ziemlich abgeschmiert mit diesem schmierigen Typen in der Familie. Aber wer kennt ihn nicht, den Problemonkel in der buckligen Verwandtschaft? Aber zurück zu den Börsen: Alle diejenigen, die den Crash schon wieder haben kommen sehen sind auch ziemlich angeschmiert. DAX wieder über 25.000 Punkte und auf dem Weg zum nächsten Allzeithoch. Von wegen Fastenzeit, fette Gewinne bei den großen Börsenindizes weltweit auch in 2026. Gelduntergangsszenarien kann man sich derzeit in die Haare schmieren. Die Risiken sind nicht weg, aber wirken auf die Börsenbetrachter derzeit ganz verschmiert. Aber keine Angst, es gibt noch genug Angsthasen, die weiter steigende Kurse rechtfertigen. Den Schmierstoff für diese Aussage erhalten Sie in meinem Interview: Der Crash kam noch nie auf Ansage. Und wenn Sie noch mehr Schmiermittel brauchen, dann empfehle ich Ihnen mein Interview zu den Top Performern in 2026. Doch manchmal kommt es auch anders:
Abgeschmiert
Nur damit Sie das richtig einordnen können: Der DAX mag bald neue Höchststände erreichen, aber dennoch gibt es in diesem Index Aktien, die kräftig abgeschmiert sind. Scout24 zum Beispiel, die sich in einem halben Jahr halbiert haben. Wie passend. Oder SAP, die in 4 Monaten 30 Prozent abgegeben haben. Wer das Einzelwertrisiko als schmierige Angelegenheit begreift, der ist eben mit guter Streuung besser unterwegs. Wie in Japan zum Beispiel, dem Aktienmarkt, den leider viel zu wenige auf dem Radar haben. Dort läuft es nach den Neuwahlen mehr als geschmiert. Mehr Infos dazu in meinem Interview für Wallstreet online: Japans Aktienmarkt im Höhenflug. Und wenn Sie jetzt glauben, dass die neuen Aktien an den europäischen Börsen nicht so abschmieren wie viele andere Börsengänge, dem empfehle ich mein Gespräch mit Florian Fischer-Fabian zu den 12 neuen deutschen Aktien in 2026. Aber wenn Sie eher der Meinung sind, man sollte auf die großen Schwergewichte Space X und Open AI warten, kann sich die Zeit mit meinem Interview zu diesen Börsengängen vertreiben: Space X & Open AI. Wie auch immer, der Schmierfink dieser Zeilen verabschiedet sich diese Woche von Ihnen. Bleiben Sie geschmeidig und nicht geschmiert.
Ihr Volker Schilling
Weitere Greiffbar-Ausgaben lesen

Nicht geschmiert sind m.E. jedenfalls die Richter am Supreme Court. Trumps Zollpolitik ist zu wichtigen Teilen rechtswidrig. Eine krachende Niederlage mit schwer absehbaren Folgen….z.B. f. den US Haushalt…die Zinsen. U.U. stehen Milliardenrückzahlungen an. Wer war rechtlich Schuldner der Zölle? Muss zurückgezahlt werden? Wer profitiert…dt. Kfz. Produzenten? Zeit f. eine Sondersendung bzw. einen Podcast Brichta/Bell. Nachrichten machen Kurse. 17 Uhr 53
ja, kurzfristig haben Nachrichten mal Kurse gemacht. Nachhaltig ist es aber nicht. Selbst der Liberation Day hat nicht nachhaltig Kurse gemacht.
Eventuell war das nur der Startschuss dafür, dass der Raketenindikator (wieder einmal) das von ihm signalisierte 12–Monats-Ziel erreicht. Stay tuned until 24. April!
Hhm. lt. KI erwarten wohl auch US Importeure Rückzahlungen. Wird m.E. noch interessant. Die neuen Zölle, die Trump nunmehr ganz aktuell erheben will, ändern an den Rückforderungen nix. Es wird wohl zu Klageverfahren kommen, falls nicht schon welche laufen.
Genau, nichts genaues weiß man nicht – Klagen und langwierige juristische Verfahren. Das sind jedenfalls keine News, das Kurse machen.
Wenn Zölle zurückgezahlt werden, ergibt sich f. den Rückzahlungsempfaenger ein Vermögenszuwachs….je nach Rückzahlungshöhe ein erheblicher. Ein solcher Vorgang -auch wenn es ein einmaliger ist- hat positivenEinfluss auf den Aktienkurs, weil (Eigenkapital-Betriebsvermoegenserhoehung). Ein Vergleichsfall sind die Entschädigungen, die die dt. Energiekonzerne EON u. RWE f. den Atomausstieg erhalten haben. Es ist kein wirtschaftlich vernünftiger Grund erkennbar, warum eine unerwartete wesentliche Betriebseinnahme sich nicht positiv auf den Aktienkurs auswirken soll. Daimler T. , Siemens, Porsche schon heute im Plus. Es herrscht noch Unsicherheit. Wenn es tatsächlich zu Rückzahlingen in Milliardenhöhe kommt….dann sehen wir schon.
Einmaleffekte
Hhm. Insgesamt soll es auch m mind. 175 Milliarden gehen. Wenn ein Unternehmen evtl. z.B. 5 Milliarden zurückerhält bleibt es nicht beim Einmaleffekt. Es können Kredite getilgt werden, die die jährliche Zinsbelastung vermindern…es können gewinnbringende Investitionen getätigt werden .
klingt interessant, welches Unternehmen wird wann hohe Beträge kriegen und was damit machen?
„Welches Unternehmen“ da hoffe ich auf die geballte Sachkompetenz v. NTV Telebörse. Habe gehört, die machen das hauptberuflich….
😂
M.E. muss man unterscheiden zwischen zahlungswirksamen „Einmaleffekten“ und lediglich buchtechnischen Einmaleffekten z.B. Teilwertabschreibungen auf übernommene Wirtschaftsgüter.
das klingt nach ChatGPT 😉
Nee keine KI. Hab ich irgendwo im Einführungslehrgang gehört…😎
Auch Einmaleffekte, wenn sie gewichtig genug sind, sind kursrelevant
klar, aber eben nur einmal.
Nachdem dem Begriff Einmaleffekt innewohnenden Wortsinnzutreffend. Vorliegend besser Einmalereignis. Da kann es schon anders sein…z.B. Schuldenabau durch Zollrückzahlung….Folgewirkungszusammenhang..
Gestern:
VW -0,1%
BMW +0,3%
Mercedes +0,8%
Das ist selbst für einen Einmaleffekt relativ wenig, oder?
Produzieren in USA u. exportieren tlws. nach BRD. Seitens BRD stehen keine Zollerstattungen an.
und trotzdem ist der DAX in einer ersten Reaktion gestiegen. So viel zum Thema Nachrichten machen Kurse.
Ist es nicht so, dass den Großteil der Zölle die Importeure in den USA bezahlt haben? Da wird es im Fall von Rückerstattung nur geringe Rückzahlungen an deutsche Unternehmen geben.
genau, das wollte ich auch schon anmerken. Natürlich kann es sich auch um US-Tochterunternehmen deutscher Firmen handeln.
Zollgewinner lt. KI US Börse 20.2.2026: Wayfair, Amazon u. EBAY
na, die KI muss es ja wissen
Tja wenns n-tv Telebörse nicht weiß…muss man halt auf fehleranfällige Quellen zurückgreifen. Vielleicht kennt ihr ja einen Steuer/Zolljuristen oder WP, der genauer Bescheid weiß. Klar ist auch noch unklar, was sich der amerikanische Finanzminister so ausdenkt. Vielleicht sind wir ja nach den Kursreaktionen am Montag schlauer. Bin gespannt.
Spannend bleibt, ob und wie stark es den USA gelingt, dass Handelsdefizit zu dauerhaft zu verringern, und was die Begleitfolgen sind. Das bisherige Ergebnis der Zollpolitik ist gemischt. In den Monaten vor dem „Liberation Day“ gab es zunächst noch Hamster-Importe, anschließend kam der zumindest kurzzeitig zu erwartende Rückgang des Handelsdefizits. Ab November ist es dann wieder gestiegen. Im Dezember lag es schon fast wieder auf Ausgangsniveau. Siehe Grafik (Quelle: https://de.tradingeconomics.com/united-states/balance-of-trade ).
Dazu zuletzt auch der n-tv-Artikel: „Trumps Zölle ohne Effekt: US-Handelsdefizit kaum gesunken“, https://www.n-tv.de/wirtschaft/Trumps-Zoelle-ohne-Effekt-US-Handelsdefizit-kaum-gesunken-id30381985.html
„Studien zufolge werden die Zölle fast vollständig von amerikanischen Importeuren und Verbrauchern bezahlt. Diese tragen demnach 96 Prozent der Last, wie aus einer Untersuchung des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hervorgeht. „Die Zölle sind ein Eigentor“, sagte IfW-Forschungsdirektor Julian Hinz. Die Behauptung, dass ausländische Staaten diese Zölle trügen, sei ein Mythos. Die Daten zeigten das Gegenteil. „Die Amerikaner bezahlen die Rechnung.“ Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine Studie der regionalen Notenbank New York Federal Reserve, die von Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett kritisiert wurde. „Das Papier ist eine Schande“, sagte Hassett in einem Interview mit CNBC. „Es ist meiner Meinung nach das schlechteste Papier, das ich je in der Geschichte des Federal Reserve Systems gesehen habe.“ Die Verantwortlichen sollten vermutlich diszipliniert werden.“
„In God we trust“…die Kryptos werden uns schon retten 😎 Haben sie schon deutlich angezogen?
Wie sehen eigentlich die Charts Bitcoin vs. Gold auf Jahressicht aus?
DAX heute -1 %. Jetzt frage ich dich: Machen Nachrichten Kurse oder ist es eher umgekehrt?
Beides stimmt und du weißt es auch. Manchmal werden sachliche Gründe f. Kursbewegungen gesucht (gern auch v. Journalisten), die lediglich marktpsychologisch durch Gier/Panik verursacht sind. Quasi täglich kann man aber eindeutig beobachten, daß Nachrichten über Gewinnentwicklungen bei einzelnen Unternehmen teils drastische Kursreaktionen zufolge haben. Du lieber Raimund verkündest selbst via Telebörse quasi täglich entsprechende Zusammenhänge…. eigentlich doch banal oder? Für die Kursentwicklung maßgeblich ist letztlich der erzielbare Gewinn je Aktie f. einen überschaubaren Zeitraum. Nachrichten die diesen Gewinn beeinflussen sind real kursentscheidend. Aktuell ist die Kursentwicklung v. Firmen, die im Straßen- u. Brückenbau/BRD tätig sind beispielgebend. Es gibt ja das Merzsche Milliardenpacket. Meine Strabag u. Bilfingeraktien haben sich sehr zufriedenstellend entwickelt. Hoch-Tief habe ich leider verpasst. Heute kam in der Hessenschau ein Beitrag über entsprechende Planungen. Die Kursentwicklung würde damit bestätigt…sie war natürlich schon vorher durch die Meldung über das Milliardenpacket in die Wege geleitet worden. Kannst du meinen Ausführungen zustimmen?
Meine Bemerkung bezog sich nur auf die gestrige Marktbewegung: erst stabil (auch in den USA), dann plötzlicher Abverkauf. Und siehe da – dann hatte man schnell eine „Begründung“ gefunden. Ein Paradebeispiel dafür, wie Kurse Nachrichten machen
Jo aktuell herrscht halt trumpsches Vollchaos…
Die Zustimmungswerte f. Trump steuern einen neuen Tiefstand an.